Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat einen Umbau des Pariser Louvre-Museums angekündigt. Beauftragt wurde damit ein Architekturbüro, das von einer Kölnerin gegründet wurde.
Umbau des LouvreFrankreich beauftragt von Kölnerin gegründetes Architekturbüro

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Besucher stehen Schlange, um das Louvre-Museum zu betreten.
Das von der deutschen Architektin Annabelle Selldorf in New York gegründete Architekturbüro ist für den Umbau des Pariser Louvre-Museums ausgewählt worden. Die Jury habe sich wegen der „Qualität des architektonischen Entwurfs“ für das von Selldorf Architects und dem Pariser Architekturbüro Studios Architecture eingereichte Projekt entschieden, teilte das französische Kulturministerium am Montag in Paris mit.
Der von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron angekündigte Umbau umfasst vor allem einen neuen monumentalen Eingang durch die Säulenhalle am östlichen Ende des früheren Königsschlosses. Dieser soll den Eingang durch die gläserne Pyramide im Hof des Museums ergänzen, der dem Besucheransturm nicht mehr gewachsen ist.
Jury stimmte für Architekturbüro von Kölnerin
Der von der Jury ausgewählte Entwurf stelle eine „elegante Verbindung zwischen der Stadt, dem Palast und dem Museum“ her, erklärte das Ministerium. Er betone die historische Ost-West-Achse, die vom Louvre zum Triumphbogen führt, und schaffe einen harmonischen öffentlichen Raum. Der neue Eingangsbereich werde begrünt, um Frische-Oasen zu schaffen.
Selldorf Architects ist für minimalistische, elegante Museumsbauten bekannt, etwa die Frick Collection in New York und die National Gallery in London. Das Architekturbüro wurde 1988 von der gebürtigen Kölnerin Selldorf gegründet. Studios Architecture Paris war unter anderem am Bau des Museums Fondation Louis Vuitton beteiligt.
Macrons Umbau-Projekt gilt als Ausdruck seines Wunsches, ähnlich wie manche seiner Vorgänger architektonische Spuren in Paris zu hinterlassen. Macron hat eine besondere Verbindung zum Louvre, er feierte 2017 dort zu den Klängen der Europahymne seine Amtsübernahme.
Umbaupläne betreffen auch die Mona Lisa
Das Louvre-Museum, das jährlich neun Millionen Besucher anzieht, war nach einem spektakulären Juwelendiebstahl im Oktober 2025 in die Kritik geraten. Eine Untersuchungskommission deckte auf, dass die frühere Museumsleitung dringend nötige Renovierungen verschleppt hatte.
Zu den Umbauplänen zählt auch ein neuer, unterirdischer Ausstellungsraum für die Mona Lisa, für den dann eigene Tickets gelöst werden müssen. Der französische Rechnungshof schätzte die Kosten für den Umbau auf 1,15 Milliarden Euro. Die Gewerkschaften der Louvre-Angestellten kritisieren das Großprojekt und zeigen sich besorgt, dass die notwendigen Verbesserungen der Sicherheit dabei auf der Strecke bleiben. (afp)
