Hilferuf in Kölner Netz-Werk Simon (28) sucht seinen Vater: Er will ihm eines sagen

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Simon Batta (28) und seine Schwester (32) suchen seit Jahren vergeblich nach ihrer Herkunft.

Königswinter/Köln – Simon Batta ist 28 Jahre alt und Vater eines kleinen Sohnes. Mittlerweile weiß er selbst, wie sich die Vaterrolle anfühlt. Doch in seiner eigenen Jugend suchte er sie vergeblich.

Gemeinsam mit seiner vier Jahre älteren Schwester wuchs Simon in Königswinter auf. Als er neun Jahre alt war, trennten sich seine Eltern. Wobei eine Scheidung ohnehin für Kinder eine schwierige Zeit darstellt, kam für ihn schließlich der Schlag.

Auf der Suche nach seinem richtigen Vater

Der Mann seiner Mutter, den er all die Jahre für seinen Vater gehalten hatte, war nicht sein leiblicher Vater. Plötzlich wollte er nichts mehr mit Simon und seiner Schwester zu tun haben.

„Das war definitiv ein Schock”, erinnert sich Simon. Seine Schwester habe mittlerweile wieder etwas Kontakt zu dem Ex-Mann der Mutter. „Ich habe das aber für mich abgeschlossen”, erklärt er.

Seitdem fragen sich die Geschwister, wo sie herkommen. Beide sind Kinder unterschiedlicher anonymer Samenspender. Seit etwa acht Jahren versuchen sie bereits zu erfahren, wer diese Männer waren.

Anonyme Samenspende: Gericht entschied auf Herausgabe der Daten

Die Samenspenden erfolgten in der Essener Klinik Novum. Doch da es sich um anonyme Spenden handelte, konnte die Klinik keine Informationen herausgeben. Simon vermutet, dass es sich dabei jedoch um damalige Studenten aus dem näheren Umkreis handeln müsste.

Ein Gericht entschied schließlich, dass das Grundbedürfnis der Geschwister nach Kenntnis der eigenen Abstammung schwerwiegender sei als die Anonymität der Spender.

„Trotzdem konnte oder wollte die Klinik uns keine Unterlagen geben”, erinnert sich Simon. Nach mittlerweile 20 Jahren sollen die Daten bereits vernichtet worden sein, hatte die Klinik erklärt.

„Vor allem seit ich selbst Vater bin, möchte ich meine Herkunft an mein Kind weitergeben”, wünscht sich Simon.

Nachdem sie sogar bereits im Fernsehen nach ihren Erzeugern suchten, versuchten sie es jetzt auch bei Facebook und im Raum Köln.

Hilfreiche Hinweise blieben jedoch bisher immer aus. Trotzdem freue sich Simon über die Anteilnahme der Facebook-Community.

Simon aus Königswinter: Aufruf im Kölner Netz-Werk

Erwarten würde er nichts von seinem genetischen Vater. „Ich will nur sehen, wo ich herkomme”, erklärt er. Eine Vaterrolle brauche er nicht mehr. Dennoch interessiert es ihn, welche Eigenschaften sie gemeinsam haben.

Denn ein prägender Teil seines Lebens könne nicht von seiner Mutter kommen. „Ich hatte eine sehr rebellische Jugend und habe alles bis aufs Äußerste ausgereizt”, gesteht Simon.

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Doch gerade die Erfahrungen aus dieser Zeit kann er jetzt nutzen: In seinem gemeinnützigen Verein „Simon Batta – Jugendcoaching e.V.” hilft er als Trainer Jugendlichen, die auf einen falschen Weg geraten sind. „Durch meine eigene Biografie komme ich sehr gut an die Jugendlichen heran”, erklärt er.

Auf DNA-Plattform Halbbruder und Halbschwester gefunden

Gänzlich erfolglos war seine Suche jedoch nicht. Auf einer DNA-Plattform fand er seinen Halbbruder und seine Halbschwester. Sie haben sich auch bereits getroffen und konnten sogar optische Gemeinsamkeiten feststellen.

Eine Sache gibt es, die Simon seinem Erzeuger gerne sagen würde: „Danke, dass ich hier sein darf.”

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