Der Kölner Rentner Udo Höhne (70) hat genug vom Streik und droht der Gewerkschaft Verdi mit persönlicher Haftungsklage.
„Einfach nur blödsinnig“Streik treibt Kölner Senior zur Weißglut – er droht mit Klage

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Udo Höhne (70) droht der Gewerkschaft Verdi mit persönlicher Haftungsklage.
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Der Kölner Udo Höhne ist am Ende seiner Geduld. Der 70-jährige Rentner und Schwerbehinderte ist auf die Busse und Bahnen der KVB angewiesen. Unter anderem für Arztbesuche. Die anhaltenden Streiks im Nahverkehr treffen ihn hart.
Jetzt kündigt er eine Haftungsklage gegen Verdi und die Vorstandsmitglieder an.
„Ich denke, in der letzten Zeit haben Sie genug Streiks gemacht“
„Die KVB ist für mich sehr wichtig für meine Beweglichkeit“, schreibt der frühere Steuerbevollmächtigte in einem wütenden offenen Brief an die Gewerkschaft.
Er hat Verständnis für die Beschäftigten: „Ich wünschte auch, dass ihre fähigen Mitarbeiter sehr viel mehr Lohn erhalten.“ Doch dann folgt das große Aber. Seine Kritik richtet sich klar gegen Verdi.
„Ich denke, in der letzten Zeit haben Sie genug Streiks gemacht, um die Situation klar darzulegen.“ Die Forderungen der Gewerkschaft für die Zukunft hält er schlicht für unrealistisch. „Ihre Forderungen für die Zukunft sind einfach nur blödsinnig, da bis dahin die Kaufkraft überhaupt nicht einzuschätzen ist“, wettert er.
Den Sinn der Streiks stellt Höhne grundsätzlich infrage. „Ich denke, Sie machen das alles nur, um eine Existenzberechtigung zu dokumentieren.“ Und noch deutlicher: „In der heutigen Zeit sind Gewerkschaften kontraproduktiv.“
Besonders ärgert den Rentner der wirtschaftliche Schaden, den die Arbeitsniederlegungen seiner Meinung nach anrichten. „Es ist einfach nur Irrsinn, mit Ihren Forderungen und Handlungen der Volkswirtschaft Schaden zuzufügen. Die gesamte Wirtschaft in meiner Region leidet Schaden durch Ihre Aktivitäten“, so Höhne.
Sein Vorschlag: Die Gewerkschaftskassen sollten den Mitgliedern direkt zugänglich gemacht werden – statt für weitere Streikaktionen genutzt zu werden.
Schaden für ganz Köln – Ultimatum bis Montag, 15 Uhr
Der ehemalige Steuerfachmann lässt es nicht bei Worten bewenden. Er hat der Gewerkschaft ein Ultimatum gestellt: Bis Montag (23. März), um 15 Uhr erwartet er eine Rückmeldung – oder gar die Auflösung der Gewerkschaft.
„Danach werde ich versuchen, Sie gegebenenfalls in die persönliche Haftung zu bringen – zum Wohle Kölns und aller meiner Mitbürger“, kündigt Höhne kämpferisch an.
Ob das rechtlich umsetzbar ist, darf bezweifelt werden. Aber eines ist klar: Dieser Kölner lässt sich nicht so leicht abspeisen.


