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Scharfe KritikWegen 500.000 Euro im Jahr! Kölns römisches Erbe in Gefahr

Menschen gehen am Römisch Germanischen Museum vorbei.

Copyright: Alexander Schwaiger

Das Römisch-Germanische Museum am Dom wird für 177 Millionen Euro saniert.

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Das Römisch-Germanische Museum soll über drei Jahre schließen. Kulturszene und Wissenschaft kritisieren das scharf.

Der Plan, das Ausweichquartier des Römisch-Germanischen Museums (RGM) aufzugeben, sorgt in Kölns Kulturszene für scharfe Kritik. Schließt die Ausstellung im Belgischen Haus Mitte 2027, stünde das Museum mehr als drei Jahre lang ohne festen Ausstellungsort da.

Ob die Stadt so wirklich 1,5 Millionen Euro einspart, ziehen Kritiker in Zweifel. Denn davon gingen die wegfallenden Eintrittsgelder ab. Dazu kämen Kosten für Räumung, Transport und Lagerung der Exponate. Und: Kölns römisches Erbe wäre jahrelang in keinem Museum mehr zu sehen.

Rat: Mehrheit für das RGM-Aus gilt als sicher

Wie berichtet, wollen Grüne, CDU und SPD das Belgische Haus voraussichtlich Ende 2027 aufgeben. Die Ersparnis: rund 500.000 Euro Miete pro Jahr. Bis das Stammhaus am Dom wieder öffnet – erwartet wird das für Ende 2030 –, könnten nur einzelne Stücke an wechselnden Orten gezeigt werden.

Die Sanierung am Dom kostet 177 Millionen Euro. Weil das Ausräumen voraussichtlich ein halbes Jahr dauert, wäre für die Ausstellung allerdings schon Mitte 2027 Schluss.

Der Vorschlag ist Teil der Änderungen am Doppelhaushalt der Stadt für 2027 und 2028. Im Finanzausschuss am Freitag war das geplante Ende des Interims kaum Thema – nur die AfD meldete sich dazu zu Wort. Mit den Stimmen von Grünen, CDU und SPD empfahl der Ausschuss dem Rat, den geänderten Entwurf anzunehmen.

Endgültig entschieden wird am 12. November. Die drei Fraktionen haben 58 der 90 Sitze – eine Mehrheit gilt damit als sicher.

„Kölsche“ Venus im Belgischen Haus

Copyright: Alexander Schwaiger

„Kölsche“ Venus im Belgischen Haus

Grünen-Fraktionschefin Christiane Martin führte am Donnerstag als Begründung unter anderem das geringe Interesse des Publikums an. Die Zahlen: 2023 kamen 49.227 Besucher, 2024 waren es noch 37.842, im vergangenen Jahr 35.319. Zum Vergleich: 2018, im letzten Jahr des Stammhauses am Dom, zählte das Museum 193.200 Gäste.

Laut Stadt zahlten von den Besuchern 2025 genau 16.511 Eintritt, 18.808 kamen umsonst rein. Eingenommen wurden 91.887 Euro. Von Januar bis September 2026 waren es 26.618 Besucher und 63.940 Euro. Wie sich die Gratis-Eintritte auf Schulklassen, den Köln-Tag und andere Angebote aufteilen, verrät die Stadt nicht. (red)