Post von der Stadt hat bei Felix Steinkamp für Verwunderung gesorgt. Denn plötzlich hatte er zwei Kinder.
Streit um Kita-Gebühren„Stadt Köln dichtete mir zwei Kinder an“

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Felix Steinkamp bereitete das Schreiben der Stadt jede Menge Ärger.

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Felix Steinkamp ist ein Name, der griffig ist, gut klingt, im Gedächtnis bleibt – und den es in Köln und drumherum mehrmals gibt. Das erfuhr nun unfreiwillig Felix Steinkamp aus Pulheim, der Post von der Stadt bekam und für zwei Kinder zahlen sollte, die er gar nicht hat.
Genauer: Das Amt für Kinder, Jugend und Familie schickte ihm einen Festsetzungsbescheid zum Elternbeitrag ab 1. August für zwei Jungen in U2- beziehungsweise Ü3-Betreuung – mit allen dazugehörigen Daten.
Der Kölner Amtsschimmel stellte sich stur
Neben den Namen und Geburtsdaten der Brüder und den Adressen der Einrichtungen erfuhr Doppelgänger Steinkamp auch noch die „Einkommensstufe“ des Vaters. Verbunden mit der Aufforderung, nun „monatlich 331,65 Euro“ zu zahlen.
„Das war ein richtiger Schlamassel, in den ich da hineingeraten bin“, erzählt der 38-Jährige rückblickend EXPRESS.de. „Natürlich rief ich sofort die zuständige Dame beim Amt an, um das schnell zu klären. Doch von einer Vertreterin wurde ich direkt abgebügelt. Nach dem Motto: Das könnte ja jeder erzählen, dass er nicht der Vater ist und nicht zahlen will. Das hätte schon alles seine Richtigkeit. Da wurde ich natürlich sauer. Besonders auch, weil so schludrig mit dem Datenschutz umgegangen wird.“
Der Kölner Amtsschimmel stellte sich also stur – und so schaltete Steinkamp einen Anwalt ein. „Der schickte ein Widerspruchsschreiben an die Stadt, auf das es aber keine Reaktion gab. Angeblich kam es nie an. Also ging das nächste Schreiben an das Verwaltungsgericht und leitete ein Verfahren ein.“
So kam nun nach Monaten Bewegung in die Sache: Das Amt für Kinder erkannte seinen Fehler, sah die Verwechslung ein, hob den 331-Euro-Bescheid auf und entschuldigte sich bei Steinkamp.

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Auszug aus dem Schreiben der Stadt Köln.
EXPRESS.de fragte bei der Stadt nach: Was war da los? „Die genaue Ursache der Personenverwechslung konnte im Nachhinein nicht rekonstruiert werden. Trotz aller Sorgfalt, gerade im Umgang mit Personendaten, lässt sich eine solche Verwechslung nicht vollkommen ausschließen“, teilte eine Sprecherin der Stadt Köln mit.
Zur Frage mit dem zweifelhaften Datenschutz betont sie: „Die Stadtverwaltung nimmt den Schutz personenbezogener Daten außerordentlich ernst. Nachdem wir von dem Fehler erfahren haben, wurden sofort umfassende Maßnahmen ergriffen und der betroffene Bürger aus dem Kita-DV System entfernt. Zudem erfolgte die gesetzlich vorgeschriebene Meldung an den städtischen Datenschutzbeauftragten.“
Die Stadt-Sprecherin betont: „Um solche Verwechslungen für die Zukunft auszuschließen, wurden weitere Prüfschritte bei der Bearbeitung eingeführt und die Mitarbeitenden erneut für den verantwortungsbewussten Umgang mit personenbezogenen Daten sensibilisiert.“
Also alles wieder gut? Steinkamp sagt abschließend: „Auch wenn der Stadt nun unnötige Kosten für das Verfahren mit einem Streitwert von rund 2000 Euro entstanden, so bin ich doch froh, dass dieser Fall zu einer Verbesserung führt.“
