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Kölner SeeleStadtmuseum soll zurück ins Zeughaus

Die rot-weißen Fensterläden am Zeughaus, in der Fachsprache Schlagläden genannt, wurden abgenommen, weil sie marode sind.

Copyright: Alexander Schwaiger

Die rot-weißen Fensterläden am Zeughaus, in der Fachsprache Schlagläden genannt, wurden abgenommen, weil sie marode sind.

Aktualisiert

Seit 2017 ist das Kölnische Stadtmuseum bereits geschlossen. Die Rufe nach einer Rückkehr ins Zeughaus werden lauter.

Ein Abend, ein klares Ziel: Für das Kölner Stadtmuseum gibt es nur einen Ort – das Zeughaus!

Die Pforten des geschichtsträchtigen Gebäudes sind wegen eines Wasserschadens seit 2017 verschlossen. Nahezu 60 Jahre lang pulsierte hier das Herz der Kölner Stadtgeschichte. Aktuell fristet eine kleine Auswahl der Exponate auf mickrigen 700 Quadratmetern im früheren Modehaus Sauer ein Dasein – ein Provisorium, das viele Kölnerinnen und Kölner nicht länger hinnehmen wollen.

Die Geldfrage ist die größte Hürde

Beim altehrwürdigen „Zeughaus-Dinner“ wurde deshalb von den „Freunden des Kölnischen Stadtmuseums“ ordentlich Druck gemacht. Zum ersten Mal seit 2018 konnte die Zusammenkunft, ehemals als „Herrenessen“ bekannt, wieder an ihrem ursprünglichen Platz stattfinden.

Die rund 120 Anwesenden aus Politik, Kultur und Wirtschaft lauschten dem bewegenden Aufruf des Vereinsvorsitzenden Konrad Adenauer: „Eine Stadt wie Köln kann es sich nicht leisten, den Ort ihrer Geschichtserzählung sich selbst zu überlassen.“

Adenauer betonte mit Nachdruck: „Auf 700 Quadratmetern lässt sich keine Geschichte erzählen, erst recht nicht die Geschichte der Stadt Köln.“ Der Verein präsentierte auch einen Vorschlag, wie die Instandsetzung finanziert werden soll: eine Kombination aus professionellem Projektmanagement aus der Privatwirtschaft, geschickter Spendensammlung, der Akquise von Fördermitteln, städtischer Beteiligung und einem breiten Engagement der Bürger.

Allerdings ist genau die Finanzierung der heikle Punkt. Torsten Burmester, welcher die Besorgnis über den Zustand des Zeughauses nachvollziehen kann, dämpfte die Erwartungen. Aufgrund der schwierigen Haushaltssituation sei es ihm nicht möglich, ein festes Versprechen abzugeben. Das sei jedoch keine endgültige Abfuhr. Als Vorbild nannte er das Berliner Stadtschloss, ein Projekt, das als „Gemeinschaftswerk“ durch das Zusammenspiel von Staat, privaten Geldgebern und bürgerschaftlichem Einsatz realisiert wurde.

Das Zeughaus ist seit 2017 geschlossen.

Copyright: Arton Krasniqi

Das Zeughaus ist seit 2017 geschlossen.

Neun mutige Konzepte von Architektur-Studierenden der TH Köln gaben einen Einblick, wie eine mögliche Zukunft aussehen kann. Die Studierenden hatten unter der Leitung von Professor Thorsten Burgmer im Zuge ihrer Bachelorarbeiten 2025 Zukunftsvisionen für das Gelände entworfen. Dazu zählte auch der Vorschlag, den aktuellen Parkplatz an der Römermauer zu überbauen. Aspekte wie Kosten, Denkmalschutzvorgaben oder statische Herausforderungen wurden dabei bewusst ausgeklammert.

Frische Visionen und ein Funken Hoffnung

Dann folgte die große Überraschung des Abends: Das Zeughaus ist keineswegs vollständig unbenutzbar! Wie Museumsdirektor Matthias Hamann enthüllte, existiert die Betriebsgenehmigung weiterhin. Er gab bekannt, dass der Bau im Jahr 2027 der Mittelpunkt des Festivals „Internationale Photoszene Köln“ sein wird. Ein Jahr später, 2028, ist dort eine Ausstellung zum Jubiläum der berühmten Presse-Schau „Pressa“ aus dem Jahr 1928 geplant.

Eine symbolträchtige Aktion belebte eine alte Tradition wieder, in Anlehnung an den „Kölsche Boor en Iser“ von 1915. Gegen eine Spende von mindestens 50 Euro durften die Anwesenden einen Nagel in einen historischen Fensterladen aus den 1980er-Jahren treiben. Torsten Burmester führte den ersten Schlag selbst aus, und im Laufe des Abends folgten noch viele weitere Hammerschläge – ein Zeichen für die Zukunft von Kölns historischem Erbe. (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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