„Mehr als die Frau hinter der Kasse“Köln trauert um Kathi Schäfer (†62)

Tankstellen-Urgestein Kathi Schäfer ist tot. Hier mit ihrer Tochter Mandy Luhr.

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Tankstellen-Urgestein Kathi Schäfer (62) ist tot. Hier mit ihrer Tochter Mandy Luhr.

Köln trauert um Tankstellen-Urgestein Kathi Schäfer. Sie starb im Alter von 62 Jahren.

An der Aral-Tankstelle am Alten Deutzer Postweg in Köln-Gremberghoven war Kathi Schäfer über Jahre hinweg für viele nicht einfach nur die Frau hinter der Kasse. Für Stammkunden war sie Ansprechpartnerin, Zuhörerin – und oft genug: Freundin.

Jetzt ist die Kölnerin gestorben. Und an einem Ort, der für viele ein Stück Alltag war, ist plötzlich eine Lücke.

„Seit 1996 jeden Tag dort“ – und „nicht einmal krank“

Ihre Tochter Mandy Luhr (37), die die Tankstelle als Familienunternehmen weiter betreibt, hat ihren Abschied auf Instagram mit sehr persönlichen Worten geteilt.

„Seit Tagen sitze ich vor diesem Beitrag und finde einfach nicht die richtigen Worte“, schreibt sie. Und: „Der Schmerz sitzt unendlich tief und ich vermisse sie mit jeder Faser meines Herzens.“

Im Gespräch mit EXPRESS.de beschreibt Mandy Luhr, wie sehr ihre Mutter die Tankstelle geprägt habe. Kathi Schäfer sei seit 1996, seit es die Station gibt, „jeden Tag dort gewesen“ – „nicht einmal krank gewesen“, sagt die Tochter. Viele Menschen hätten sie über all die Jahre gekannt, manche seien nur ihretwegen gern reingekommen.

Kathi Schäfer wurde 62 Jahre alt. Laut Tochter war bei ihr Lungenkrebs festgestellt worden – allerdings relativ spät. Der Krebs hatte bereits gestreut und andere Organe angegriffen. „Deswegen war es ein schwerer, aber doch Gott sei Dank relativ kurzer Krankheitsverlauf“, sagt Mandy Luhr.

Ein Familienunternehmen – und jetzt die Frage: Wie geht’s ohne Kathi sie weiter?

Die Tankstelle ist ein echter Familienbetrieb. Mandy Luhr erzählt, dass ihr Vater Jürgen Schäfer (72) die Station vor rund zehn Jahren an sie übergeben habe – auch, weil er älter wurde. Ihr Vater helfe weiterhin mit, obwohl er eigentlich in Rente sei.

Die Tankstelle beim Bau in den 90er Jahren.

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Die Tankstelle in Köln-Gremberghoven beim Bau in den 90er Jahren.

Mandy selbst kennt die Tankstelle von klein auf – „ich bin da in der Windel groß geworden“, erzählt sie. Und trotzdem ist jetzt alles anders. „Seit sie nicht mehr da ist, fühlt sich nichts mehr so an wie vorher“, schreibt sie bei Instagram über ihre Mutter. Jeden Tag seien die Erinnerungen da. „Ich kann mir bis heute nicht vorstellen, wie ich diesen Ort ohne sie führen soll.“

Und doch: Aufgeben ist keine Option. Die Tochter will weitermachen – auch, weil sie sicher ist, dass es der Wunsch ihrer Mutter gewesen wäre.

Dank an das Team, „das mich gerade mit durch diese schwere Zeit trägt“

In ihrem Post bedankt sich Mandy Luhr ausdrücklich bei den Menschen, die ihre Familie in der letzten Zeit begleitet haben: beim Palliativ-Team SAPV Köln und der Onkologie in Köln-Merheim. Dank ihrer Begleitung habe ihre Mutter genau dort Abschied nehmen dürfen, wo sie sich am wohlsten gefühlt habe: zu Hause, in vertrauter Umgebung und mit der Familie an ihrer Seite.

Die Aral-Tankstelle will Mandy Luhr nach dem Tod ihrer Mutter weiterführen.

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Die Aral-Tankstelle will Mandy Luhr nach dem Tod ihrer Mutter weiterführen.

Besonders emotional ist auch ihr Dank an das Team der Tankstelle. Viele hätten jahrelang mit ihrer Mutter gearbeitet, würden sie genauso vermissen. „Trotz eurer eigenen Trauer tragt ihr mich gerade mit durch diese schwere Zeit“, schreibt sie. Dieser Zusammenhalt sei das, was ihre Mutter über so viele Jahre geschaffen habe.

Am Ende bleibt für Mandy Luhr ein Gedanke, der die Tankstelle in Gremberghoven wohl noch lange begleiten wird: „Meine Mama wird immer ein Teil dieser Tankstelle bleiben. In jedem freundlichen Gespräch, in jedem Lächeln und in allem, was sie hier über so viele Jahre geschaffen hat.“

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