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„Verarscht und belogen“Kölner Gastro-Betriebe in Sorge vor 2024 – Appell an Olaf Scholz ist deutlich

Eingang zum Lokal Bei Oma Kleinmann in Köln.

Kölner Gastronomiebetriebe befürchten die Erhöhung der Mehrwertsteuer auf 19 Prozent ab 2024. Die Folgen davon bekäme auch „Bei Oma Kleinmann” in Köln zu spüren.

Ab Januar 2024 könnte es zur deutlichen Erhöhung der Mehrwertsteuer auf Speisen kommen. Einigen Kölner Gastronomie-Betrieben macht das Angst. EXPRESS.de hat mit ihnen über die Zukunft gesprochen. 

von Antonia Raabe (ra)

Den Gastronomie-Betreiberinnen und -Betreiber sind in Sorge. Gerade haben sie die Auswirkungen von Corona-Pandemie, Krieg und Inflation einigermaßen überstanden, da schwebt schon ein neues Damoklesschwert über ihnen: die drohende Erhöhung der Mehrwertsteuer auf 19 Prozent.

Aktuell liegt der reduzierte Satz bei sieben Prozent, könnte jedoch am Ende des Jahres auslaufen. Ab Januar 2024 sähe es dann düster aus für die Gastro-Szene. Der Dehoga (Deutsche Hotel und Gaststättenverband) befürchtet, dass im Falle einer Erhöhung im kommenden Jahr 2000 bis 5000 Betriebe in NRW schließen müssten. 

Köln: Gastronomie-Betriebe fürchten sich vor dem neuen Jahr

Existenzängste habe Martin Schlüter vom Reissdorf am Hahnentor in Köln zwar keine, dennoch sehe er die aktuelle Entwicklung mit Besorgnis. „Sollte es so kommen, müssten wir leider die Preise für Speisen entsprechend erhöhen“, stellt er gegenüber EXPRESS.de fest.

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Um eine Preiserhöhung käme auch Chris Epting, Betreiber von Petersberger Hof und Berrenrather in Köln-Sülz, nicht herum.

Er erklärt: „Natürlich würde eine Mehrwertsteuererhöhung im Speisenbereich eine erneute Herausforderung darstellen. Die Einkaufspreise sind ja nicht nur für Lebensmittel, sondern auch für die Nebenkosten in der Gastronomie (z.B. Gas, Strom, Kohlensäure) in letzter Zeit schon erheblich gestiegen.“

Til Riekenbrauk vom Johann Schäfer Brauhaus in der Südstadt stellt indes klar: „Der Gastronom, der sich leisten kann, zwölf Prozent zusätzliche Kosten mit seinen Gewinnen auszugleichen, der muss erst noch erfunden werden.“

Dann lässt er die vergangenen Monate Revue passieren: „Das Problem ist, dass wir in kürzester Zeit der letzten Jahre schon viel zu oft die Preise erhöhen mussten, weil die Inflation gerade die für uns notwendigen Ressourcen sehr heftig getroffen hat.“

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„Wenn die Mehrwertsteuer wieder angehoben würde und die Mehrwertsteuer auf Getränke nicht gesenkt wird, wäre das für die gastronomischen Betriebe eine Katastrophe!“, konstatiert Mauren Wolf von Oma Kleinmann auf der Zülpicher Straße.

Weiter sagt sie: „Wir wären gar nicht in der Lage, dies abzufedern und müssten unsere Preise in jedem Fall erneut erhöhen, nachdem wir ja nun in der jüngeren Vergangenheit bereits mehrere Preiserhöhungen hatten, möchten wir dies unseren Gästen auf gar keinen Fall zumuten, aber es würde gar nicht anders gehen.“

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Ihr Statement ist deutlich. „Wir möchten weiterbestehen als ein Ort, der Geselligkeit, Gemeinschaft und Genuss bietet. Nicht nur für wohlhabende Menschen, sondern für alle Interessierten“, so Wolf. 

Gleiches betont auch Schlüter: „Wir möchten ausdrücklich nicht, dass ein Brauhaus-Besuch eines Tages nur noch für Top-Gehälter möglich ist. Auch unabhängig von unserem Lokal brauchen die Menschen im Veedel ihre Kneipe(n) mit bezahlbaren Preisen, denn Gastronomie ist ‚Lääve‘ und Kulturgut.“ Und damit spricht er wohl allen Gastro-Betreiberinnen und -Betreibern aus der Seele.

Kölner Gastro-Betrieben appellieren an Bundeskanzler Scholz

Nahezu einstimmig fordern sie, dass Bundeskanzler Olaf Scholz sein Wahlversprechen hält. „Er hat in seinem Wahlkampf eindeutig formuliert, dass die sieben Prozent für immer bleiben werden. Sollte das jetzt rückgängig gemacht werden, hat er unsere wunderschöne Branche verarscht und belogen“, so Riekenbrauk.

Auch Schlüter schließt sich an: „Wir hoffen sehr und inständig, dass die Mehrwertsteuer auf Speisen bei sieben Prozent bleibt und die Bundesregierung somit ihr Wahlversprechen einhält.“