„Letzte-Generation“-Protest in Köln Mit KVB-Hilfe: So löst die Polizei das Klimakleber-Problem

Letzte Generation: Protestler Lothar Kittstein wird vom Asphalt gelöst.

Protest der Letzten Generation: Lothar Kittstein lässt sich von den Beamten der Berufsfeuerwehr mit Aceton vom Asphalt lösen.

Protestaktion der „Letzten Generation“: Wieder klebten sich Menschen an der Straße fest, diesmal in Köln. EXPRESS.de war vor Ort und erklärt: So lösen Polizei und Feuerwehr das Problem. 

Schon wenige Minuten, nachdem die Klimaaktivistinnen und -aktivisten der „Letzten Generation“ die Innere Kanalstraße blockiert hatten, waren die Einsatzkräfte der Polizei vor Ort. Sofort klebten sich die fünf Frauen und zwei Männer mit Sekundenkleber an der Straße fest.

Aber wie lösten die Einsatzkräfte die Umweltschützerinnen und Umweltschützer von der Straße? Zwei Frauen hatten sich nicht festgeklebt, sie wollten Raum für eine Spur für Einsatzkräfte lassen. Durch den als Rettungsgasse geplanten Platz ließ die Polizei dann langsam den Verkehr abfließen.

KVB-Mitarbeiter rückt mit drei Sprühflaschen mit Lösungsmitteln an

Dann rückte ein Mitarbeiter der KVB heran, er hatte drei Flaschen mit einem chemisch riechenden Gemisch dabei, mit dem er anfing, die Hände vom Asphalt zu lösen. Dass die Kölner Verkehrs-Betriebe bei so etwas involviert waren, wunderte die Aktivisten-Gruppe.

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Doch für die Polizei ist das ein normaler Vorgang. „Es gibt da eine Absprache. Die KVB hat, genau wie die Feuerwehr, bestimmte Lösungsmittel. Zum Glück war der Kleber noch nicht so fest, dass wir drei Aktivistinnen schnell von der Straße holen konnten“, sagte Polizeisprecher Sven Möllers zu EXPRESS.de.

Aber bei den zwei Männern dauerte es länger, weil sie sich doch ziemlich großflächig verklebt hatten. Für sie musste ein Einsatzwagen der Feuerwehr anrücken. „Glauben Sie mir, es macht mir auch keinen Spaß, dass sie jetzt unseretwegen hier herauskommen müssen“, sagte Aktivist Lothar Kittstein (52), der auch nach einer knappen Stunde noch auf der Fahrbahn klebte, zu den Männern von der Berufsfeuerwehr.

Der in Trier geborene promovierte Historiker und Theaterdramaturg lebt mit seiner Frau und vier Kindern im Rheinland. „Ich müsste mich eigentlich um sie kümmern und dringend arbeiten. Aber ich stehe hier, weil die Politik nichts tut“, erklärte er, immer noch auf der Straße.

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Die Feuerwehr zückte eine Dose Aceton. Das Mittel darf bei Frauen nicht eingesetzt werden, weil es abtreibend wirken kann, erzählt ein Aktivist. Bei Kittstein und seinem Mitstreiter aber wenden es die Einsatzkräfte an, tragen sie von der Straße und geben den Verkehr gegen 9 Uhr wieder frei.

Als die zwei Männer gelöst wurden, witzelte ein Polizist: „Ein Gutes hat das ja: Ihr klebt fest, sonst laufen immer alle vor uns weg.“ Da mussten alle lachen.

Am Wegrand schaut Antonia (20) aus Kleve auf ihre Hände. „Ich versuche gerade, die Finger wieder voneinander zu lösen“, erklärte sie. Speiseöl soll helfen, wird geraten. Alle Aktivistinnen und Aktivisten erhalten eine Platzsperre und bekommen eine Strafanzeige wegen Nötigung. Ob sie das von weiteren Protesten abhält? Fraglich.

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