Corona-Karneval Braucht Köln überhaupt noch ein Dreigestirn? Es gibt nur eine Antwort

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Kölns designiertes Dreigstirn der Altstädter.

Köln – Köln hat ein neues Kölner Dreigestirn. Was in den Jahren vorher immer für jede Menge Vorfreude sorgte, ist jetzt ein zweischneidiges Schwert. Braucht Köln ein Dreigestirn? Das fragen sich Kritiker. „Gerade jetzt“, sagt unser Autor. Eine Analyse.

Die Corona-Pandemie wirft Fragen auf, die sich wohl kein Jeck je gestellt hätte: Braucht Köln ein Dreigestirn? Ist es nicht ratsam, in der kommenden Session darauf zu verzichten?

Schon jetzt werden – natürlich in den sozialen Netzwerken – Kritiker laut, die ein Trifolium für „unnötig“ oder als „Geldverschwendung“ sehen. Andere wiederum sind der Meinung, dass ein Kölner Dreigestirn ein falsches Symbol zum Feiern oder gar zu ungezügelten Partys wäre.

Kölner Dreigestirn 2021: Wichtig ist die Symbolik

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Aber das ist viel zu kurz gedacht! Die Kölner Dreigestirne haben in den letzten Jahren vor allen Dingen eins vermittelt: Zusammenhalt. Der ist jetzt wichtiger denn je.

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Das designierte Dreigestirn bei der Vorstellung: Björn Braun, Sven Oleff, Gereon Glaemacher (v.l.)

Und sie haben noch eine Sache bewirkt: Durch das Sammeln von Spenden haben sie gezeigt, wie viel Kraft für Menschen in Not der Kölner Karneval haben kann.
Denn ein Problem ist, verständlicher Weise, noch gar nicht in der öffentlichen Diskussion angekommen:

Der Kölner Karneval ist einer der größten Stützpfeiler für soziale und karitative Einrichtungen. Jährlich werden unzählige Organisationen bedacht, die ohne die Spenden des Karneval wohl kaum überleben könnten. Das wird ein Riesen-Problem in der kommenden Session.

Kölner Dreigestirn 2021: Festkomitee reagiert richtig

Deshalb ist es eklatant wichtig, dass es ein Dreigestirn gibt. Denn die Symbolkraft „wir sind noch da“ ist für die Jecke in Köln und der Umgebung einfach wichtig. Es ist gut, dass man sich an den Tollitäten festhalten kann in der Pandemie.

Sicherlich hinkt der Vergleich: Aber als Köln in Trümmern gelegen hat nach dem Zweiten Weltkrieg, waren es ein paar wenige Idealisten, die dem Kölner Karneval wieder Leben eingehaucht haben. Was soll das Festkomitee denn machen? Einfach absagen und den Kopf in den Sand stecken?

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Festkomitee-Präsident Christoph Kuckelkorn (l.) mit Altstädter-Präsident Hans Kölschbach.

Die Brauchtumshüter gehen mit den zwei Sessionen für ein Dreigestirn einen neuen Weg. Sie machen es richtig. Spätestens mit der Vorstellung von Prinz Sven, Bauer Gereon und Jungfrau Gerdemie (Björn Braun) steht fest, dass drei Menschen das Amt verkörpern, denen sehr genau bewusst ist, welche Rolle sie da übernehmen und diese Bürde mit Würde nehmen.

Deshalb hat die Ernennung des zukünftigen Kölner Dreigestirns weder etwas mit Geldverschwendung oder einer falschen Symbolik zu schaffen, sondern mit der guten und wichtigen Botschaft: Der Fastelovend wird nicht untergehen.

Den drei designierten Regenten gebührt Dank, Anerkennung und Respekt. Sie werden in der kommenden Session vor allen Dingen karitativ unterwegs sein und Menschen in Altenheimen, Kitas, Schulen oder sonstigen Einrichtungen Hoffnung geben. Wer das kritisiert, hat sein Herz für den Kölner Karneval schon längst verloren.

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