„Werden bedroht" Nach Muezzin-Entscheid: Ex-Muslime mit Demo vor Kölner Moschee

Demo vor Kölner Moschee gegen Muezzin-Ruf

Ex-Muslime demonstrierten am Freitag (15. Oktober 2021) vor der Kölner Zentralmoschee

Laut Polizeiangaben demonstrierten vor der Kölner Zentralmoschee rund 30 Menschen gegen die Entscheidung für einen Muezzin-Ruf.

Köln. Eigentlich wollte eine Protestantin ein kleines Theaterstück vor der Moschee aufführen, doch daraus wurde letztlich durch die sozialen Netzwerken eine erste Demonstration gegen die geplanten Muezzin-Rufe in Köln. Hauptakteure waren vor allen Dingen Ex-Muslime, die ihren Unmut über das Modell-Projekt äußerten.

Eine Frau, die aus Saudi-Arabien geflüchtet ist und nun in Köln lebt: „Auf einmal höre ich den Ruf, der mich unterdrückt hat, in diesem freien Deutschland. Das habe ich nicht für möglich gehalten.“

Mittendrin im Geschehen: Die in Köln lebende  iranische Journalistin Akhtar Impertro-Ghasemi, die im Gespräch mit EXPRESS.de den Protest einordnet: „Die Entscheidung spaltet die Gesellschaft. Denn sie dient den Islamisten, ihre Botschaft zu verkünden.“

Akhtar Impertro- Ghasemi am Mikrofon

Die iranische Journalsitin Akhtar Impertro-Ghasemi lebt und arbeitet in Köln.

Sie spricht von einer typischen Vorgehensweise. „Wir kommen aus den islamischen Ländern und wissen von daher sehr genau, wie die Islamisten vorgehen. Sie machen es Schritt für Schritt und verbreiten so ihre Hetze gegen den Säkularismus und die Demokratie in unserer Gesellschaft.“

Köln: Wurden Demo-Mitglieder vor Moschee bedroht?

Und sie sagt: „Sie versprechen Dinge und ignorieren sie dann einfach." Dies sei zum Beispiel in Köln der Fall gewesen, als man versichert habe, man würde nur auf deutsch in der Moschee predigen und jetzt doch türkisch spricht.

Alle Ex-Muslime waren sich demnach einig: „Wir haben nichts gegen den Islam, wohl aber gegen den Islamismus.“

Imperto-Ghasemi berichtet auch darüber, dass am Wochenende  Demonstranten direkt bedroht wurden. Einzelne Demonstrations-Mitglieder würden deshalb am Montag (18. Oktober) auch Anzeige bei der Polizei erstatten. „Ich bin mir sicher, dass auch ich bedroht werde“, so Imperto-Ghazemi.

Angesprochen darauf, dass in Köln ja auch Kirchenglocken läuten, sagt die Journalistin: „Kirchenglocken sind nur ein Klang und mit dem Muezzin-Ruf nicht vergleichbar. Die Worte, die dort gerufen werden, vereinbaren sich nicht mit einer offenen Gesellschaft.“ Für die kommenden Tage ist erneut eine größere Demonstration vor der Zentralmoschee geplant. Wann diese stattfindet, sei aber noch offen. (bas)

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