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Allein auf dem Rad quer durch Europa Kölner Gastronom startet Sonntag beim Transcontinental Race

Der Kölner Thomas Krechel startet beim längsten Radrennen Europas, dem Transcontinental Race.

Leidenschaft Radfahren: Thomas Krechel mit den Domspitzen im Hintergrund. Das Bild entstand vor seinem Start beim Transcontinental Race, das am 24. Juli 2022 beginnt.

4500 Kilometer von West nach Ost, quer durch Europa, über die Alpen, durch den Balkan, von Belgien ans Schwarze Meer. Der Kölner Thomas Krechel startet ab Sonntag sein ultimatives Rad-Abenteuer, er ist Teilnehmer bei der achten Ausgabe des „Transcontinental Race“.

Noch lächelt Thomas Krechel (53) in die Kamera mit den Domspitzen im Rücken. Doch ab Sonntag (24. Juli) wartet auf den Kölner Gastronom die bislang größte sportliche Herausforderung seines Lebens: Der frühere Kantinen-Chef des Neven Dumont Hauses ist wie die beiden anderen Kölner Jens Horstmann und Malte Hager Teil des 300 Mann starken Fahrerfeldes beim „Transcontinental Race“, ein Radrennen über mehr als 4000 Kilometer einmal quer durch ganz Europa.

Die Regeln sind speziell: Jeder Starter fährt für sich allein, darf nur das mitnehmen, was auch ans Rad passt. Hilfe an der Strecke ist nicht erlaubt, jeder Fahrer soll die gleichen Bedingungen haben. 

Mit minimaler Ausrüstung allein auf dem Rad durch Europa

Die Ausrüstung ist auf ein Minimum beschränkt. Ein spezieller Schlafsack, Powerbanks, eine Regenjacke, Arm- und Beinwärmer, Sonnencreme, ein Schlauch zum Wechseln, etwas Werkzeug. Viel mehr hat Krechel nicht dabei.

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„Ich wollte eigentlich nie ein Rennen fahren. Ich mache meist lange Touren, sogenannte Brevets, über mehrere hundert Kilometer. Aber als 2019 Fiona Kolbinger als erste Frau das Trancontinental gewann, hab ich das fasziniert verfolgt und meine Frau hat mich überredet, mich zu bewerben“, erzählt Krechel.

Bislang war das Brevet London-Edinburgh-London (1400 Kilometer) die längste Strecke, die er in Angriff nahm. Er bewarb sich, bekam die Zusage, zwei Jahre lang machte dem Rennen allerdings Corona einen Strich durch die Rechnung.

Am Sonntagabend aber geht es los, in Belgien startet seine bislang größte sportliche Herausforderung, ein Ultrarennen quer durch Europa! Mit 108 Kilogramm zählt er nicht gerade zu den Leichtgewichten im Feld, mit 53 Jahren ist er auch einer der älteren Semester. „Ich gleiche den Sport durch kulinarische Genüsse wieder aus, ich habe schon ein paar Kilo in den letzten Wochen abgenommen, für ein zweistelliges Gewicht hat es leider nicht gereicht, dafür hat es mir zu gut geschmeckt“, lacht der Sportler.

Sechs Stunden Schlaf will sich Krechel täglich gönnen. Die Ansprüche sind niedrig. Das kann eine Bushaltestelle oder vor einem Vereinsheim sein. „Das macht mir nichts aus, ich schaffe es, mich schnell wieder zu regenerieren.“

Thomas Krechel: Nur im Ausnahmefall gibt es ein Hotelbett

Für den Fall, dass die Augen zufallen, aber kein geeigneter Platz in der Nähe ist, hat er Koffeintabletten dabei, um noch eine Weile länger durchzuhalten. Krechel: „Wenn ich einen Zeitpuffer habe, kann es sein, dass ich mir auch mal ein Hotelbett leiste.“

Auf der Tour muss er Checkpunkte kassieren, an jedem gibt es einen Parcours, der absolviert werden muss. Der Erste im tschechischen Krupka ist 120 Kilometer lang, dann geht es südlich Richtung Alpen, am Gaviapass gibt es eine echte Bergprüfung. Von dort nach Osten, die dritte Station ist Durmitor in Montenegro. Die Fahrer kreuzen den Balkan und dann kommt die wohl heikelste Herausforderung: Die Transalpina, eine geschotterte Militärstraße in den Süd-Karpaten. 

„Der vierte Checkpunkt ist in Rumänien, an der Transalpina. Vor den Landstraßen dort habe ich großen Respekt, die vielen LKWs, dazu freilaufende Hunde, da habe ich vor dem Rennen die größten Bedenken“, sagt Krechel. Nach den Höhenmetern in Rumänien „rollt“ der Kölner dann Richtung Burgas am Schwarzen Meer.

Eis, Pommes und Cola: Thomas Krechel braucht viele Kalorien

Aber da will der Radrennfahrer durch. Eine der größten Herausforderungen auf der Strecke ist auch die Verpflegung. „Man muss die ganzen Kalorien, die man verbrennt, ja auch irgendwie wieder zu sich nehmen. Aber zum Glück habe ich einen Eisenmagen und vertrage wirklich alles.“ Ob Pommes mit einer Bratwurst, ein großes Eis mit Sahne oder eine Waffel, Cola oder auch mal ein alkoholfreies Bier – alles, was viel Brennwert hat, ist willkommen.

Zwar geht es vorrangig ums Ankommen, Krechel hat sich aber auch sportliche Ziele gesetzt. „Ich will es in die Wertung schaffen, dafür habe ich 16 Tage Zeit. Das wären im Schnitt 260 Kilometer pro Tag“, sagt der Radsport-Enthustiast. „Einen Tag früher ist die Finisher-Party, da wäre ich aber auch sehr gern dabei.“

Wer Krechels Abenteuer folgen will, der kann das auf Instagram und Facebook tun, den aktuellen Stand des Rennens gibt es auf der Homepage des Transcontinental Race.

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