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„Vertrauen hat extrem gelitten“ Millionengrab Hansa-Gymnasium – ein Kuriosum deutscher Schulgeschichte

Außenaufnahme des Hansa-Gymnasiums. Die Bauarbeiten verzögern sich weiter.

Die Bauarbeiten am Hansa-Gymnasium in Köln laufen weiter. Das Foto wurde am 20. Oktober 2022 aufgenommen.

Das Millionengrab in Köln: Das Hansa-Gymnasium soll im Jahr 2024 endlich fertig saniert sein. 

Was könnte man mit 78 Mio. Euro in Köln so anfangen... Doch diese gigantische Summe verschlingt nur die Sanierung und Erweiterung des Hansa-Gymnasiums.

Seit geschlagenen sieben Jahren ist das denkmalgeschützte Haus am Ring eine Großbaustelle. Am Montag (8. November 2022) verkündete die Stadt: Im Jahr 2024 soll (hoffentlich) alles fertig sein. Dies wiederum führt zu einem Kuriosum in der deutschen Schulgeschichte.

Hansa-Gymnasium in Köln: Abitur, ohne die Schule besucht zu haben

Denn wer 2024 als Schüler oder Schülerin des Hansa-Gymnasiums Abitur schreibt, hat von der Einschulung bis zur Hochschulreife nie das echte Hansa-Gymnasium besucht. Das als „Interim“ gedachte Abendgymnasium Köln wurde zum Anlaufpunkt einer ganzen Jugendgeneration – und ebenso ihrer Eltern, wie etwa Matthias Felling, Vorsitzender der Schulpflegschaft des Hansa-Gymnasiums.

Felling betont, dass es ihn natürlich freue, dass die Stadt nun nach zunächst 2018 das Jahr 2024 als Fertigstellungstermin ausruft. „Ich hoffe aber, dass die Stadt sich daran messen lässt“, so Felling. „Besonders im Interesse der Schülerinnen und Schüler. Denn das Vertrauen in die Kölner Verwaltung hat bei den jungen Menschen extrem gelitten. Und das ist sehr schade.“

Immer wieder neue Termine, Vertröstungen, Enttäuschungen, Kopfschütteln über die steigenden Kosten, Jahr für Jahr. Am 28. November soll der Betriebsausschuss Gebäudewirtschaft die neue „Kostenfortschreibung“ vorgelegt bekommen – mit Gesamtkosten von inzwischen 78 Millionen Euro!

Millionengrab Hansa-Gymnasium: Gebäude maroder als angenommen

Diese Summe sei „notwendig, weil sich unter anderem infolge von Insolvenzen die Bauzeit deutlich verlängert hat und zudem der Baupreisindex sowie die Inflation drastisch angestiegen sind“, teilte die Stadt am Montag (7. November) mit.

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„Das Bauprojekt im gründerzeitlichen Altbau von 1898 offenbarte trotz aufwendiger Voruntersuchungen zahlreiche Herausforderungen. Auch die Bausubstanz war maroder als angenommen werden konnte. Die angespannte Marktlage sowie der Fachkräftemangel der Baubranche machen sich ebenfalls bemerkbar.“

Was ebenfalls viel Zeit und Geld kostete: Allein die Elektroarbeiten mussten viermal, drei andere Gewerken jeweils zweimal europaweit ausgeschrieben werden.

Teure Dauerbaustelle mit Geschichte: Das im neugotischen Stil errichtete Gebäude wurde vor mehr als 120 Jahren als Handelsschule eröffnet. Das spätere Gymnasium hatte prominente Schüler: etwa OB Norbert Burger (✝), Astronaut Hans Wilhelm Schlegel oder Reggae-Star Gentleman.

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