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„Im Stich gelassen“ Kölner Pfleger mit Zwölf-Stunden-Schichten schlägt Alarm

Pfleger_Corona_Volkan_Cavus_08_04_2020

Intensivpfleger Volkan Cavus aus Köln mit seinem Patienten Bernd-Dieter Josephs

Köln – Die Corona-Krise hat weltweit für einen großen Bedarf an medizinischem Material wie Mundschutzmasken oder Desinfektionsmittel gesorgt.

Auch in Köln fehlen Ärzten, Krankenschwestern und Pflegern fachgerechte Hilfsmittel, um sich selbst und die Patienten vor einer Infektion zu schützen. Der Kölner Volkan Cavus (35), Fachkraft für außerklinische Intensivbeatmung, schlägt Alarm.

Volkan Cavus aus Köln ist seit vier Jahren in dem Beruf und arbeitet bei der Firma „Pulmo Care“ in Leverkusen.

Er kümmert sich in Zwölf-Stunden-Schichten um Patienten, die nach ihrer Behandlung in einem Krankenhaus zu Hause weiter intensiv behandelt und künstlich beatmet werden müssen. Der Kölner Pfleger sieht derzeit eine große Gefahr für sich selbst und seine Patienten.

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„Wir sind schutzlos ausgeliefert“, sagt er. Es fehle an fachgerechtem Material wie Mundschutzmasken, Handschuhen und Desinfektionsmittel sowie geeigneter Schutzkleidung.

„Wenn Patienten, die künstlich beatmet werden müssen, sich mit dem Coronavirus anstecken, bedeutet das den Tod für sie. Sie werden durch eine Öffnung im Hals beatmet und haben ein geschwächtes Immunsystem“, schildert er.

Kölner Pfleger schlägt Alarm wegen Corona: „Viele Kollegen sind auf Bus und Bahn angewiesen“

Gerade betreut er den ehemaligen Kölner Boxer Bernd-Dieter Josephs (75) aus Bayenthal. Viele Kollegen müssten aber mit Bus und Bahn zu Patienten fahren und dabei gebe es die Gefahr, das Virus zu übertragen, sagt der Kölner Pfleger. Sie hätten zwar Wechselkleidung dabei aber eben keinen geeigneten Schutz.

Kölner Pfleger Volkan Cavus: „Fühlen uns vom Staat im Stich gelassen“

Dazu komme noch, dass Logopäden und Physiotherapeuten, die noch näheren Kontakt zu den Patienten haben, auch nicht gut ausgestattet seien. „Wir fühlen uns vom Staat im Stich gelassen.“

Er fordert zudem einen Bonus für Pflegepersonal, das derzeit stark belastet sei.

Lieferanten haben Engpässe bei Desinfektionsmittel und Material

Volkan kümmert sich auch um die Bestellungen und sieht die Engpässe. „Selbst die Hauptversorger können uns derzeit kein Desinfektionsmittel liefern. Masken gibt es nur vereinzelt. Handschuhe sind rar. Wir müssen am Material sparen, was nicht richtig ist. Alle im Pflegebereich hoffen, dass wir bald mit fachgerechtem Material und Schutzanzügen ausgestattet werden.“