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Rentner-Rakete Kölner Hanspeter (76) hält Inliner-Rekord – und erlebt harten Schicksalsschlag

Besuch bei den Inliner-Opis in Weidenpesch. Report von Ayhan Demirci.

Hanspeter Detmer in Position: Gleich dreht er seine Runden auf der Kölner Speeds­ka­ting-Bahn.

Hanspeter Detmer gehört auch mit 76 Jahren noch lange nicht zum alten Eisen: Der Kölner liebt das Inline-Skaten und musste im vergangenen Jahr einen harten Schicksalsschlag hinnehmen.

Bei ihm geht es rund, am liebsten jeden Tag – und das mit 76 Jahren! Deswegen heißt es heute bei EXPRESS.de: fit, fitter, Herr Detmer. Bahn frei für Kölns Inliner-Rentner-Rakete.

Wir treffen den Senior auf einer vielen Kölnern und Kölnerinnen noch unbekannten Sportstätte: der „Speedskatingbahn“ an der Scheibenstraße in Weidenpesch. Offiziell wird die 200 Meter lange, ovale Strecke erst am Pfingstsamstag (2. Juni 2022) feierlich eröffnet. Hanspeter Detmer sagt: „Wir nutzen die Bahn bereits seit dem 4. Juni 2020. 400 Kinder waren hier schon unterwegs. Wegen Corona hat sich die offizielle Einweihung so lange verzögert.“

Köln: 76-jähriger Hanspeter Detmer hält Inline-Skate-Rekord

Neben der Jugend, der die Bahn eine Sportheimat bieten soll, gilt Detmers Augenmerk besonders den Menschen über 60. „Bewegt älter werden“ ist das Motto, das er unter die Menschen knapp an oder jenseits der Rentengrenze bringen will.

Detmer, der früher Hockey spielte (unter anderem bei Schwarz-Weiß Köln) und als Sportredakteur bei der Deutschen Welle arbeitete, erklärt: „Der Vorteil des Inline-Skatens ist, anders als beim Joggen, dass die Gelenke geschont werden.“ Er selbst hat 1996 mit dem Inline-Skaten begonnen. 1997 absolvierte er seinen ersten Köln-Marathon auf Inlinern.

Bei Deutschen Meisterschaften in seiner Altersklasse holte der Kölner aus Klettenberg bereits elf Medaillen. Er hält sogar einen deutschen Rekord im 300-Meter-Sprint und startete auch mal in New York. Doch am 13. März des vergangenen Jahres stand alles von jetzt auf gleich auf der Kippe.

Kölner Inline-Skate-Opi erleidet Schlaganfall

Hanspeter Detmer, der erst wenige Monate zuvor erstmals Opa geworden war, erlitt einen Schlaganfall. „Die linke Seite war futsch“, erzählt er. „Dann habe ich meinen schlimmsten Fehler gemacht: Ich habe ein Taxi bestellt, das mich von zu Hause ins Heiliggeist-Krankenhaus nach Longerich bringen sollte.“

Besuch bei den Inliner-Opis in Weidenpesch. Report von Ayhan Demirci.

Die Bahn des „Speed Skating Club Köln“ auf der Bezirkssportanlage in Weidenpesch.

Er will damit andere warnen: In solchen Fällen sei unbedingt der Rettungsdienst zu verständigen. Trotzdem hatte Detmer Glück: Innerhalb der allgemein gängigen Vierstunden-Frist hatte er die nach Schlaganfällen wichtige Spritze verabreicht bekommen. Zehn Tage habe er in der Klinik gelegen.

„Mein Neurologe hat gesagt: ‚Wir stellen sie wieder her – aufgrund des Sportdepots, das Sie sich über die Jahre angelegt haben‘.“ Zwei Tage nach der Entlassung ging Detmer wieder auf die Skaterbahn. Detmer: „Ich habe geschaut, ob mein Gleichgewichtsgefühl da war. Es war da.“ Noch im September des Jahres bestritt er dann sein „tollstes Rennen“ – er schaffte als Schlaganfallpatient den Berlin-Marathon, rollte 42 Kilometer durch die Hauptstadt.

Kürzlich düste „Rakete“ Detmer nach London, wo seine Tochter lebt. Die habe ihren Papa angespornt, bloß weiterzumachen – schließlich müsse er ja seiner Enkeltochter noch das Inlineskaten beibringen. „Ab dem vierten Lebensjahr ergibt das Sinn“, schmunzelt Herr Detmer: „Ich freue mich schon darauf.“

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