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Kölner RheinuferBeliebtes Event-Schiff plötzlich weg – das ist der Grund

Ein Kran steht neben einem Bootshaus.

Copyright: Matze Bauer

Das Bootshaus Achterdeck, das seit Jahren am Rodenkirchener Ufer liegt (hie roch vor wenigen Tagen), ist verschwunden.

Seit vielen Jahren liegt das Bootshaus Achterdeck am Rheinufer in Köln-Rodenkirchen. Jetzt ist es verschwunden. 

Wer am Rodenkirchener Ufer unterwegs ist, dem fällt sofort auf: Da fehlt was! Das Eventschiff Achterdeck, auf dem schon viele Kölnerinnen und Kölner Hochzeiten oder Partys gefeiert haben, ist weg.

„Ist das Achterdeck nur kurz abgetaucht oder endgültig untergegangen?“, fragt EXPRESS.de-Leserreporter Burkhard J. 

Kölner: „Jetzt dümpeln dort nur noch ein paar knallgelbe Bojen“

Er hatte vor einigen Tagen morgens einen Schwerlastkran beobachtet, der nördlich der Rodenkirchener Brücke stand. Auch der Fahrradweg sei gesperrt und die Rampe zum Achterdeck entfernt worden, berichtet er. 

„Neben dem Hausboot hatte zudem ein größeres Schiff festgemacht. Am Nachmittag waren alle weg und jetzt dümpeln dort nur noch ein paar knallgelbe Bojen im Wasser“, erzählt Burkhard J. 

EXPRESS.de hakt bei Betriebsleiter Matze Bauer (53) nach. „Wir sind für sechs Wochen in der Werft“, erklärt er am Freitag (25. September) und beruhigt: „Da ist aber nichts Akutes passiert.“ 

„Das Schiff muss quasi circa alle 15 Jahre zum TÜV, dann wird unter anderem der Rumpf kontrolliert, neu lackiert, mit allem Drum und Dran“, so Matze. Auch würden Schäden am Schiff ausgebessert. 

Dazu wurde das Achterdeck, auf dem ausschließlich Events und zwei, drei öffentliche Partys stattfinden, letzte Woche von einem anderen Schiff zur Werft nach Köln-Mülheim geschleppt. Die Brücke hingegen wurde per Kran auf einen Schwertransporter gehievt und ebenfalls in die Werft zur Ausbesserung gebracht. 

Zwei Schiffe fahren eng nebeneinander auf dem Rhein.

Copyright: Matze Bauer

Das Schiff Achterdeck wurde abgeschleppt. Ziel: die Werft in Köln-Mülheim.

Matze Bauer: „Spätestens Ende Oktober sollten wir wieder zurück sein.“ Weil das Achterdeck jetzt auf dem Trockenen steht, wurde die für Freitag (2. Oktober) geplante und traditionelle Schlagerparty „Tanz in die Einheit“ auf Halloween (31. Oktober) verlegt. Dazu gibt es noch einige wenige Tickets. 

Während Bauers Geschäft für die nächsten Wochen ebenfalls auf dem Trockenen liegt, stehen viele Mitglieder des Kölner Clubs für Wassersport in der Werft parat und packen mit an. Dem Club gehört das Schiff. 

Kölner Eventschiff: Bei Instandhaltung packen viele im Verein mit an

„Wir machen viel in Eigenleistung, unter anderem den Anstrich des Restaurantaufbaus, der erneuert wird“, erklärt der Vorsitzende Peter Möller. Auch das Entrosten und Neustreichen der Brücke sowie viele Hilfsleistungen für die Werft werden von Vereinsmitgliedern gestemmt, um die Kosten niedrig zu halten. 

Das Schiff Achterdeck liegt in der Werft auf dem Trockenen.

Copyright: Matze Bauer

Das Schiff Achterdeck liegt seit Dienstag (15. September 2026) in der Werft in Köln-Mülheim.

„Ich rechne am Ende mit rund 500 Helferstunden“, so Möller stolz. Der Verein, der circa 220 Mitglieder hat, wurde 1907 gegründet. „Die Gründungsmitglieder haben schon damals auf ein schwimmendes Vereinsheim gesetzt. Unser erster Liegeplatz war unmittelbar vor dem Stapelhaus“, erzählt der Vorsitzende. 

Nach dem Ersten Weltkrieg sei das Schiff durch die Besatzungsmächte beschlagnahmt worden. Später kam es dann zu seinem Liegeplatz am Rodenkirchener Ufer, wo es 1943 bei einem Bombenangriff auf die Rodenkirchener Brücke komplett zerstört wurde.

„Mitte der 1950er Jahre haben wir das jetzige Schiff erhalten“, erklärt Peter Möller. Weil das aber nur halb so lang war, wie das alte, der Verein und die Ansprüche zudem wuchsen, sei Mitte der 60er Jahre ein alter Kohlefrachter gekauft und an das Schiff angeschweißt worden. 

„Seitdem haben wir diese Größe“, so der Vorsitzende. Der gesamte Sportbetrieb des Kölner Clubs für Wassersport finde dort statt, unter anderem würden dort etwa 30 Ruderboote lagern. Möller: „Es ist unsere sportliche Heimat.“ Das Oberdeck ist allerdings an die Gastro verpachtet.