Der globale „Panama Papers“-Skandal landet nun direkt in Köln. Ein 56-jähriger Schweizer muss sich verantworten. Ihm wird vorgeworfen, Reichen beim Betrügen des Finanzamts geholfen zu haben.
Panama-Skandal vor Kölner Gericht:13-Millionen-Betrug? Schweizer auf der Anklagebank!

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Angeklagt ist ein 56-jähriger Mann aus der Schweiz (Mitte).
In Köln wird jetzt ein neues Kapitel aufgeschlagen! Infolge des weltweiten Skandals um die „Panama Papers“ wurde am Landgericht das erste Verfahren in Deutschland eröffnet. Ein Schweizer (56), der angeblich auch in der Kölner Region tätig war, sitzt auf der Anklagebank.
Die Anklagebehörde beschuldigt ihn der Gründung einer kriminellen Organisation sowie der Beihilfe zum Steuerbetrug. Laut Informationen der dpa soll der Mann im Zeitraum von 2002 bis 2019 etlichen Personen dabei assistiert haben, Abgaben in Millionenhöhe zu umgehen.
Panama-Firmen als Tarnung für geheime Geschäfte
Der Anklageschrift zufolge gehörte der Mann zu einem Unternehmensverbund, der global sogenannte Offshore-Firmen in „Steueroasen“ wie Panama anbot. Der Trick dabei: Die tatsächlichen Eigentümer der Gesellschaften wurden geheim gehalten.
Diese Unternehmen betrieben laut Anklage kein reales Geschäft. Ihr Zweck war es fast nur, Finanzströme und Vermögenswerte zu verdecken. Auf diese Weise war es den wahren Profiteuren möglich, ihre Erträge vor den deutschen Steuerbehörden zu verstecken.
Der fiskalische Schaden, der in der Anklageschrift in Verbindung mit 50 Offshore-Firmen genannt wird, erreicht eine unglaubliche Höhe: circa 13 Millionen Euro.
2016: Wie die „Panama Papers“ die Welt erschütterten
Im Frühling 2016 kamen die „Panama Papers“ durch ein gewaltiges Datenleck an die Öffentlichkeit. Die „Süddeutsche Zeitung“ sowie ein globales Netzwerk von Journalisten (ICIJ) analysierten 11,5 Millionen Unterlagen und enthüllten die illegalen Praktiken.
Die Aufdeckungen zogen weltweit enorme Konsequenzen nach sich: Der isländische Premierminister trat zurück und in Pakistan wurde der Regierungschef abgesetzt. Das Journalisten-Netzwerk bekam für seine Nachforschungen 2017 sogar den angesehenen Pulitzer-Preis.
Auch hierzulande führten die Enthüllungen zu vielen fiskalischen Untersuchungen und brachten dem Staat zusätzliche Einnahmen in Millionenhöhe. Für das Verfahren in Köln sind vorerst sieben Verhandlungstage geplant. (red)
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