Darf die Kölner Polizei das? Festnahme-Video eines Mannes wirft Fragen auf

07062019_MH_schau_auf_express_de_0001

Viele Kölner haben das Video bereits im Netz gesehen und diskutieren.

Köln – Es sind Szenen, die zeigen, wie gefährlich der Job der Kölner Polizisten auf den Straßen ist. Aber das Video, das jetzt bei Facebook für Aufsehen und Diskussionen sorgt, zeigt auch Schläge eines Beamten auf den Kopf einer Person, die sich gegen die Festnahme wehrte.

Erste Meldung: Mann mit Beil bedroht Kinder

Vor drei Tagen: Die Polizisten werden zu einem Einsatz auf der Bonner Straße gerufen. Erste Meldungen besagen, dass dort ein Mann mit einem Beil auf Kinder und Passanten losgehe. Eine Polizistin und ein Kollege erreichen den Tatort zuerst und können den Mann stellen, der soeben einen Passanten bedroht hat.

Randalierer droht mit einer Machete

Die Beamtin und ihr Kollege können zunächst verhindern, dass das Opfer, ein Schwarzafrikaner, sich mit einer Eisenstange gegen den Angreifer zur Wehr setzt. Dann fordern sie den Tatverdächtigen auf, sich auf den Boden zu legen. Doch der droht, eine Machete zu holen. Er greift in seine Jacke, die Polizisten stehen mit gezogenen Waffen vor ihm. Erneut fordern sie ihn eindringlich auf, sich auf den Boden zu legen.

Motorradpolizist reißt den Mann um

Schließlich erreicht ein Motorradpolizist die Örtlichkeit. Er geht seitlich auf den Randalierer zu und kann ihn zu Boden reißen. Sofort eilen die beiden anderen Polizisten herbei und drücken den Mann zu Boden. Doch der will sich partout nicht die Handschellen anlegen lassen.

Dann schlägt ein Beamter zweimal zu

Was dann bei Laufzeit 1:07 zu sehen ist, sorgt nun für Diskussion. Denn der eine Beamte schlägt zweimal mit der Faust auf den Schädel des Mannes ein. Aber darf er das überhaupt, um den Widerstand des Mannes zu brechen?

Vorfall wird jetzt bei den Ermittlungen untersucht

Genau das wird nun auch die zuständige Abteilung für Beamtendelikte klären müssen. Polizeisprecher Wolfgang Baldes erklärte: „Wir haben Kenntnis von dem Video erhalten und werden die Szenen nun ganz genau bei den gesamten Ermittlungen auswerten. Sollten sich dann Hinweise darauf ergeben, dass der Beamte Grenzen überschritten hat, wird die Staatsanwaltschaft entscheiden, ob ein Verfahren eingeleitet werden muss."

Polizisten müssen die richtigen Mittel wählen

Grundsätzlich gilt auch für Polizisten, stets die Verhältnismäßigkeit bei der Wahl der Mittel zu berücksichtigen. So ist es beispielsweise nicht erlaubt, einem fliehenden Autoknacker hinterher zu schießen. Ebenso könnte es sein, dass die Schläge gegen den Kopf des Mannes nicht das richtige Mittel waren. Gezielte und trainierte Grifftechniken, die die Beamten lernen, hätten da das richtige Mittel sein können. Denn ein Einschlagen auf den Kopf können schwere Schädel- oder Hirnverletzungen nach sich ziehen.

Der Mann kam schließlich in eine Psychiatrie

Der Randalierer wurde schließlich komplett überwältigt und kam später dann in eine geschlossene Psychiatrie, da er offensichtlich an einer psychischen Erkrankung leidet.

Sie verwenden einen veralteten Browser. Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser, um Ihren Besuch bei uns zu verbessern.