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Nach fast 20 Stunden in der SchlangeKölnerin (41) erlebt Wartedrama vor Swatch-Store

Melanie und ihre Schwester sitzen in Jacken und Decken verpackt auf Stühlen in einer Reihe von Menschen.

Copyright: Melanie Kilbinger

Die Kölnerin Melanie Kilbinger und ihre Schwester Sabrina (l.) reihten sich am Freitag (15. Mai) in die Schlange vor dem Swatch-Store in Köln ein und verbrachten dort auch die Nacht. 

Aktualisiert:

Stundenlanges Warten für ein begehrtes Sammlerstück: Die Kölnerin Melanie Kilbinger stand mit in der Schlange vor dem Swatch-Store – jetzt erzählt sie, wie es ihr und ihrer Schwester erging. Und von Todesangst. 

Der Mega-Hype um die „Royal Pop“ von Swatch und Audemars Piguet: Auch in Köln herrschte vor dem Swatch-Store auf der Schildergasse Ausnahmezustand. Hunderte Fans standen Schlange, viele hatten bereits die Nacht vor der Ladentür campiert, um eine der begehrten Uhren zu ergattern.

Auch die Kölnerin Melanie Kilbinger (41). Gemeinsam mit ihrer Schwester Sabrina (38) harrte sie ab Freitagnachmittag fast 20 Stunden aus. Alles sei friedlich gewesen – doch kurz vor Verkaufsstart am Samstag um 10 Uhr sei die „Situation tumultartig eskaliert“. 

„Royal Pop“-Hype in Köln: Melanie wollte Uhr für ihren Freund

„Ich wusste nicht, worauf ich mich einlasse. Aber ich wollte meinem Freund, der Uhren verrückt ist, eine Freude machen“, erzählt Melanie Kilbinger am Sonntag (17. Mai) gegenüber EXPRESS.de. Ihr Freund, der auf Mallorca lebt, habe sie gefragt, ob sie wegen der „Royal Pop“ am Samstag mal so gegen 9 Uhr zum Swatch-Store gehen könne...

„Dann haben wir von dem ganzen Hype erfahren. Unser Plan war daher, bereits am Freitag gegen 19 Uhr hinzugehen. Wir waren dann aber schon gegen 16.30 Uhr da“, schildert sie. „Da war die Schlange zum Glück noch nicht so lang, circa 40 Personen waren vor uns.“ Sabrina sei ihr zuliebe mitgegangen, beide ausgerüstet mit Campingstühlen, Decken und Proviant. Sogar Wärmflaschen, die über die Powerbank beheizt werden können, hatten die Schwestern dabei. 

Beide waren bester Dinge und rechneten sich gute Chancen aus, eine der begehrten Taschenuhren zu ergattern. Doch dann wurde die Schlange immer länger. „250 bis 300 Leute, vielleicht auch mehr“, schätzt Melanie Kilbinger. Alle seien aber sehr nett gewesen. Mit einigen hätten sie und ihre Schwester sogar Karten gespielt und jeder hätte auf den anderen aufgepasst, wenn einer mal eingeschlafen sei. Die Kölnerin: „Wir hatten am Anfang Respekt vor der Sache, aber es war richtig schön.“ 

Die Nacht über seien auch zwei, drei Security-Mitarbeiter vor Ort gewesen. „Die ganze Zeit verlief es friedlich und ruhig. Die Menschen haben geduldig gewartet und allen war bewusst, dass es nur eine begrenzte Anzahl von Uhren geben würde“, so Melanie Kilbinger. 

Menschen sitzen in einer Schlange in der Fußgängerzone.

Copyright: Melanie Kilbinger

Schon am Freitag (15. Mai) bildete sich vor dem Swatch-Store in Köln, wo am Samstag (16.) um 10 Uhr der Verkauf der gehypten "Royal Pop" startete, eine lange Schlange.

Doch als schließlich der Verkauf begann, sei „die Menschenmenge unkontrolliert zusammengedrückt worden“, schildert die Kölnerin. „Das war richtig gefährlich. Meine Schwester und ich wurden massiv eingequetscht. Ich hatte akute Luftnot und echte Todesangst.“ 

Weil Leute von hinten angerannt kamen und nach vorn drängten, ging die 41-Jährige – obwohl sie fair und an aussichtsreicher Position in der Schlange gewartet hatte – zudem auch noch leer aus, bekam keines der begehrten Uhren-Sammlerstücke ab. Wie viele andere auch.

Bunte Uhren werden in einem Karton ausgestellt.

Copyright: AFP

Um die Taschenuhr „Royal Pop“ von Audemars Piguet und Swatch ist ein Hype entstanden.

„Wären Marken oder Nummern an die Wartenden verteilt worden, wäre die Situation nicht so eskaliert“, meint die Kölnerin. Inzwischen gehe es ihr auch gar nicht mehr um die Uhr, sondern darum, dass so etwas nicht noch einmal passiert. EXPRESS.de hat Swatch um Stellungnahme gebeten, eine Antwort steht noch aus.

Habt ihr auch vor dem Kölner Swatch-Store ausgeharrt? Habt ihr eine der Uhren bekommen? Meldet euch bei uns!

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Ein Swatch-Laden von außen.

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Ausnahmezustand auch in Köln – Fans campierten vor Laden