Streit um ZukunftKölner Museum hat neuen Eigentümer und plant große Veränderungen

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War ein Publikumsmagnet im sonst eher nicht so gut besuchten Odysseum: die Star-Wars-Ausstellung.

von Thomas Werner (tw)

Köln – Elf Jahre nach seiner Eröffnung hat das Abenteuermuseum für Kinder, das „Odysseum” in Köln-Kalk, seinen Besitzer gewechselt. Bis Dezember 2020 war die Stiftung Wissen der Sparkasse KölnBonn Eigentümer, jetzt gibt es Neuigkeiten zu verkünden.

  • Odysseum in Köln-Kalk in Händen neuer Eigentümer
  • SK Stiftung Kultur bleibt im Museum präsent
  • Neue Pläne für die Zeit nach Corona 

Wegen des Coronavirus ist auch das Odysseum in Kalk seit Monaten geschlossen. Aber auch ohne Gäste und mitten in der Pandemie wird im Hintergrund an der Zukunft des Kölner Museums gefeilt. Am Freitag (5. Februar) wurde in einem offiziellen Schreiben bekanntgegeben, dass das Odysseum fortan unter der Leitung von neuen Eigentümern steht.

Museum in Köln: Odysseum seit Jahresbeginn 2021 in neuen Händen

„Mit Beginn des Jahres 2021 hat die neu gegründete ODYSSEUM GbR das Odysseum in Köln-Kalk von der Stiftung Wissen der Sparkasse KölnBonn erworben”, heißt es in der Mittelung. Die SK Stiftung Wissen soll aber vor Ort mit „Museum mit der Maus“ weiterhin sehr präsent bleiben.

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Bei der ODYSSEUM GbR sind Andreas Waschk, dem Odysseum bereits seit 2004 in zentraler Position verbunden und Stéphan Uhoda, ein belgischer Unternehmer, die gleichberechtigten Partner und Gesellschafter. Sie sollen das Museum in die Zukunft führen.

Odysseum: Lange Diskussionen um die Zukunft des Museums

Um eben jene Zukunft des Museums, das vor allem als außerschulischer Lernort für Kinder gedacht ist, hatte es in den vergangenen Jahren häufig Diskussionen gegeben. Einst ein Geschenk der SK Stiftung Wissen, lief das Museum lange defizitär, die Stiftung beschäftigte sich schon länger mit einem Verkauf.

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Das Odysseum in Kalk, hier ein Foto aus dem Jahr 2018.

2019 forderte die SPD-Fraktion im Kölner Stadtrat, die Verwaltung müsse prüfen, wie zusammen mit der Stiftung und dem Betreiber „Explorado Operations GmbH“ ein zukunftsfähiges Modell für das Odysseum erarbeitet werden könne. Auch einen Ankauf des Grundstücks sollte die Stadt dem SPD-Antrag zufolge prüfen.

Odysseum in Köln-Kalk: Wie sieht die Zukunft aus?

Beides wurde von der Jamaika-Mehrheit (CDU, Grüne und FDP) im Stadtrat abgelehnt. „Wenn Sie Ihrer Frau oder Mutter etwas schenken, verlangen Sie dann auch Jahre später Geld dafür?“, fragte FDP-Fraktionsgeschäftsführer Uli Breite. Die Pflicht zu einer zukunftsfähigen Weiterentwicklung liege nicht bei der Stadt.

Daran wird nun gearbeitet. Eine „weitgehend und zeitgemäße Erneuerung” steht im Raum, auch unter dem Eindruck der Corona-Pandemie. „Es ist an der Zeit, Inhalte noch einmal unter ganz anderen Aspekten neu zu denken”, heißt es vom Museum. Deshalb entstehe in der oberen Etage ein Co-working space, auch Kinderbetreuung werde angeboten.

Im Odysseum in Köln steht Entdecken und Wissen im Vordergrund

„Das Odysseum bleibt ein Ort der hochwertigen und pädagogisch wertvollen Freizeitgestaltung für die ganze Familie. Die Erfahrungen des letzten Jahres haben uns allen außerdem gezeigt, wie wichtig die Unterstützung von Familien auch innerhalb des Berufsalltags ist,“ so Andreas Waschk.

„Neugieriges Entdecken und spielerische Wissensvermittlung”, solle jedoch weiter der Kernpunkt des Museums bleiben. Auch attraktive Neuheiten im Ausstellungsbereich seien in Vorbereitung. (tw)