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Wo ist Eva?Kölnerin (37)  verschleppt – Bruder mit verzweifeltem Appell

Die Kölnerin Eva Maria Michelmann (37) arbeitete in Nordsyrien für kurdische Medien.

Copyright: Arton Krasniqi

Die Kölnerin Eva Maria Michelmann (37) arbeitete in Nordsyrien für kurdische Medien.

Seit Januar fehlt von einer Kölnerin jedes Lebenszeichen.

Ein Schild mit einer bangen Frage: „Wo ist Eva?“. Antonius Michelmann reckte es am Mittwoch um 18.00 Uhr auf dem Bahnhofsvorplatz in Köln in die Luft. Während der 142. Mahnwache „Stimmen der Solidarität“ schilderte er das erschütternde Schicksal seiner Schwester, der Kölnerin Eva Maria Michelmann (37), die als Journalistin und Sozialarbeiterin tätig ist. Mehr als vier Jahre verbrachte sie in Nordsyrien, um für eine kurdische Presseagentur zu arbeiten. Ihre Berichte kamen aus Rojava, einer Region, die sich seit 2012 selbst verwaltet.

Dann die schreckliche Nachricht, die ihr Bruder überbringt: „Am 18. Januar wurde Eva in Al-Raqqa/Syrien von Kräften der syrischen Übergangsregierung des Präsidenten Ahmed al-Scharaa festgenommen. Die Festnahme erfolgte im Zuge einer militärischen Offensive der syrischen Armee gegen die demokratische Selbstverwaltung. Seither fehlt jedes Lebenszeichen von ihr.“ Zudem sollen mehrere Zeugen beobachtet haben, wie Militärangehörige die Kölnerin und den türkischen Journalisten Ahmed Polad in ein Fahrzeug zerrten. Über den Fall berichtet der „Kölner Stadt-Anzeiger“.

Bruder kämpft in Köln um seine Schwester

Eva Maria sei „eine von vielen. Insgesamt werden noch mehrere hundert Menschen vermisst“, sagt Antonius Michelmann. Gegenüber dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ bekräftigt er, das Auswärtige Amt sei informiert: „Es hat unseren Anwälten versichert, sich für meine Schwester einzusetzen“. Von offizieller Seite wurde der Fall am Donnerstag bestätigt, man verwies bei Nachfragen zu den Hintergründen aber auf den Persönlichkeitsschutz. Auf Nachfrage hieß es, die Deutsche Botschaft Beirut sei „mit dem Sachverhalt befasst und bemüht sich um Aufklärung“.

Nach Angaben der syrischen Journalistenorganisation Vereinigung der freien Presse (VRA) soll Michelmann für unterschiedliche kurdischsprachige Medien gearbeitet haben.

Kölnerin zwischen den Fronten eines blutigen Konflikts

Die Verhaftung geschah während einer Offensive des syrischen Militärs gegen die demokratische Selbstverwaltung. Sollte sich bewahrheiten, dass die 37-Jährige, die in Köln Soziale Arbeit studierte, von Truppen des Präsidenten Ahmed al-Scharaa verschleppt wurde, würde das die fragilen diplomatischen Beziehungen zu Deutschland auf eine harte Probe stellen. Nach dem Fall des Assad-Regimes baut Deutschland seine Verbindungen zu Syrien aus. Im Januar 2025 reiste die damalige Außenministerin Annalena Baerbock nach Syrien und traf dort Ahmed al-Scharaa.

va Michaelmann ist eine Journalistin aus Köln, die seit zwei Wochen in Syrien als vermisst gilt. Ihr Bruder Antonius Michelmann fragt: „Wo ist Eva?“. Auf dem Bahnhofsvorplatz hält er eine Rede bei der Mahnwache.

Copyright: Arton Krasniqi

va Michaelmann ist eine Journalistin aus Köln, die seit zwei Wochen in Syrien als vermisst gilt. Ihr Bruder Antonius Michelmann fragt: „Wo ist Eva?“. Auf dem Bahnhofsvorplatz hält er eine Rede bei der Mahnwache.

Im syrischen Nordosten, wo kurdische Kräfte den IS bezwangen, hatte sich eine offene Selbstverwaltung gebildet. Gespräche über eine Integration in den neuen Staat blieben ohne Erfolg. Stattdessen besetzte die Armee der Übergangsregierung Städte wie Kobane und Raqqa. Die Folge: Tausende Vertriebene, mehr als 1000 tote Kämpfer und Zivilisten.

„Eva hat ein großes Herz“

Inmitten dieser Auseinandersetzungen ist die Kölnerin, die sich für die Autonomie der Region engagiert haben soll, offenbar gefangen.

Ihr Bruder beschreibt sie voller Emotionen: „Eva hat ein großes Herz. Sie hat sich immer schon für Menschen eingesetzt, denen es schlecht ging. Wenn sie gebraucht wird, packt sie an. Bei Sozialberatungen oder der Flüchtlingssolidarität, in Kölner Jugendheimen, bei Frauen mit gewalttätigen Männern. Ungerechtigkeiten sind Eva zutiefst zuwider“, sagte er. Und fügte hinzu: „Wir haben große Sorge um sie.“

Um mehr Aufmerksamkeit für das Schicksal zu schaffen, wollen die Mutter Rotraut, der Bruder Antonius und die Anwälte am kommenden Dienstag eine Pressekonferenz in der Alten Feuerwache in Köln abhalten. (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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