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Interview

Kölscher Kino-Star„Beim EXPRESS durfte ich Poldi interviewen“

14.07.2026, Köln: Interview (SoEx-Talk) mit Max von der Groeben. Foto: Arton Krasniqi

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14.07.2026, Köln: Interview (SoEx-Talk) mit Max von der Groeben. Foto: Arton Krasniqi

Max von der Groeben ist Kölner und Schauspieler aus Leidenschaft. Hier spricht er  über seinen neuen Film, seine Zeit beim EXPRESS und Köln-Gefühle.

Was für eine berührende Geschichte! Welch wunderbares Ensemble! Und was für eine schöne Rolle für Max von der Groeben (34) im Film „Das gewisse Etwas“, der seit einigen Tagen in den Kinos zu sehen ist. Der Kölner, der sich als „Danger“ in den „Fack ju Göthe“-Streifen ganz nach vorn gespielt hat, ist hier der junge Alex.

Alex  muss einen Mann mit Beeinträchtigung spielen, um so eine Gruppe junger Erwachsener mit Beeinträchtigung zu täuschen – und diese Gruppe wird selbst von Menschen mit Beeinträchtigung gespielt. Es ist ein besonderer Höhepunkt in seinem Schauspieler-Leben, das er mit zwölf Jahren startete.

Max von der Groeben über einen ganz besonderen Dreh

Das Besondere am Film „Das gewisse Etwas“ ist, dass Sie mit Menschen mit Beeinträchtigung vor der Kamera standen. Wie war das für Sie am Set?

Max von der Groeben: Es war der bisher emotionalste Dreh meines Lebens. Die beeinträchtigten Kolleginnen und Kollegen äußerten ihre Emotionen gerne mal ganz direkt und unverstellt. So wurde sich wahnsinnig oft umarmt, viel gelacht, aber auch geweint. Wenn wir eine Szene wiederholen mussten, wurde der Ärger über diese Wiederholung oft ziemlich lautstark und temperamentvoll nach außen getragen. Dafür war die Freude über eine Szene, die fertig im Kasten war, überschwänglich groß. Und als dann die letzte Klappe gefallen war, flossen viele Tränen. Dafür haben wir es bei der Abschiedsfeier ordentlich krachen lassen.

Waren es Laien oder hatten sie Schauspielkurse hinter sich?

Max von der Groeben: Einige von ihnen standen zum ersten Mal vor einer Kamera, andere hatten schon auf einer Bühne gestanden oder in Filmen mitgewirkt, und von denen hatten einige schon zusammengespielt und kannten sich gut.

Es geht im Film um Inklusion, also das Zusammenleben von Beeinträchtigten mit Nicht-Beeinträchtigten. Das Thema ist für Sie nicht neu, Sie hatten 2011 Ihre erste große Hauptrolle im Film „Inklusion – gemeinsam anders“. War die Arbeit vergleichbar?

Max von der Groeben: Das Ziel war ähnlich, die Arbeit eher nicht. Denn damals waren alle Rollen mit nicht beeinträchtigten Schauspielern besetzt, wie mit mir unter anderem. Ich denke, dass man den Film heute anders besetzen würde – wie jetzt bei „Das gewisse Etwas“ mit einem inklusiven Cast.

Viele junge Schauspieler stehen vor einer Wand

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Der bunte Cast des Films „Das gewisse Etwas“ (läuft seit 27. August 2026 im Kino) bei der Premiere in München.

Für „Inklusion“ überreichte Ihnen 2013 Hape Kerkeling die „Goldene Kamera“ in der Kategorie „bester Nachwuchsschauspieler“. Im selben Jahr drehten Sie „Fack ju Göthe“, den absoluten Kinoerfolg. Trotzdem haben Sie danach noch eine Schauspielschule besucht. Warum das – Sie verstanden doch Ihr Handwerk und waren erfolgreich?

Max von der Groeben: Stimmt, ich hatte bis dahin schon relativ viel gedreht. Die Schauspielschule war trotzdem keine verlorene Zeit. Im Gegenteil, es war eine der besten Entscheidungen meines beruflichen Lebens. Ich habe vieles gelernt, von dem ich bis dahin keine Ahnung hatte. Ich werde oft gefragt und empfehle jedem, der Schauspieler werden will: Egal, was du schon gemacht hast, bewirb dich an einer staatlichen Schauspielschule.

Nervt es Sie, wenn Sie auf der Straße immer noch auf „Fack ju Göthe“ angesprochen und „Danger“ genannt werden?

Max von der Groeben: Im Gegenteil, es löst immer noch große Freude in mir aus. Aber es erstaunt mich schon, wer diese „Fack ju Göthe“-Filme alles kennt. Ich werde von Kindern angesprochen, die noch nicht geboren waren, als der erste Film rauskam und natürlich auch von den Eltern. Man merkt, dass der Film rauf und runter wiederholt und geguckt wird.

Wir haben Sie seitdem in vielen schönen Filmen erlebt – wäre eine Rolle am Theater nicht auch mal was für Sie?

Max von der Groeben: Ich habe da große Lust drauf und wäre beinahe auch an eine sehr renommierte Bühne gegangen – leider stimmten die Vorstellungen des Theaters nicht mit meinen überein. Denn ich kann nicht über längere Zeit jeden Abend auf einer Bühne stehen, dazu ist mir das, was ich mir im Filmgeschäft aufgebaut habe, zu wertvoll.

Gibt es trotzdem ein Stück, für das Sie auf vieles andere verzichten würden?

Max von der Groeben: Auch wenn es abgedroschen klingt – aber für mich ist Shakespeare das Nonplusultra, sein „Hamlet“ ist das Stück der Stücke. Vielleicht kommt das noch - schaun mer mal …

Horst Stellmacher von EXPRESS mit Max von der Groeben am 14. Juli 2026 in Köln

Copyright: Arton Krasniqi

EXPRESS-Reporter Horst Stellmacher im Gespräch mit Max von der Groeben im Juli 2026 in Köln.

Mal ein kleiner Rückblick: Wann stand für Sie fest, dass Sie mal Schauspieler werden?

Max von der Groeben: Dieser Wunsch war früh da. Ich habe schon als kleiner Junge in einem Krippenspiel als Josef mit Wattebart auf der Bühne gestanden, dann beim Schultheater mitgemacht, mit elf die ersten Hörspiele beim WDR gesprochen. Mit zwölf habe ich zum ersten Mal vor der Kamera gestanden, erst in „Kings of Comedy“, dann als Bernd-Stelter-Sohn Max in einer Staffel von „Bernds Hexe“.

Was hat Sie damals angetrieben?

Max von der Groeben: Als Kind fand ich das alles toll und habe schon mal gedacht: ‚Super, jetzt werde ich Schauspiel-Superstar‘. Die Zweifel kamen nach dem Abi. Ich fragte mich: Will ich das wirklich mein Leben lang machen? Einen Beruf ergreifen, der nicht nur Höhen, sondern auch diese Tiefen hat, vor denen mich meine Eltern immer gewarnt haben? Die Antwort war dann klar: Ja, ich wollte!

Im Gegensatz zu vielen anderen vermitteln Sie den Eindruck, dass Sie bodenständig geblieben sind …

Max von der Groeben: Das Bodenständige und das nicht aus allem ein großes Buhei zu machen, habe ich von meinen Eltern mitbekommen, die haben mir das vorgelebt. Ich weiß, dass Karriere ein Marathon und kein Sprint ist. Deshalb überlege ich mir immer genau, welche Rolle ich spielen will und welches Projekt ich lieber mal auslasse. Ich sage mir: Immer auf dem Teppich bleiben – aber am besten auf einem roten (lacht).

In Ihrer Zukunftsplanung spielte auch der EXPRESS eine Rolle. Erzählen Sie mal, was da war!

Max von der Groeben: Nach dem Abi und den ersten Filmen habe ich – um Zeit zu überbrücken – ein Praktikum in der Sportredaktion des EXPRESS angefangen. Ich wollte damit die Voraussetzungen für einen Plan B schaffen. Allerdings war es von vornherein eine Alibi-Alternative. Das Praktikum lief zwar gut, aber die Schauspielschule war mir mehr wert.

Wie lange waren Sie dabei?

Max von der Groeben: Das Praktikum war auf vier Wochen angelegt, es wurden nur drei, weil ich wieder drehen musste. Aber es war eine super Zeit. Highlight war, als ich während eines Trainings-Besuches Poldi interviewen konnte. Damals wie heute ein super Typ!

Die RTL-Moderatorin Ulrike von der Groeben und ihr Mann Alexander kommen mit den Kindern Max und Karolin am Mittwoch 2007 zur Köln-Premiere der Show "Afrika! Afrika!"

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Da war er noch klein: Max mit seiner Schwester Carolin, seinem Vater Alexander und Mama Ulrike im Jahr 2007.

Frage an den Beinahe-Sportreporter: Wie stehen Sie zum 1. FC Köln?

Max von der Groeben: Der FC ist mein Verein! Ich bin in der Nähe des Stadions aufgewachsen, und als echter Kölner kommt man am FC nicht vorbei. Wenn ich Zeit habe, bin ich im Stadion. Jetzt bin ich sehr gespannt, was die neuen Leute, die für die neue Saison angekündigt sind, bringen. Bisher bin ich da aber frohen Mutes.

Der Poldi von einst wird in den Herzen der Kölner immer mehr von Said El Mala abgelöst …

Max von der Groeben: Das verstehe ich gut. Rückschauend kann ich übrigens sagen, dass Said El Mala nichts Besseres passieren konnte, als bei der WM nicht dabei zu sein – wenn ich die Entscheidung von Julian Nagelsmann auch nicht verstanden habe. Ich bin wirklich gespannt, was aus ihm noch wird.

Sie sind von München hierher zurückgekommen. Was zieht die Leute, die weggehen, eigentlich immer wieder zurück nach Köln?

Max von der Groeben: Es ist das Besondere an dieser Stadt, die Menschen, das Lebensgefühl und die Lebensphilosophie, die jedem Kölner von klein auf injiziert werden und das du aus ihnen nicht mehr rausbekommst. Du kriegst das Kölsche schon im Kindergarten und der Schule mit: Du singst auf Kölsch über deine Stadt, deine Freunde, die Liebe – und das in deiner eigenen Sprache. Das schafft eine Verbundenheit. Hier wird dir von Anfang an vorgelebt, dass jeder Jeck anders ist. Und dann kommt die Liebe zum Fußballverein, dem Effzeh, aber auch zu den Eishockey-Haien.

Welcher kölsche Song berührt Sie am meisten?

Max von der Groeben: Mein mit Abstand absolutes Lieblingslied ist „In unserem Veedel“. Es sind genau die Worte, die das Lebensgefühl der Kölner nach außen tragen. Das kann ich immer und überall hören. „In unserem Veedel“ geht mir immer und überall direkt ins Herz!

Max von der Groeben: Erster TV-Auftritt in „Kings of Comedy“

Maximilian Alexander „Max“ Graf von der Groeben (geboren am 15. Januar 1992 in Köln) entstammt einem Adelsgeschlecht, sein Vater ist der Sportjournalist Alexander von der Groeben (70), seine Mutter die Sportnachrichtenmoderatorin Ulrike von der Groeben (69). Seine Schwester ist die Schauspielerin, Synchron- und Hörspielsprecherin Carolin von der Groeben (31).

2004 absolvierte Max seinen ersten TV-Auftritt bei „Kings of Comedy“. Von 2004 bis 2005 war er in der TV-Serie „Bernds Hexe (als Sohn von Bernd Stelter) zu sehen. Weitere Rollen u. a. in „Danni Lowinski“ und „Soko Köln“. 2011 dann die Hauptrolle im Film „Inklusion – gemeinsam anders“ („Goldene Kamera“). 2013 spielte er „Danger“ in „Fack ju Göhte“ (später auch in den Fortsetzungen). Viele weitere Kino- und TV-Rollen. 2020: „Lindenberg! Mach dein Ding“. Er lebt in Köln.

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