Die Zukunft des RSV Rath-Heumar ist ungewiss. Das wollen die Mitglieder des Kölner Amateurfußballvereins nicht mehr länger hinnehmen. Sie kamen für einen besonderen Protest zusammen.
„Nehmen wir nicht mehr hin“Protest mit Sarg – Kölner Fußballverein ist richtig sauer

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Wird der RSV Rath-Heumar von der Kommunalpolitik beerdigt? Der Verein hat zumindest die Befürchtung, untermalt durch einen extra angefertigten Sarg mit einem Trikot des Vereins.

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Am Ende des vergangenen Jahres hat der RSV Rath-Heumar angekündigt, für die Zukunft des Vereins protestieren zu wollen – am Donnerstag (9. März 2023) hat der Fußballclub seinen Worten Taten folgen lassen.
Bei der Sitzung der Bezirksvertretung Kalk tauchten plötzlich rund 100 Mitglieder des Vereins auf, mit Trillerpfeifen, Bannern, Roten Karten und sogar einem angefertigtem Sarg „bewaffnet“.
Kölner Fußballverein in Not: Vor dem Bürgeramt schallt es „RSV, RSV, RSV!“
Das Bestehen des Vereins ist prekärer denn je – das wissen spätestens jetzt auch die Vertreterinnen und Vertreter des Bezirks auf der rechten Kölner Rheinseite. Unterstützt wurde der RSV dabei auch von einem prominenten Einwohner des Veedels.
Der Pachtvertrag des Sportplatzes „An der Rather Burg“ läuft am 10. November 2023 aus. Eine neue Anlage ist trotz eines bereits seit Jahren bestehenden Plans nicht in Sicht. Auf dem Gelände des Fußballplatzes in Rath-Heumar sollen neue Wohnungen entstehen.
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Der RSV Rath-Heumar sowie die beiden Tennisclubs TC Grün-Weiß Königsforst und TC Rath haben einem Umzug an den Rather See bereits seit langer Zeit zugestimmt. Eine Entscheidung im Stadtentwicklungsausschuss wurde jedoch von den Fraktionen der CDU und den Grünen immer wieder verschoben.
„Wir nehmen keine Lippenbekenntnisse hin, wollen nicht weiter still sein. Es muss jetzt endlich etwas passieren, damit unser Verein nicht zu Grunde geht. Mit dieser Aktion konnten wir die nötige Aufmerksamkeit bei den Verantwortlichen erregen“, sagt Hans-Georg Offermann, 1. Vorsitzender des RSV Rath-Heumar, gegenüber EXPRESS.de.
Rund 100 Vereinsmitglieder waren an dem Protestmarsch begleitet, darunter auch viele Kinder. Die skandierten vor dem Bürgeramt Kalk immer wieder „RSV, RSV, RSV!“.
Protest in Köln: Bömmel Lückerath unterstützt den RSV Rath-Heumar
An die Bezirksbürgermeisterin Claudia Greven-Thürmer wurde außerdem eine Art Scheck übergeben, auf dem die Anzahl der Unterschriften einer Petition des RSV standen, bei der die unsichere Zukunft des Vereins thematisiert wurde – 2083 Menschen unterstützten dabei den Verein.
„Die Bürgermeisterin ist uns gegenüber positiv eingestellt, die Aktion war vorher auch mit ihr abgesprochen. Wir haben ihr den Scheck mit der Petition übergeben und sie hat sich daraufhin auch unsere Sorgen angehört“, sagt RSV-Vorstand Offermann.
Ein besonderer Hingucker bei dem Protest des Fußballvereins war ein eigens angefertigter Sarg. Darauf zu sehen: ein Trikot des RSV und Aufschriften wie „mir jevve uns nit her“. Dazu gab es ein passendes Banner – der Spruch darauf: „Unsere Kommunalpolitik bringt uns ins Grab.“

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Voller Inbrunst protestierten auch die kleinsten Mitglieder des RSV Rath-Heumar am Donnerstag (9. März 2023) vor dem Bürgeramt in Kalk.
Angefertigt wurde der metaphorische Sarg für den Karnevalszug in Brück, an dem auch der RSV mit seinen Mitgliedern teilnahm. „Für uns war es passend, ihn auch bei unserem Protest am Bürgeramt noch einmal zu präsentieren“, sagt Hans-Georg Offermann.
Unterstützt wurde der RSV-Protest auch von einem prominenten Mitstreiter. Bömmel Lückerath, ehemaliges Mitglied der Bläck Fööss, wuchs in Rath auf und setzte sich bei der Kundgebung, mit einem Vereinsschal um den Hals, ebenfalls für seinen Heimatclub ein. Der RSV Rath-Heumar und seine jungen wie älteren Angehörigen wollen nicht weiter still sein – und hoffen auf eine baldige Rettung des 1920 gegründeten Vereins.
