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Kölns oberster DenkmalschützerSanierte Oper wird die neue „Herzkammer“

Das Kölner Opernhaus soll nach jahrelanger Verzögerung im September endlich wieder seine Pforten öffnen.

Copyright: Martina Goyert

Das Kölner Opernhaus soll nach jahrelanger Verzögerung im September endlich wieder seine Pforten öffnen.

Kölns oberster Denkmalschützer ist begeistert von der neuen Oper. Er erklärt, was den Bau so besonders macht.

Die sanierte Kölner Oper sorgt für Begeisterung bei Stadtkonservator Thomas Werner. Sie bilde eine neue „Herzkammer“ für Köln, ist er überzeugt.

Nicht nur technisch und akustisch sei der Bau auf allerhöchstem Stand – mit der Kinderoper und dem Kleinen Haus biete er auch ein ganz neues Theater- und Opernkonzept, sagte Werner dem „Kölner Stadt-Anzeiger“.

Kölner Oper: Ein Denkmal, das man verstehen muss

Das Opernhaus war der erste große Bau seiner Art in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg. Es verfolgt ein offenes Konzept, ein Haus für alle, ohne gesellschaftliche Trennung in den Foyers.

Köln gilt als eine Hochburg für die Architektur der 50er-Jahre. „Große Architekten mit bundesweiter Ausstrahlung haben damals das Stadtbild geprägt“, so Werner. Die gesamte Stadt erlebte eine Blütezeit des Wiederaufbaus, und das Opern-Ensemble ist einer der herausragendsten Zeugen dieser Epoche.

Dass manche den Bau im Vergleich zu modernen Gebäuden wie der Elbphilharmonie in Hamburg oder der Oper in Sydney als nicht mehr zeitgemäß empfinden, kann Thomas Werner nachvollziehen. Doch genau deshalb sei es so wichtig, den Wert dieser Architektur zu erläutern.

„Beim Denkmalschutz geht es nicht darum, dass ein Gebäude Up to date für das 21. Jahrhundert ist, sondern dass es ein Zeitdokument ist – ein Zeugnis für unsere Identität und die 50er Jahre“, stellt er klar. Jedes Denkmal zeige künftigen Generationen die Entwicklung von Kultur und Baukunst. Ein Vergleich sei daher unpassend. „In 50 Jahren wird auch die Elbphilharmonie ein Zeitdokument sein“, so Werner. Jedes Bauwerk habe seinen eigenen Platz in der Geschichte.

„Begeistert von dem Farbrausch“

Das Zusammenspiel der Materialien mit dem Licht mache die sanierte Oper so besonders. Das sei ihm nach der Sanierung erst so richtig bewusst geworden. Auch die ursprüngliche Farbigkeit, die über die Jahre verloren ging, ist nun wieder da. Werners Prognose ist eindeutig: „Nicht jeder wird bewusst wahrnehmen, was neu ist, aber emotional werden die Menschen es spüren.“

Stadtkonservator Thomas Werner sieht die Sanierung der Kölner Oper als das wichtigste Projekt seiner Amtszeit. (Archivfoto)

Copyright: Alexander Schwaiger

Stadtkonservator Thomas Werner sieht die Sanierung der Kölner Oper als das wichtigste Projekt seiner Amtszeit. (Archivfoto)

Er ist überzeugt, dass viele Reaktionen positiv sein werden. Sätze wie „Mir gefällt das“ oder „Ich bin begeistert von dem Farbrausch“ seien der eigentliche Gewinn der aufwendigen Arbeiten.

Auf die Frage nach seinem Lieblingsplatz hat er eine klare Antwort: das Oberfoyer. An diesem Punkt füge sich alles zusammen: die Beleuchtung, die Farbgebung, die Werkstoffe und die gesamte Raumwirkung. Das Foyer scheint durch die gewaltigen Glasflächen nach außen zu strömen und holt so das städtische Leben herein – der Blick fällt auf den Verkehr und die Passanten auf dem Vorplatz. Für ihn ein einzigartiger, stimmungsvoller Bereich. (red)

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