Dreiste MascheKölner will E-Auto laden und findet nur einen Stummel – das steckt dahinter

Ein abgeschnittenes Kabel einer Ladestation für E-Fahrzeuge

Sauber abgeschnitten ist das Kabel an der Ladestation in der Stammheimer Straße in Köln-Riehl. Das Foto wurde am 20. Dezember 2022 aufgenommen.

Immer häufiger versuchen Kupferdiebe an den kostbaren Rohstoff zu kommen. Jetzt haben sie die Ladekabel von E-Autos im Visier.

von Matthias Trzeciak (mt)

Oliver Oakhill wollte in Köln sein E-Auto mit Strom betanken – als er die Ladestation in Riehl auf der Stammheimer Straße anfuhr, staunte der Mann nicht schlecht.

Statt des Schnellladekabels hing nur noch ein Stummel aus der Station. Dabei fiel auf, das Kabel war ganz sauber abgeschnitten worden.

Kupferdiebe machen sich in Köln an Schnellladekabeln zu schaffen

Kein Einzelfall! „Auch die Schnellladekabel am Weinmuseum (Neusser Wall), in der Buchheimer Straße, bei Aldi in Porz, bei Ikea in Ossendorf und Lidl in der Sebastianstraße waren abgetrennt“, berichtet Oliver Oakhill.

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Der Verdacht liegt nahe, dass es sich hierbei nicht um Vandalismus handelt, sondern um Kupferdiebstahl.

„Das habe ich in über fünf Jahren E-Auto noch nicht erlebt und es dämmt die Freude, dass zunehmend mehr Ladepunkte in der Region entstehen – wenn gleichzeitig andere Ladepunkte ausfallen“, beklagt sich der 42-jährige Kölner.

Das Problem ist den Betreibern der E-Ladestationen bekannt. Ein Sprecher der TankE GmbH, ein Tochterunternehmen der Rheinenergie, erklärt auf EXPRESS.de-Nachfrage: „Der Kabeldiebstahl scheint bundesweit zuzunehmen. Betroffen sind vor allem DC Schnellladestationen mit sogenannten angeschlagenen Kabeln.“ Seine Vermutung: „Da scheinen Profis am Werk zu sein.“

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Wie viele Ladestationen aktuell in Köln defekt sind, dazu wollte sich das Unternehmen nicht äußern.

Durch den Ausfall und die nachfolgenden Reparaturen entstehen pro Ladestation Kosten von um die 2000 Euro. Dabei ist die Beute gar nicht so viel wert. Das Kupfer hat einen Gegenwert von etwa 50 Euro.

Kölner E-Ladestationen: Kameraüberwachung ist schwierig

„Wirklich hilfreiche Maßnahmen gegen den Diebstahl zu ergreifen, ist schwierig. Kameratechnik im öffentlichen Raum ist beispielsweise sehr kritisch zu betrachten und auch kostenintensiv. Zu gegebenenfalls technischen Maßnahmen direkt an der Ladestation sind wir noch im Austausch mit unseren Partnern“, teilt die TankE GmbH mit.

Aktuell gibt es in 636 Ladestationen im öffentlichen Raum, die von der Rheinenergie beziehungsweise TankE betrieben werden. Von 2023 an sollen 1000 weitere Ladepunkte folgen.