Polit-Hammer Kurz nach der Wahl: Kölner Bürgermeister tritt nach AfD-Vorwürfen zurück

henkvanbenthem

Tritt nach sechs Jahren als Bezirksbürgermeister in Porz zurück: Henk van Benthem (CDU, hier auf einem undatierten Foto).

Köln – Ende nach sechs Jahren im Amt! Nach Querelen und Diskussionen schmeißt der Porzer Bezirksbürgermeister Henk van Benthem (69, CDU) kurz nach der Kommunalwahl hin.

Dies gibt der gebürtige Niederländer am Mittwoch (21. Oktober) auf einer Pressekonferenz bekannt.

Kölner Bezirksbürgermeister zermürbt von AfD-Diskussionen

Offenbar ist van Benthem zermürbt von den Diskussionen um seine Person und die Umstände der Wahl 2014, als er auch mit Hilfe der Stimmen von AfD und Pro Köln zum Porzer Bezirksbürgermeister gewählt worden war.

Die Kölner Politjugend dazu vor Kurzem: „Dass die beiden den Skandal einfach aussitzen konnten, weil die Proteste zu schwach und die gesellschaftliche Empörung nicht laut genug waren, ist extrem problematisch."

2014 mit Stimmen der AfD und Pro Köln gewählt

Sie forderte die Vertreter von Linken, SPD und Grünen in der Bezirksvertretung Köln-Porz auf, ihre Mehrheit von zehn zu 19 Sitzen zu Ungunsten van Benthems zu nutzen.

Nun gibt van Benthem das Amt auf. Dem EXPRESS sagte er: „Der Wählerauftrag ist von SPD und Grünen ad absurdum geführt. Seit dem 15. Lebensjahr mache ich Ehrenamt bis heute. Dann ist das schon schlimm, so angegangen zu werden.“

In seiner offiziellen Erklärung nahm er wie folgt Stellung:

„Ich durfte sechs Jahre meine Herzensaufgabe, Bezirksbürgermeister von Porz zu sein, erfüllen und bin dafür sehr dankbar. Gerne hätte ich noch eine Wahlperiode diese Aufgabe wahrgenommen, aber die politischen Gegebenheiten erlauben dies nicht. Die Vorwürfe aus dem Jahr 2014, dass ich in einer demokratischen und geheimen Wahl vielleicht auch mit den Stimmen von rechten Parteien gewählt wurde, sind für SPD und Grüne Begründung genug, eine Zusammenarbeit mit der CDU nur ohne meine Person zu erwägen.“

Henkvan

Bezirksbürgermeister Henk van Benthem (CDU) mit Maske

Van Benthem weiter: „Mir Fremdenfeindlichkeit zu unterstellen ist – als gebürtiger Holländer – fast schon unverschämt. Anstelle sich politisch in die Arbeit zu stürzen und sich um die Belange von Porz zu kümmern, wurden diese Vorwürfe ständig wiederholt. Leider spielten meine Erfolge und mein Einsatz in den sechs Jahren meiner Amtsführung bei dieser persönlichen Anfeindung ebenso keine Rolle, wie die Tatsache, dass unter meinem Vorsitz in der Bezirksvertretung nicht eine einzige politische Entscheidung mit ausschlaggebenden rechten Stimmen eine Mehrheit erhielt. Alleine dieser Umstand zeigt, dass wir in Porz – mit Ausnahme derer, die nur ein Ziel verfolgten, mich als Person loszuwerden – sehr konstruktive Politik über die Parteigrenzen hinaus umgesetzt haben.”

Henk van Benthem bleibt Porz als Ratsmitglied erhalten

Und weiter: „Um Schaden von meiner Partei, der CDU, aber vor allem auch von meinem Porz abzuhalten, habe ich mich daher entschlossen, meine Funktion als Bürgermeister und Bezirksvertreter zum 31.10.2020 zu beenden und in der neuen Sitzungsperiode nur noch meiner Aufgabe als direkt gewähltes Ratsmitglied in Köln nachzukommen.“

Er werde in dieser Funktion seinem Stadtbezirk Porz verbunden bleiben und als Ratsmitglied auch die Arbeit in der Bezirksvertretung mit Interesse verfolgen.

Sie verwenden einen veralteten Browser. Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser, um Ihren Besuch bei uns zu verbessern.