„Ein wahres Heilmittel“ Kölner Expertin: Mit dieser einfachen Methode verbessern wir unser Leben

Menschen geben sich auf dem Alexanderplatz in Berlin eine Umarmung, ein weiterer hält ein Schild mit dem Text „Umarmung gratis“ hoch.

In Köln bietet eine Sonderpädagogin Seminare an, die darauf abzielen, dass Menschen mit Umarmungen seelisch als auch körperlich geholfen wird. Das Foto aus dem Jahr 2006 zeigt Menschen, die sich in Berlin umarmen.

Können Umarmungen wirklich Wunder bewirken? Wie genau das funktioniert, erklärt die Sonderpädagogin Gabriele Freyhoff.

Eine kleine Umarmung und schon geht es uns besser – wer kennt es nicht?! Doch diese kleinen, aber feinen Zuneigungen sollen angeblich nicht nur den Gemütszustand kurzweilig verändern, sondern auch dauerhaft für ein besseres Gefühl sorgen können.

Auf Nachfrage von EXPRESS.de erklärt die Sonderpädagogin Gabriele Freyhoff aus Niederkassel (direkt an der Kölner Stadtgrenze), inwiefern Umarmungen die körperliche und seelische Gesundheit stärken können. 

Biodanza in Köln: Macht Körperkontakt glücklich?

Seit bereits 20 Jahren leitet Gabriele Freyhoff in Köln eine Biodanza-Schule und bietet dort Seminare an, die sowohl in Köln als auch in Düsseldorf stattfinden. Aber was genau ist eigentlich Biodanza?

Freyhoff erklärt: „In einer Biodanza-Stunde kommen Menschen zusammen, die sich oft gar nicht kennen. Durch die ganz unterschiedliche Musik angeregt, kann sich jeder im Raum bewegen.“

Weiter gibt sie an: „Die Strukturen sind offen. Im größten Moment der Entspannung wird oft auch ein Kontakt zu einem anderen Menschen angeregt. Viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer umarmen sich dann spontan.“

Ziel der von Freyhoff angebotenen Biodanza-Stunden ist es, die Teilnehmer und Teilnehmerinnen mit Körperkontakt und Berührungen positiv zu beeinflussen. 

Die dadurch sowohl psychischen und physischen Veränderungen bewirken unter anderem Folgendes: „Sie lösen Spannungen, heben die Stimmung, stärken das Immunsystem, verbessern das Körpergefühl und stärken das Selbstwertgefühl“, so Freyhoff. 

Umarmungen sollen Depressionserscheinungen mindern

Und auch die Corona-Pandemie hat ihren Teil dazu beigetragen. Das Interesse an Biodanza und der Zuneigung untereinander ist gewachsen und wird immer mehr angenommen.

Besonders zu auffällig sei es, dass die Menschen das Bedürfnis nach Nähe deutlich offensichtlicher zeigen als noch vor der Pandemie. 

Die 67-jährige Sonderpädagogin konnte bereits zahlreiche Entwicklungen bei Menschen beobachten und einige davon schildert sie wie folgt: 

  • „Menschen mit Depression konnten wieder Lebensfreude erleben.“
  • „Traumata konnten überwunden werden.“
  • „Frauen, die Missbrauch erlebt hatten, wagten es wieder, nach und nach zunehmend in Kontakt zu gehen.“
  • „Schüchterne Menschen erfuhren sich als fähig und entwickelten eine neue Lebensperspektive, beruflich und/oder privat.“
  • „Kinder lernten gegenseitigen Respekt, Geben und Nehmen, den Austausch von liebevollen Gesten und damit eine Integration in der Gruppe oder Schulklasse und den Abbau von Aggressivität.“
  • „Senioren in Altersheimen ‚erwachten‘ zu neuem Leben, entwickelten überraschenderweise mehr Beweglichkeit.“

Freyhoff: Umarmungen sind ein Heilmittel

Für Freyhoff steht fest: „Umarmungen sind in vielfacher Hinsicht ein wahres Heilmittel: Sie beruhigen, geben ein Gefühl von Geborgenheit, trösten, drücken Wertschätzung aus und menschliche Verbindung in gegenseitiger Achtung.“

Wer also etwas für sein Selbstwertgefühl oder für die Stärkung seines Immunsystems tun möchte, der sollte sich in Zukunft einfach des Öfteren umarmen lassen. (kvk)

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