„Wer nicht hören will ...“ Rheinland-Polizist: So hat Corona die Straße verändert

MofaSven

Sven Barz ist seit 30 Jahren mobil.

Köln – Es fällt auf: Seit Beginn der Corona-Krise sind deutlich mehr Motorradfahrer unterwegs.

Neben der Aufnahme von Verkehrsunfällen erreichen die Polizei vermehrt Beschwerden von Anwohnern an typischen Motorradstrecken. Dies veranlasst die Beamten dazu, Kontrollen aktuell verstärkt durchzuführen.

Sven Barz ist seit 30 Jahren Polizist

Dann kommt Kölle-Cop Sven Barz (47) ins Spiel. Oder besser auf die Strecke.

Denn: Seit zwei Jahren verfolgt die Polizei im Rheinisch-Bergischen Kreis mit einer neuen Strategie das Ziel, Motorradunfälle durch Information und Überwachung zu verhindern. Name: „Kaffee und Knöllchen“.

Es ist eine Verschärfung der punktuellen Aktion „Kaffee statt Knöllchen”, die in verschiedenen Regionen in NRW zwischen Polizei und dem Bundesverband der Motorradfahrer (BVDM) in den letzten Jahren mancherorts stattfand.

Zusätzlich wurden in dieses Konzept die Rettungsdienste und ein Kfz-Sachverständiger eingebunden.

Barz filmt die Sünder und stoppt sie, um im lockeren Gespräch mit ihnen zu reden und sie aufzuklären.

Er sagt dem EXPRESS: „Bewährt hat sich das neue Konzept, da durch umfangreichere Informationen mehr Biker erreicht werden. Egal, ob es sich um Fragen zum richtigen Verhalten an einem Unfallort oder die Bewertung, ob eine spezielle Auspuffanlage an einem Motorrad verbaut werden darf, handelt; sie werden alle beantwortet.

Gleichzeitig werden die Konsequenzen bei Regelverstößen intensiver wahrgenommen. Mit diesen zahlreichen Anzeigen oder Verwarnungen erreichen uns beispielsweise zufriedene Rückmeldungen aus der lärmgeplagten Anwohnerschaft.

Insbesondere die Geräuschmessungen des Sachverständigen führten bei den Betroffenen zu einigem Erstaunen. Sie selbst hätten nicht damit gerechnet, dass ihre Bikes so laut sind.“

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Die meisten Biker hätten nun Verständnis für die Anwohner, welche sich regelmäßig über übermäßigen Motorradlärm und Raser beschweren.

Barz sagt, er sei gerne Polizist und leidenschaftlicher Biker.

Polizist: Den Heizern die Grenzen aufzeigen

Wie die Verkehrssünder auf ihn reagieren?

„Wenn ich mit dem zivilen Motorrad unterwegs bin und meine 'Pappenheimer' mit der Videokamera gefilmt habe und anhalte, schaue ich regelmäßig in erstaunte Gesichter. Damit haben die Fahrer dann meist doch nicht gerechnet“, erklärt er.

„Wir reden hier nicht davon, dass man mal in Gedanken ist und ein bisschen zu schnell gefahren ist, sondern, dass den 'Heizern' die Grenzen aufgezeigt werden. Das verfolgen wir ganz konsequent und mit drastischen Maßnahmen wie bspw. Führerschein- und Fahrzeugbeschlagnahmen bei z.B. illegalen Straßenrennen.“

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Dass der Bußgeldkatalog verschärft wurde, begrüßt der Polizist:

„Es ist wie so oft im Leben, die breite Masse hält sich an die Vorschriften und Vorgaben. Die vereinzelten 'Ausreißer' müssen mit Hilfe der vorhandenen Gesetze eingebremst werden.

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Als Kinder haben wir doch alle schon gelernt: Wer nicht hören will, muss fühlen.“

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