Nach Razzia in Köln Mega-Anklage gegen bekannten Security-Boss (51) erhoben 

Beamte der Kölner Polizei bei einer Razzia

Die Polizei führte am 23. Februar 2021 eine große Razzia im Sicherheitsgewerbe durch. Das Symbolfoto entstand bei einer Kölner Razzia 2016. 

Auf das Landgericht Köln kommt ein Mammut-Prozess zu. Die Staatsanwaltschaft hat einen Security-Boss in rund 1600 Fällen angeklagt.

Köln. Bei einer Großrazzia im Sicherheitsgewerbe ging den Kölner Ermittlern im Februar 2021 auch ein mutmaßlich dicker Fisch ins Netz: Der Security-Boss (51), ein ehemaliger NFL-Star, wurde am Flughafen kurz vor seiner Ausreise aus Deutschland festgenommen. Jetzt ist gegen ihn Anklage erhoben worden.

Das bestätigt Landgerichtssprecher Jan Orth auf Nachfrage von EXPRESS.de. Demnach werden dem 51-jährigen Kölner insgesamt 1579 Fälle zwischen März 2016 und März 2021 vorgeworfen. Es geht um Vorenthalten von Sozialversicherungsbeträge, Untreue, Steuerhinterziehung sowie Insolvenzvergehen mit einem Gesamtschaden von mehr als 20 Millionen Euro.

Anklage gegen Kölner Security-Boss: Ermittlungsakten füllen Schrankwand

Die Ermittlungsakten haben solch einen Umfang, dass sie in einem Wohnzimmer eine ganze Schrankwand füllen würden. Die Ankläger gehen davon aus, dass der Angeschuldigte an mindestens sechs Firmen im Sicherheitsgewerbe beteiligt gewesen ist. Dabei soll er alleine 12 Millionen Euro unberechtigt von den Geschäftskonten abgehoben haben, um seinen Lebensstil zu finanzieren.

Der 51-Jährige soll bei den Firmen entweder selbst Geschäftsführer gewesen sein oder er soll die Geschäfte über Strohmänner geführt haben. Er soll auch Familienmitglieder eingesetzt haben.

Angeschuldigter soll aus Firmen systematisch Kapital abgeführt haben

Laut Anklage lief auch erstmal alles ordnungsgemäß ab. Doch dann soll der Security-Boss aus Köln systematisch Kapital abgeführt haben. Damit die hohen Bargeldabhebungen nicht auffielen, soll er das unter anderem mit fingierten Lohnzahlungen verschleiert haben. Ebenso mit Scheinrechnungen, die sich seine Firmen, meist aus dem Sicherheitsbereich, gegenseitig geschrieben haben sollen. 

Darüber hinaus soll der Angeschuldigte einen sozialversicherungsrechtlichen Gesamtschaden von rund 4,3 Millionen Euro und einen Steuerschaden von rund 4,4 Millionen Euro angerichtet haben. Wann er sich dafür vor dem Kölner Landgericht verantworten muss, steht noch nicht fest. (iri)

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