1er-Abi und Box-Europameisterin Kölnerin Steffi (21) führt ein Leben zwischen IQ und K.o.

Stefanie von Berge ist Box-Europameisterin.

Stefanie von Berge ist Box-Europameisterin. Das Foto von ihr mit dem Kölner Dom im Hintergrund ist vom 1. Juni 2022. 

1er-Abi, Medizinstudentin, Soldatin und Box-Europameisterin: Stefanie von Berge (21) ist einfach überragend. 

Sie ist kein Model, aber sieht gut aus: Passanten waren baff, als die hübsche 21-Jährige, für ein Event im Promi-Lokal „Alfredo“ schick gemacht, in der Breite Straße Boxhandschuhe anzog und gekonnt ein paar Haken schlug.

Ja, Stefanie von Berge, die gar nicht so hart aussieht wie Deutschlands beste Amateur-Boxerin, kann immer wieder überraschen. Schule, Uni, Sport, Job, Musik – überall ist die Kölnerin überragend. EXPRESS.de verriet sie ihr Geheimnis, wie man sich als Frau ganz nach oben kämpfen kann.

Stefanie von Berge aus Köln: Europameisterin im Boxen und Olympiahoffnung

Lernen, pauken, tänzeln und schlagen, mal Hörsaal, mal Ringecke, mit Medizinbällen oder Medizinbüchern jonglieren – Steffi, Europameisterin im Boxen, Deutschlands Olympiahoffnung 2024 und Studentin an der Uni Köln, führt ein Leben zwischen K.o. und IQ.

„Ich setze mir Ziele und die will ich erreichen. Vielleicht nicht sofort, vielleicht nicht in einem Monat oder einem Jahr. Aber ich versuche immer ganz diszipliniert, meine Ziele abzuarbeiten“, sagt die amtierende Box-Europameisterin im Weltergewicht (63 Kilo). „Ich habe mein Ziel vor Augen, etwa wenn beim Sieg im Boxring meine Hand gehoben wird oder wenn ich eine Prüfung bestehe. Und wenn ich dann dahin komme, wo ich hinkommen will, ist das ein Mega-Gefühl. Und das ist es, was mich so antreibt.“

Box-Europameisterin Stefanie von Berge: Vater nahm sie mit zum Training in den Ring

Mit diesem Ehrgeiz ging es Schlag auf Schlag. Als Kind übte sie Judo, dann rhythmische Sportgymnastik, dann nahm sie ihr Vater mit zum Training in den Ring vom „S.C. Colonia 06“ in Müngersdorf. „Am Anfang trainiere ich einmal pro Woche, dann dreimal pro Woche.

Dann habe ich meinen ersten Kampf gemacht, kurz danach bin ich schon zur Meisterschaft gefahren. Als kleines Mädchen mit Sondergenehmigung habe ich mit 14 bei der U17 geboxt. Und wurde 2015 erstmals Deutsche Meisterin. So bin ich in diese ganze Boxwelt hineingefallen.“

Titelfeier im Promi-Lokal „Alfredo“: Per Soehlke und Hans Ehle vom Boxclub S. C. Colonia, Europameister Nelvie Tiafack, Europameisterin Stefanie von Berge, Sterne-Koch Roberto Carturan, Coach und Ex-Profi Lukas Wilaschek.

Titelfeier im Promi-Lokal „Alfredo“: Per Soehlke und Hans Ehle vom Boxclub S. C. Colonia, Europameister Nelvie Tiafack, Europameisterin Stefanie von Berge, Sterne-Koch Roberto Carturan, Coach und Ex-Profi Lukas Wilaschek. 

Die Schule nicht zu vergessen: Auf dem Lessing-Gymnasium in Porz-Zündorf schrieb sie reihenweise beste Noten und machte das Abitur mit - 1,0! Stefanies größtes Ziel: Eine Medaille bei Olympia Es folgten neben einem Medizinstudium an der Uni Köln (3. Semester) reihenweise Titel und Medaillen. 2023 will sie die WM gewinnen und in zwei Jahren Olympia: „Mein größtes Ziel ist Olympia 2024. Da will ich für Deutschland eine Medaille holen. Das gab's bisher noch nie – das will ich ändern.“

Ausgeknockte Gegnerin tat Stefanie von Berge auch schon mal leid

Was macht ihr am oft brutalen Faustkampf so viel Spaß? „Ich mag die Vielseitigkeit an diesem Sport. Man kann da seinen Stil, seinen Charakter und seine eigene Kreativität mit einbringen, man kann sich entfalten wie in keiner anderen Sportart. Laufen und Schwimmen sind großartige Sportarten, aber man hat da feste Grenzen.“

Jeder Boxkampf sei eben wie „ein individueller Fingerabdruck“. Und ihr Stil sei es, die Gegnerinnen spielerisch, also mit ihrem klugen Verstand überlegen auszuboxen und zu besiegen. In Kurzform: IQ schlägt k.o. „Ja, ich habe schon Gegnerinnen ausgeknockt. In der ersten Millisekunde freut man sich natürlich, denn das Ziel ist ja, den Kampf zu gewinnen und dann hat man ihn gewonnen. Aber danach war es mir unangenehm“, meint sie. „Eine Gegnerin hatte ein Hämatom im Gesicht und sie tat mir leid. Da habe ich mich um sie gekümmert.“

Boxerin Stefanie von Berge: Geld verdient die Kölnerin als Soldatin

Letztendlich sei ja Boxen ein Sport. „Und das Ziel ist ja, nicht jemanden zu verletzen, besonders nicht langfristig, sondern zu gewinnen. Aber manchmal passiert das halt.“

Ihr Geld verdient die Porzerin, die auch noch Klavier spielt, als Sportsoldatin, stationiert in Bruchsal. Im Januar war Grundausbildung. Wenn Kameraden erschöpft in die Federn fielen, gab Steffi Gas: „Jeden Abend war ich beim Boxtraining. Ich kann aus eigener Erfahrung sagen: Boxen ist härter als Bundeswehr.“

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