Pferde im Rosenmontagszug Karnevalspräsidenten mit klarer Meinung

Mehrere Männer stehen an einem Hindernis, hinter ihnen eine Frau zu Pferd.

Am Wochenende (25./25. September 2022) fanden in Köln-Flittard die Kölner Stadtmeisterschaften im Reitsport statt. Von den Traditionskorps dabei: Stefan J. Kühnapfel (Jan von Werth, 4. v. l), rechts daneben Markus Simonian (Treuer Husar), Hans Kölschbach (Altstädter, 5. v. r.), rechts daneben Hans-Georg Haumann (Ehrengarde). 

Am Rande der Kölner Stadtmeisterschaften im Reitsport sind klare Worte gefallen, was Pferde im Rosenmontagszug betrifft.

Für viele Reitsportfreunde gilt es als Höhepunkt der Saison: Nach der zweijährigen Corona-Zwangspause fanden am Wochenende (24./25. September 2022) wieder die Kölner Stadtmeisterschaften mit 800 Teilnehmerinnen und Teilnehmern auf der Reitanlage des RV Bayer Leverkusen in Köln-Flittard statt.

Dabei das Reitturnier überhaupt finanziell machbar war, übernahmen erstmals das Festkomitee Kölner Karneval, alle Traditionskorps (Blaue Funken, Rote Funken, Prinzen-Garde, Ehrengarde, Altstädter, Nippeser Bürgerwehr, Bürgergarde blau-gold, Reiterkorps Jan von Werth und Treuer Husar) sowie die Columbina Colonia gemeinsam die Schirmherrschaft.

Kölner Stadtmeisterschaften: Klares Statement für den Pferdesport

„Mein Dank geht an alle Reitvereine und im Besonderen an das Festkomitee Kölner Karneval, sowie an die neun Traditionskorps und den Colombinen Colonia. Ohne ihre Unterstützung wäre die Umsetzung der 6. Auflage der Kölner Stadtmeisterschaft schwer geworden“, betonte Karl-Heinz Heckmann, der wegen gesundheitlichen Problemen am Sonntag nicht persönlich dabei sein konnte, EXPRESS.de am Telefon. Der Vorsitzende des Kreisverbandes der Pferdesportvereine hatte das Dressur- und Springturnier 2015 ins Leben gerufen. 

Mit der Schirmherrschaft setzten das Festkomitee und die Traditionskorps ein klares Statement für den Pferdesport und die Teilnahme von Pferden am Rosenmontagszug.

„Reiterei traditioneller Bestandteil des Kölner Rosenmontagszuges“

„Wir haben dieses Turnier vonseiten des Festkomitees unterstützt, weil die Reiterei ein traditioneller Bestandteil des Kölner Rosenmontagszuges ist. Wir investieren damit auch in eine perfekte Ausbildung unser Reiter“, betont Rosenmontagszugleiter Holger Kirsch. Ebenso sieht es Markus Simonian, Präsident des Treuen Husaren: „Mit der Unterstützung dieses Turniers, setzten wir ein klares Zeichen für Pferde im Sport und im Rosenmontagszug und das trotz aller Anfeindungen vonseiten der Tierschützer. Seit Jahren legen wir größten Wert auf Verbesserung und Sicherheit im Umgang mit den Tieren.“

Dieser Meinung ist auch der Präsident der Altstädter Hans Kölschbach: „Es ist wichtig, dass der Reitsport bestehen bleibt, egal ob im Turniersport oder im karnevalistischen Reitsport. Alle Vorgaben, ob von den Tierschützerinnen, Tierschützern oder den Veterinärinnen und Veterinären werden von den Gesellschaften beachtet beziehungsweise umgesetzt. Diese erfüllen wir gerne zum Wohle der Pferde, die für uns einfach zum Zug dazu gehören. Wenn die Einflüsse von außen, wie zum Beispiel Böller oder geworfene Flaschen für die Pferde zu stark werden, bekommen wir als Reiter ein Problem. Wir können nur an die Vernunft der Leute appellieren, den Pferden mehr Respekt gegenüber zu zeigen.“

Präsident der Ehrengarde: „Für uns gehören Pferde in den Zug“

Sowie bei den anderen Traditionskorps steht auch bei der Ehrengarde die Reiterei nicht nur im Karneval, sondern das ganze Jahr im Mittelpunkt. Hans-Georg Haumann, Präsident der Ehrengarde: „Für uns gehören Pferde in den Zug. Das ist gute alte Tradition. Wichtig ist natürlich, dass jede Gesellschaft die Disziplin hat, das ganze Jahr zu trainieren, denn es nutzt nichts, mit aller Gewalt ein Pferd mit einem Reiter, der es nicht kann, in den Zug zu bringen. Dennoch müssen wir uns im Klaren sein: Sollte in der Zukunft irgendetwas im Zusammenhang mit Pferden im Rosenmontagszug passieren, dass die Teilnahme der Pferde dann ganz schnell vorbei sein wird.“

Ein Reiter setzt über ein Hindernis.

Am Wochenende (25./25. September 2022) fanden in Köln-Flittard die Kölner Stadtmeisterschaften im Reitsport statt. Einer der 800 Teilnehmer war Matthias Odenthal – hier am Hindernis der Blauen Funken.

Ebenso wie seine Präsidenten-Kollegen sieht Haumann Aufklärungsarbeit bei den Jecken am Zugrand: „Es ist absolut wichtig, das sich die Zuschauer am Straßenrand den Pferden gegenüber richtig verhalten. Vielleicht würde da eine Kampagne mit grundsätzlichen Informationen zu diesem Thema helfen.“ Dass die Tierschützer ein wenig übers Ziel hinausschießen, sieht auch der Präsident des Reiter-Korps Jan von Werth, Stefan J. Kühnapfel. „Jan von Werth ist ursprünglich ein Reiter gewesen, daher sehen wir Pferde im Rosenmontagszug sehr traditionell. Wir bereiten uns und die Pferde extrem auf den Zug vor, daher sehen wir die Teilnahme am Rosenmontagszug als sehr sicher an und lassen uns nicht als Tierquäler abstempeln.“

Kölner Stadtmeisterinnen und Stadtmeister 2022 wurden in der Dressur Julia Mestrum, Marion Engels-Gersbeck und Katharina Freund. Bei der Mannschaft setzte sich das Team des RSG Mottenkaul durch. Beim Springen waren in den verschiedenen Klassen Hans-Herbert Steiger, Heike Savvidis und Nina Ranger siegreich. Mannschaftsmeister wurde das Team der RSG Köln.

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