Kölner Security-Boss vor Gericht Mammut-Anklage verlesen – ab Seite 5 muss sich Staatsanwältin setzen

Der angeklagte Security-Boss hält sich beim Prozessauftakt einen Aktenordner vor das Gesicht.

Vor dem Kölner Landgericht hat am Donnerstag (9. Dezember) der Prozess gegen einen Security-Boss (51) begonnen.

Ein Kölner Security-Boss (51) muss sich vor dem Landgericht verantworten. Die Anklageverlesung forderte von den Vertretern der Staatsanwaltschaft einiges ab. 

Vor dem Kölner Landgericht ist der spektakuläre Prozess gegen einen Security-Boss (51) gestartet. Der 51-Jährige muss sich in sage und schreibe 1579 Fällen verantworten, unter anderem wegen Untreue und Steuerhinterziehung mit einem Millionenschaden. Eine Mammut-Anklage von mehr als 70 Seiten – die Verlesung dauerte am Donnerstag (9. Dezember 2021) mehrere Stunden! 

Um 12.46 Uhr erhob sich die Staatsanwältin, um mit der Verlesung zu beginnen. Kurz zuvor hatte sie bereits darum gebeten, sich ab Seite 5 setzen zu dürfen. Zwischendurch übernahm ihr Kollege. Um 14.30 Uhr regte der Vorsitzende Richter eine Pause an. Da war gerade mal die Hälfte der Anklage durch ...

Angeklagter in Köln war in Amerika ein bekannter Football-Profi

Der Security-Boss, ein ehemaliger NFL-Star, verzog bei den heftigen Vorwürfen, die gegen ihn erhoben werden, keine Miene. Er saß im hellblauen Hemd und dunkler Jacke zwischen seinen drei Verteidigern.

Am 23. Februar 2021 hatte es eine große Razzia im Sicherheitsgewerbe gegeben. In Köln, aber auch in anderen NRW-Städten. Auch ein Objekt in Rheinland-Pfalz wurde durchsucht. Am gleichen Tag wurde der Security-Boss festgenommen – am Düsseldorfer Flughafen, kurz vor seiner Ausreise aus Deutschland. Seitdem sitzt der Kölner in U-Haft. 

Prozess in Köln: Angeklagter soll so auch Lebensstil finanziert haben

Mit einem Teil der Millionen, die der Angeklagte ergaunert haben soll, soll er seinen Lebensstil finanziert haben. Bei den Bargeldabhebungen, die er laut Anklage getätigt haben soll, wurde einem fast schwindelig. Fünf- oder sogar sechsstellige Beträge. Die zum Teil enormen Summen soll er häufig in nur kurzen Abständen von wenigen Tagen von diversen Firmenkonten abgehoben haben.

Beim Prozessauftakt am Donnerstag endete die Verlesung der Anklage erst um Punkt 17.17 Uhr. Ein langer Gerichtstag für alle Beteiligten. „Mein Mandant wird sich am nächsten Prozesstag zu seinen persönlichen Verhältnissen äußern“, kündigte der Bonner Verteidiger Philipp Thiée an. Am übernächsten dann zu den Vorwürfen. Thiée: „Der Umfang der Einlassung ist aber noch nicht klar“. Insgesamt sind für den Prozess 26 Verhandlungstage bis ins nächste Jahr geplant. (iri)

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