Vor einigen Jahren hat Kerim Akpinar den FC Chorweiler gegründet, trainiert dort selbst Jugendliche. Doch der 26-Jährige macht sich Sorgen.
Kölner gründet FC ChorweilerVerein wächst – aber es gibt ein großes Problem

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Kerim Akpinar, Gründer des FC Chorweiler, steht auch als Trainer auf dem Fußballplatz.

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Kerim Akpinar (26) ist ein junger Gastronom aus Köln, der wegen eines Schwarzbaus um seine Existenz kämpft (EXPRESS.de berichtete). Doch dem 26-Jährigen liegt noch etwas ganz anderes schwer auf der Seele.
2022 hat er den FC Chorweiler gegründet, ist dort selbst auch Trainer. Doch, so Akpinar: „Aktuell stehen wir mit dem Verein vor großen Herausforderungen.“
Kölner Vereinsgründer: Wir haben keine eigene Anlage
„Ich habe den Verein gegründet, weil ich gesehen habe, wie viele Kinder und Jugendliche im Stadtteil eigentlich Fußball spielen möchten, aber schlichtweg die Kapazitäten fehlen“, erklärt er gegenüber EXPRESS.de.
Inzwischen sei der FC Chorweiler bereits auf neun Jugendmannschaften und zwei Seniorenmannschaften mit rund 135 Mitgliedern gewachsen. Kerim Akpinar: „Das eigentliche Problem ist aber der Platz. Wir haben keine eigene Anlage und können den Kunstrasenplatz der Bezirkssportanlage Chorweiler nur zu begrenzten Zeiten nutzen.“
Die Nachfrage im Stadtteil sei aber deutlich größer als das Angebot, sagt er. „Wir könnten problemlos noch mehr Kinder aufnehmen, wenn es mehr Trainingszeiten oder zusätzliche Plätze geben würde.“
Akpinar erklärt: „Viele unserer Spieler kommen direkt aus Chorweiler oder auch aus der nahegelegenen Geflüchtetenunterkunft. Für viele von ihnen ist der Verein nicht nur Sport, sondern auch ein wichtiger sozialer Treffpunkt. Genau deshalb ist mir der FC Chorweiler persönlich so wichtig.“
Kerim Akpinar möchte Angebot für Kinder und Jugendliche ausbauen
Obwohl er gerade selbst mit seinem Gastrobetrieb wirtschaftlich sehr unter Druck stehe, versuche er trotzdem weiterhin, den Verein am Leben zu halten. „Denn ich sehe jeden Tag, wie wichtig diese Struktur für die Jugendlichen hier im Stadtteil ist“, sagt er. Chorweiler galt lange als sozialer Brennpunkt.
Kerim Akpinar: „Ich hoffe sehr, dass sich langfristig eine Lösung für mehr Kapazitäten im Bezirk findet, damit wir das Angebot für die Kinder und Jugendlichen weiter ausbauen können.“
Wie stehen die Chancen? EXPRESS.de hakte bei der Stadt nach. „Leider gibt es in Köln nur eine begrenzte Anzahl an Kunstrasenplätzen. Die Bezirkssportanlage Chorweiler teilen sich mehrere Fußballvereine. Alle Vereine bevorzugen die Nutzung des Kunstrasenplatzes, daher steht jedem dieser Vereine nur eine beschränkte Nutzungszeit zur Verfügung“, räumt Maximilian Daum vom städtischen Presseamt ein.
Zudem könnten Nutzungsanteile über das Jahr grundsätzlich nicht zwischen allen Vereinen verschoben werden, dies würde der sportlichen und wirtschaftlichen Planbarkeit eines Vereins entgegenstehen, erklärt er. „Bei der Verteilung unter den Vereinen wird jederzeit versucht, stets alle sich ergebenden Aspekte im Blick zu haben.“
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Daub weiter: „Dem FC Chorweiler wurde neben dem Kunstrasenplatz der Bezirkssportanlage auch der ebenfalls nutzbare Ascheplatz zur Verfügung gestellt. Hier stehen dem Verein ausreichende Trainingskapazitäten zur Verfügung. Dem Verein wurde zudem im Mai 2025 schriftlich zugesagt, die Entwicklung aller Vereine auf der Bezirkssportanlage in Chorweiler im Blick zu halten. So konnten dem FC Chorweiler inzwischen weitere Trainingszeiten zur Verfügung gestellt werden. Die Kapazitäten bleiben jedoch – wie erwähnt – endlich.“
Der Wunsch nach einem weiteren Kunstrasenplatz und einer diesbezüglichen Erweiterung der Trainingskapazitäten auf der Bezirkssportanlage Chorweiler sei nachvollziehbar, so der Mitarbeiter des städtischen Presseamtes. „Die Stadt Köln bezieht dies neben weiteren sportlichen Bedarfen in ihre näheren Überlegungen zur Fortentwicklung der Bezirkssportanlage Chorweiler ein und berücksichtigt es auf der Prioritätenliste für Kunststoffrasenplätze der Stadt.“
Grundsätzlich werde die Stadt Köln zunächst alle vor Ort bestehenden Bedarfe erfassen und daraufhin ein Konzept zur bestmöglichen Nutzung des Geländes entwickeln. Maximilian Daub: „Für die weiteren diesbezüglichen Planungen steht die Stadt Köln bereits mit den benachbarten Schulen in Kontakt und wird auch die ansässigen Sportvereine zu gegebener Zeit entsprechend einbinden. Angesichts der aktuellen Haushaltslage ist jedoch eine sorgfältige Bewertung der Umsetzbarkeit und Finanzierung des Projekts unerlässlich. Die weiteren Planungen und insbesondere die Umsetzung stehen daher unter dem Vorbehalt der Projektfinanzierung.“

