Nach Schock-Erlebnis Kölner Moderator setzt sich für Senioren aus dem Veedel ein

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Sascha Heyna setzt sich für Senioren ein und hat 2013 einen Pflegedienst gegründet.

Köln – Es ist ein Thema, das niemand gerne ansprechen möchte, aber vermutlich jeder irgendwann mal in Anspruch nehmen muss: Altenpflege. 

Sascha Heyna (44) ist QVC-Moderator, Schlagersänger und ein absoluter Gute-Laune-Mensch. Doch vor ein paar Jahren stand er vor einer völlig neuen Aufgabe, bei der er plötzlich komplett hilflos war.

Sascha Heyna gründet 2013 Altenpflegedienst „Veedelspflege“

„Ich kannte meine Oma immer als total starke Frau und dann hatte sie plötzlich einen Schlaganfall. Sie war nicht mehr in der Lage, zu Hause alleine zu wohnen. Es gab keinen Pflegedienst dort, der die Versorgung hätte übernehmen können. Deswegen musste meine Oma ins Heim und ist daran zugrunde gegangen. Das war für sie das Schlimmste, auf einmal im Heim zu sein und zu Hause nicht mehr selbstständig leben zu können“, so der Kölner im Gespräch mit EXPRESS.

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Zusammen mit Markus Adams (42) gründete er dann 2013 die „Veedelspflege“ – ein Pflegedienst mit dem Schwerpunkt Seniorenbetreuung.

Aber Moment mal, Heyna hat doch gar nichts mit der Altenpflege zutun. „Ich habe bisher ja beim Fernsehen und als Unterhaltungsmensch gearbeitet. Aber da habe ich ja auch sehr viel mit älteren Leuten zu tun. Ich halte es für ein ganz großes Problem, dass wir in der Gesellschaft jung, hip, stylisch und cool sein wollen. Ich finde es wichtig, sich laut dazu zu äußern, dass die alten Leute nicht vergessen werden dürfen. Wir wollen mit unserer Firma dem ein Stückchen entgegenwirken“, sagt er.

„Veedelspflege“ setzt vor allem auf Seniorenbetreuung

Und warum ist die Betreuung der Senioren so wichtig? Markus Adams: „Ich finde immer: Muss die Oma jeden Tag gewaschen werden oder ist es cooler, wenn viermal die Woche jemand vorbeikommt und mit ihr spazieren geht? Warum holt man die Leute nicht aus der Isolation? Sie sind weniger krank und haben ein viel besseres Wohlbefinden.“

Das sieht man zum Beispiel auch an der 86-jährigen Josefine Fickert. Sie ist Diabetikerin, wird jeden Tag medikamentös versorgt und bekommt viermal in der Woche Besuch von „Veedelspflege“-Betreuungskraft Angelika Weber (62). 

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Josefine Fickert kann Dank der „Veedelspflege“ noch in ihrer eigenen Wohnung wohnen.

„Wir verstehen uns blendend“, so Weber. „Ich helfe ihr beim Putzen und im Haushalt, aber wir sind auch schon spontan Schuhe kaufen gegangen.“

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Josefine Fickert (links) und Angelika Weber trinken oft zusammen Kaffee.

Josefine Fickert kann dank „Veedelspflege“ noch in ihrer Wohnung wohnen

Seit 1957 wohnt die Senioren in ihrer Wohnung in der Nähe vom Neumarkt. Durch die „Veedelspflege“ kann die 86-Jährige immer noch in ihrer gewohnten Umgebung wohnen – das gibt ihr Sicherheit.

„Es kommt jeden Tag jemand, der mich spritzt. Das ist ja das mit dem Zucker... Da brauche ich keine Angst mehr zu haben. Ich bin ja auch schon mal weg gewesen, weil der Zucker zu hoch war. Da weiß ich jetzt, dass ich versorgt bin“, sagt die 86-Jährige.

Pflegedienst für Senioren in Köln: Immer mehr sterben aus

Leider ist diese intensive Betreuung nicht selbstverständlich. Denn immer mehr (vor allem kleine) Pflegedienste sterben aus. Markus Adams hat eine Erklärung dafür: „Weil die sich nur auf die Pflege konzentrieren. Es gibt aber keine Pflegefachkräfte mehr. Viele wollen das einfach nicht mehr wegen der Bezahlung. Viele wollen sich den Stress nicht mehr machen und durch Köln fahren. Das ist auch eine Herausforderung. Auch wir haben Probleme, Mitarbeiter aus dem Pflegebereich zu finden. Deswegen haben wir auch nur so ein kleines Team und haben uns auf die Betreuung spezialisiert.“

Doch nicht nur für die Senioren ist die Betreuung so wichtig. Auch die „Veedelspflege“-Mitarbeiter profitieren von der Arbeit und bekommen so viel zurück, wie Angelika Weber betont: „Ich komme gerne hier hin. Es ist immer schön. Am Anfang kam es mir so vor, als wäre sie meine Oma. Sie hat mich sehr an sie erinnert. Ich finde es schön, wenn man alten Menschen helfen kann.“

Und vor allem, wenn das doch auf Gegenseitigkeit beruht ...

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