Mit bunten Monstern Kölner Tyler kündigt Gastro-Job und verdient jetzt spielend sein Geld

Der Kölner Tyler Reinold hockt neben Spielerin „Cara Cute“.

Der Kölner Tyler Reinold (links) bei der „Axie Infinity“-WM in Barcelona am 8. September mit Spielerin „Cara Cute“.

Mit virtuellem Besitz sein Leben finanzieren? Das macht der Kölner Tyler Reinold. 

Dieser Kölner verdient spielend Geld. Tyler Reinold (32) aus der Südstadt bestreitet seinen Lebensunterhalt mit einer Sache, die für viele noch unbekannt sein dürfte. Er hat virtuelle Spielkarten (NFT genannt) gekauft und lässt andere für sich spielen. So wurde aus einem Hobby ein Unternehmen, das auch für Menschen am anderen Ende der Welt eine Einkommensquelle bietet. Bei EXPRESS.de erzählt er von seinem Erfolg und wie das System mit NFTs funktioniert.

Seit vier Jahren beschäftigt sich der 32-jährige Kölner mit dem Spiel „Axie Infinity“. Dabei kämpfen virtuelle, bunte Monster gegeneinander. Wer gewinnt, bekommt als Belohnung virtuelle Münzen (Token) oder andere virtuelle Gegenstände im Spiel, die in echtes Geld umgetauscht werden können.

Mit NFTs Geld verdienen: Kölner Tyler Reinold hat es geschafft

Gesteuert werden die Monster von Menschen, die eben diese gekauft und im Spiel gezüchtet haben. Der Kölner Tyler Reinold macht da seit vier Jahren mit und hat seinen Job in der Kölner Gastronomie gekündigt, weil er darauf nicht mehr angewiesen ist.

Was wie ein Spiel für Grundschulkinder aussieht, ist ein großes Geschäft. Das Blockchain-Computerspiel der vietnamesischen Entwicklerfirma „Sky Mavis“ ist seit 2018 auf dem Markt und wird laut Hersteller von über zwei Millionen Personen am Tag gespielt. Es ist das erste NFT-Spiel, das eine Milliarde US-Dollar Umsatz erreicht hat. Vom 7. bis 10. September fand in Barcelona in Spanien die Weltmeisterschaft von „Axie Infinity“ statt. An die Teilnehmerinnen und Teilnehmer wurden laut Veranstalter insgesamt 1 Million US-Dollar an Preisgeld verteilt.

Mit Tyler Reinold war auch Spielerin „Cara Cute“ von den Philippinen dabei. Sie hat den vierten Platz bei der WM belegt und hat ein ganz besonderes Verhältnis zu dem Kölner. Tyler hatte während der Corona-Pandemie weltweit Menschen, wie etwa „Cara Cute“, für seine Gilde, also sein Team, angeworben und ihnen so eine Einkommensquelle geboten.

Ein Screenshot aus dem Spiel Axie Infinity

So sieht das Spiel Axie Infinity aus. Virtuelle Monster, die von Menschen gesteuert werden, kämpfen gegeneinander.

Das Prinzip dahinter erklärt er so: „Ich habe die NFTs gekauft. Die Menschen haben mit ihnen gespielt. Die erwirtschafteten Gegenstände wie Münzen wurden dann in echtes Geld getauscht. So konnten etwa viele Menschen auf den Philippinen ihren Lebensunterhalt während der Pandemie sichern. Das war ein wundervoller Nebeneffekt. Die Gewinne haben wir im Verhältnis 40 zu 60 geteilt.“ Eigenen Angaben zufolge haben Tyler und seine Gilde bereits über 1 Million US-Dollar erwirtschaftet.

Zudem gebe es auch die Möglichkeit mit NFTs zu handeln. Dabei gelte aber Vorsicht, weil es keine Garantie gibt, dass der Wert steigen wird. 2021 hatte ein Spieler ein NFT in Form eines virtuellen Grundstücks für 1,5 Millionen US-Dollar verkauft.

Können denn alle so Geld verdienen? Tyler Reinold ist da vorsichtig: „Alle können ein NFT kaufen. Es gibt schon welche für 100 Euro. Um Geld zu verdienen, muss aber gespielt werden. Und wer gut ist, kann gut was verdienen. Am Anfang sind pro Tag 10 bis 20 US-Dollar bei zehn Stunden Spielzeit realistisch. Wer mehr NFTs hat, kann mehr verdienen.“

Tyler Reinold will Methoden wie NFTs zum Geldverdienen bekannter machen. „Mir geht es um finanzielle Unabhängigkeit. Viele Menschen geben ihr hart erarbeitetes Geld für Spiele aus, die außer der Unterhaltung keinen Gegenwert haben. In Europa ist das System mit NFTs noch nicht so verbreitet, wie etwa in Asien. Wer ein wenig Geld beiseite hat, kann sich NFTs kaufen und andere damit spielen lassen. So verdienen beide Seiten etwas dabei.“

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