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Nach Affäre um SpahnKölner Messe unter Druck – Verein geht dagegen vor

Die Messe „Wish for a Baby“ soll in den Sartory-Sälen in Köln stattfinden (Archivbild).

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Die Messe „Wish for a Baby“ soll in den Sartory-Sälen in Köln stattfinden (Archivbild).

Eine Kölner Kinderwunsch-Messe gerät unter Druck: Der Verein Frauenheldinnen beantragt Auflagen, die Werbung und Vermittlung von Leihmutterschaft verhindern sollen. Die Debatte um Jens Spahn befeuert das Thema.

Der Verein Frauenheldinnen fordert in Zusammenhang mit der Leihmutterschaftsdebatte um Jens Spahn Auflagen für die Messe „Wish for a Baby“.

Am Montag werde ein förmlicher Antrag an die Stadt Köln gestellt, die für 17./18. Oktober in den Sartory-Sälen geplante Kinderwunsch-Messe mit vollziehbaren Auflagen zu versehen, die die Vermittlung und Anbahnung von Leihmutterschaft unterbinden sollen. Weiter teilte der Verein am Samstag in Lübeck mit, bei einer Ablehnung der Stadt werde eine vorbeugende Feststellungsklage beim Verwaltungsgericht Köln folgen.

„Leihmutterschaft ist in Deutschland verboten und strafbewehrt – auf der Kölner Messe wird sie dennoch im Inland angebahnt, vermittelt und beworben“, erklärt der Verein Frauenheldinnen.

So belegten Gedächtnisprotokolle der Messe vom vergangenen Jahr, dass es Leihmutterschaft-Pakete von 35.000 bis 75.000 Euro gegeben habe.

Doppelmoral von Spahn

„Frauenheldinnen“ kritisiert in der aktuellen Debatte eine Doppelmoral: „CDU-Unionsfraktionschef Jens Spahn und der Bundesdrogenbeauftragte Hendrik Streeck sind selbst über eine Leihmutter in den USA Vater geworden – und tragen zugleich das Verbot ihrer Partei mit, das der CDU-Parteitag im Februar 2026 in Stuttgart auf Antrag der Frauen Union bekräftigt hat“, hieß es.

Spahn und sein Ehegatte Daniel Funke hatten kürzlich mitgeteilt, dass sie Eltern geworden seien. Der Sohn mit dem Namen Georg kam demnach in den USA zur Welt und wurde von einer Leihmutter geboren.

Der Sohn von Streeck und seinem Mann wurde laut der Zeitschrift „Bunte“ im US-Bundesstaat Idaho geboren. Mit Verweis auf den Schutz des Kindes und der eigenen Privatsphäre wollte sich der Politiker auf Anfrage nicht zu dem Thema äußern.

Kritik an Kinderwunsch-Messe

Die Kölner Messe sei keine Informationsveranstaltung, „das ist die Vertriebstheke eines Marktes, auf dem Schwangerschaft zur Dienstleistung und ein Kind zur Ware wird“, erklärte die Kanzlei Frowein & Partner, die den Verein Frauenheldinnen vertritt.

„Zwei Frauen werden verbraucht – eine liefert die Eizelle, eine gibt den Körper her –, damit am Ende ein Kind übergeben wird wie eine Bestellung. Wer das in Auftrag gibt und bezahlt, ist ein Babykäufer“, so der Verein.

Die Vorsitzende von „Frauenheldinnen“, Eva Engelken, sagte: „Der Skandal an der gültigen Rechtslage ist nicht, dass das Verbot zu streng wäre, sondern dass es eine Lücke lässt.“

Die Co-Vorsitzende Monika Glöcklhofer ergänzte: „Ein Verbot, das man mit einem Flugticket aushebelt, muss man nicht einreißen, sondern man muss die Lücke schließen.“ (kna)

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