Kölner Oper Milliarde fast erreicht: Corona und Bankpleite machen Probleme

Kölner Oper und Schauspiel auf dem Offenbachplatz

Kölner Oper und Schauspiel am Offenbachplatz im Jahr 2019.

Unendliche Geschichte Opernsanierung in Köln. Durch Pannen sind die Kosten in den letzten Jahren extrem gestiegen. Jetzt machen Corona und eine Bankpleite Probleme.

Köln. Im März der Schock, im August die Quittung. Die aktuellen Projektdaten zur Sanierung der Bühnen Köln mit Oper, Kinderoper, Schauspiel, Kleines Haus liegen vor. Und da ist jetzt eingerechnet, was durch eine Bankpleite mit ziemlicher Sicherheit droht.

Von Anfang an: 2021 wurde mit der Sanierung der Kölner Oper begonnen, 2015 sollte alles fertig sein. Anfangs waren 253 Millionen Euro Gesamtkosten eingeplant. Inzwischen wirkt das wie ein bitterer Witz. Und als Termin für die Schlüsselübergabe ist jetzt Anfang 2024 angepeilt. Eine Entwicklung, die Köln zuletzt 2020 einen „Eintrag“ in Schwarzbuch des Steuerzahlerbundes einbrachte.

Kölner Oper: Projekt kratzt an Milliarden-Grenze

Zwischenstand vom 30. Juni zur Kostenprognose: 652 Millionen Euro! Nicht zu vergessen die Finanzierungskosten von geschätzt 260 Millionen Euro. Also kratzt das Projekt an der Milliarden-Grenze.

Da tröstet es wenig, dass in den Projektdaten darauf hingewiesen wird, dass die Zahlen nur bei „Eintritt aller bekannten Risiken“ erreicht werden.

Warum aber jetzt die erneute Kostensteigerung? Ein im Rückblick übles Bankgeschäft ist schuld. Die Bühnen hatten im Januar 15 Millionen Euro bei der Greensill Bank angelegt. Im Vertrauen darauf, dann keine Negativzinsen zahlen zu müssen. Übrigens Millionen, die in die Sanierung fließen sollten und als Kredit aufgenommen wurden. Doch inzwischen ist die Bank insolvent, was sich im März schon androhte.

Kölner Oper: Risiken außerhalb der Baustelle

„Ohne die Greensill-Insolvenz und die Lieferkettenproblematik hätten wir durch die positiven Entwicklungen der letzten Monate im Projekt an dieser Stelle sinkende Risikokosten in Millionenhöhe verzeichnen können“, erläutert der Technische Betriebsleiter Bernd Streitberger. „Zum Verständnis der aktuellen Risikoentwicklung muss zwischen Risiken auf der Baustelle und Risiken außerhalb der Baustelle unterschieden werden.“

Denn auch Corona und damit verbundene Probleme beim Nachschub fließen in die Risikoberechnung ein. Obwohl die Bühnen schnell reagierten, frühzeitig Baumaterial bestellt haben.

Kölner Oper: Es gibt auch gute Nachrichten

Corona und Bank-Pleite: einfach ärgerlich. Denn nach internen Problemen zum Beispiel beim Einbau der Haustechnik im Jahr 2015 blieben Pleiten und Pech erst mal aus. 

Doch es gibt auch gute Nachrichten von der Bühnenbaustelle. Im Juni wurde mit den Hauptbaumaßnahmen in Sachen Haustechnik begonnen. Bei Belüftung, Feuerlöschanlagen, Wärme, Kälte, Sanitär und Elektro tat sich einiges.

„Fundament für diesen wichtigen Schritt ist, dass wir bereits viele der Werk- und Montagepläne den Firmen zur baulichen Umsetzung freigeben konnten. Zudem gab es in den letzten Monaten kontinuierliche Fortschritte bei den vorgezogenen Maßnahmen, insbesondere bei den Demontagearbeiten“, erklärt Bernd Streitberger.

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