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Nach schwerem Unfall Wut auf Elterntaxis vor Kölner Grundschule

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„Eltern sind doch keine Taxis“: Mit Schildern wie diesen protestieren Eltern und Kinder in Niehl seit Montag, 5. Oktober, dagegen, dass Kinder mit dem Auto bis vor die Tür der Schule gefahren werden.

Köln – Der Auslöser für eine Aktion Kölner Eltern an der Gemeinschaftsgrundschule GGS Halfengasse in Niehl ist tragisch.

Anfang April 2019 war ein Erstklässler auf dem Rückweg von der Schule auf seinem Tretroller von einem Auto erfasst und schwer verletzt worden.

„Danach haben wir uns zusammengesetzt und gedacht, so kann es nicht weitergehen”, erklärt Julia Egbringhoff, Mitglied der Schulpflegschaft sowie der Initiative „Niehl fährt sicher".

„Aktion Liegestuhl” vor Grundschule in Köln-Niehl

Um den Schulweg ihrer Kinder sicherer zu machen, startete die Initiative am Montag (5. Oktober) die „Aktion Liegestuhl”. Mit Campingstühlen und Liegestühlen blockieren seitdem jeden Morgen zwischen 7.50 Uhr und 8.10 Uhr etwa 20 bis 25 Eltern die Halteverbotszonen vor der Grundschule.

Damit wollen sie gegen „Elterntaxis” vorgehen und erreichen, dass die Kinder nicht mehr bis zur letzten Tür gebracht werden.

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Mit Liegestühlen besetzen Eltern und Kinder die Parkflächen vor der Schule.

Die Eltern, die trotzdem noch vorgefahren kommen, werden mit einem Flyer freundlich darauf hingewiesen und gebeten, die Kinder etwas weiter weg rauszulassen. „Auf dem Niehler Damm lässt sich zum Beispiel gut halten", erklärt Egbringhoff. Von dort aus haben die Kinder nur noch einen kurzen Fußmarsch.

Eltern besetzen Halteverbotszonen vor Kölner Grundschule GGS Halfengasse

Insgesamt scheint die Aktion bei den meisten gut anzukommen. Auch die Schule gebe ihre Unterstützung, sagt Egbringhoff. Sowohl die Schulleitung als auch die Hausmeisterin und weitere Lehrer und Lehrerinnen hätten in der Vergangenheit versucht, die zahlreichen Elterntaxis aufzuhalten. Viel gebracht habe das leider nicht.

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Die Initiative „Niehl fährt sicher” setzt sich neben der Grundschule auch für eine generelle Verkehrsberuhigung im Veedel ein. „Es betrifft alle”, sagt Egbringhoff. Ziele seien zum Beispiel eine stärkere Geschwindigkeitskontrolle in den 30er-Zonen.

Aktion für Verkehrsberuhigung in Köln-Niehl

Für die GGS Halfengasse soll jetzt der Antrag auf eine „Elternhaltestelle” gestellt werden. Diese sollen laut ADAC mit einem Schild gekennzeichnet werden und sich etwa 250 Meter von der Schule entfernt befinden. Ab diesem Punkt sollen die Kinder zu Fuß weiter.

Die „Aktion Liegestuhl” endet am Freitag mit dem Beginn der Herbstferien. Im Verlauf der letzten Woche seien immer weniger Autos vor die Schule gekommen, freut sich Egbringhoff. „Der Effekt ist jetzt da”, sagt sie, „wir müssen schauen, wie es nach den Ferien weitergeht.”

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