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Rat entscheidet über GebührenKölner sollen bald mehr bezahlen

Die Menschen in Köln müssen sich auf höhere Abwasserkosten einstellen. (Archivbild)

Copyright: IMAGO/Rene Traut

Die Menschen in Köln müssen sich auf höhere Abwasserkosten einstellen. (Archivbild)

Die Abwassergebühren steigen 2027 erneut um rund 30 Euro pro Jahr.

Für eine Musterfamilie in Köln wird es 2027 um etwa 30 Euro teurer. Doch selbst diese Anhebung reicht nicht aus, um die wachsenden Ausgaben der Stadtentwässerungsbetriebe zu finanzieren.

Die Menschen in Köln müssen sich auf höhere Abwasserkosten einstellen, die für 2027 geplant sind. Eine Kalkulation der Stadtentwässerungsbetriebe (StEB) verdeutlicht die Auswirkungen für eine Familie mit vier Personen und eigenem Haus: Die jährliche Rechnung erhöht sich um 30,40 Euro. Damit werden insgesamt 563,10 Euro fällig. Die Zustimmung des Stadtrats zu dieser neuen Gebührenordnung ist für Donnerstag, den 8. Oktober, vorgesehen.

1,86 Euro statt 1,76 Euro ab 2027

Die Gebühr für Schmutzwasser klettert von 1,76 auf 1,86 Euro je Kubikmeter. Als Grundlage für die Berechnung dient der individuelle Frischwasserverbrauch. Für Regenwasser wird es ebenfalls teurer: Besitzer von Grundstücken müssen zukünftig 1,47 Euro für jeden Quadratmeter versiegelter Fläche entrichten, während es 2026 noch 1,39 Euro waren. Diese Mehrkosten können am Ende über die Nebenkostenabrechnung auch die Mieterinnen und Mieter belasten.

Das Rechenbeispiel der StEB basiert auf einem Schmutzwasseraufkommen von jährlich 200 Kubikmetern sowie einem Einfamilienhaus, das 130 Quadratmeter Fläche nutzt. Bislang belief sich die Rechnung hierfür auf 532,70 Euro pro Jahr. Durch die geplante Anhebung klettert die Summe auf 563,10 Euro.

Die Höhe der Gebühr für Regenwasser hängt von der Größe der befestigten Flächen rund um das Gebäude ab. Dazu zählen beispielsweise das Dach, der Hof oder auch Terrassen, von denen Niederschlag direkt ins Kanalsystem geleitet wird.

Die Berechnung der StEB macht klar, warum nicht nur für das verbrauchte Wasser, sondern ebenso für Regen gezahlt werden muss. Der Grund liegt im Kölner Kanalsystem: Es funktioniert zu 94 Prozent als sogenanntes Mischsystem. Das heißt, es gibt keine Trennung zwischen dem Abwasser aus den Gebäuden und dem Regen, der von versiegelten Flächen wie Straßen abfließt. Alles landet gemeinsam in den Kläranlagen. Wenn man von der gesamten Wassermenge das genutzte Frischwasser abzieht, ergibt sich ein Anteil von 32 Prozent reinem Regenwasser, das aufbereitet werden muss.

Erhöhung reicht bei Weitem nicht aus

Die StEB prognostizieren für das Jahr 2027 Gesamtausgaben in Höhe von 264,6 Millionen Euro. Das ist ein Anstieg von etwa vier Prozent im Vergleich zur Planung für 2026. Besonders die Personalkosten sollen zulegen, nämlich um 6,9 Prozent auf 64,8 Millionen Euro. Parallel dazu erwarten die Betriebe ein höheres Schmutzwasseraufkommen von 62,5 Millionen Kubikmetern, während der Plan für 2026 noch von 61,3 Millionen ausging.

Schon lange arbeiten die StEB nicht mehr kostendeckend, die Einnahmen reichen zur Deckung der Ausgaben nicht aus. Laut der Berechnung fehlt eine Summe von 21,42 Millionen Euro, um alle Kosten zu finanzieren. Dass die Gebühren nicht noch stärker ansteigen, ist eine bewusste Entscheidung der StEB. Sie verzichten auf mögliche Einnahmen, „mit Blick auf die weiteren Belastungen der privaten Haushalte durch allgemeine Preissteigerungen“. Für 2027 sollen die Gesamteinnahmen circa 91,9 Prozent der Ausgaben abdecken, im Vergleich zu 89 Prozent für 2026. Die StEB sind ein Unternehmen im Auftrag der Stadt Köln und erhalten daher auch finanzielle Mittel aus dem städtischen Budget.

Im NRW-Landesvergleich sind die Kölner Gebühren trotz der Anhebung noch moderat. Eine jährliche Analyse des Bundes der Steuerzahler zeigt die enorme Bandbreite bei den Kosten in verschiedenen Gemeinden. Diese reicht im aktuellen Jahr von 1,45 Euro je Kubikmeter für Schmutzwasser in Reken bis zu heftigen 7,79 Euro in Monschau. Ein vergleichbarer Haushalt mit vier Personen zahlt in Nordrhein-Westfalen durchschnittlich 880 Euro pro Jahr. Die Domstadt befindet sich also klar unter diesem Wert. (red)