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Kindesmissbrauch über 18 Jahre? Übelste Vorwürfe: Jugendwart vor Kölner Gericht

Vor dem Kölner Landgericht hält sich der Angeklagte eine Akte vor sein Gesicht.

Ein Jugendwart muss sich am 8. Juli 2021 vor dem Kölner Landgericht verantworten.

Köln. Es sind unglaubliche Vorwürfe, die der Staatsanwalt am Donnerstag (8. Juli) vor dem Kölner Landgericht vorträgt. Die Anschuldigungen wiegen schwer, die Anwesenden im Gerichtssaal geht der Fall merklich nah. Denn in der Klage geht es um den Vorwurf des sexuellen Missbrauchs an Kindern und Jugendlichen.

Kölner Landgericht: Angeklagter war Jugendbetreuer bei der freiwilligen Feuerwehr

Als Roman V. (Name geändert) am Donnerstag gegen 9.30 Uhr den Saal betritt, will er nicht gesehen werden. Der Angeklagte hält sich einen Aktenordner vor das Gesicht. Er trägt einen dunklen Kapuzenpullover und Jeans. Eilig geht er zu seinem Platz. Seine Rechtsanwältin Bettina Güldner stellt sich schützend vor ihren Mandanten, bis das Blitzlichtgewitter vorbei ist.

Der Angeklagte war über 18 Jahre lang aktives Mitglied bei der freiwilligen Feuerwehr in Leverkusen und arbeitete als Jugendbetreuer mit vielen Kindern und Jugendlichen zusammen.

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Seit dem 7. Oktober 2020 sitzt er nun in der Kölner JVA in Untersuchungshaft. Denn laut Anklage soll er zwischen Mai 2002 und Oktober 2020 in insgesamt 31 Fällen bei Schutzbefohlenen übergriffig geworden sein.

Kölner Landgericht: Übelste Vorwürfe – 15 Fälle von sexuellen Missbrauch?

Außerdem soll es in 15 Fällen zu sexuellem Missbrauch von Kindern oder Jugendlichen gekommen sein.

Dabei hat der Angeklagte als Jugendwart bei der freiwilligen Feuerwehr von 1995 bis 2013 eine Vorbildfunktion für die Kinder und Jugendlichen eingenommen. Als Betreuer zeigte er ihnen in Theorie und Praxis, worauf es als Mitglied bei der freiwilligen Feuerwehr ankommt.

Köln: Staatsanwalt liest minutenlang die Anklageschrift vor

Spätestens, als der Staatsanwalt vor dem Kölner Landgericht minutenlang die Anklageschrift vorliest wird klar, wie schwer die Vorwürfe gegen Roman V. wiegen.

Laut der Anklageschrift soll der Beschuldigte seine Schützlinge immer wieder zu sich nach Hause eingeladen haben. Zwischen 2002 und 2004 soll der Angeklagte zum Beispiel mit einem Jugendlichen auf der Couch gesessen und einen Pornofilm angeschaut haben.

Angeklagter soll Feuerwehr-Schützlinge zu sexuellen Handlungen animiert haben

Dann soll man sich gegenseitig zum Onanieren animiert haben. Danach soll es zum Oralverkehr zwischen dem damals 15-Jährigen und dem Angeklagten gekommen sein. Zu solchen Treffen soll es auch mit anderen Zeugen gekommen sein. Zwischen 2012 und 2014 auch mit einem damals etwa 14-jährigen Jungen.

Der Beschuldigte soll in diesem Zeitrahmen eine künstliche Vagina gekauft und seine Schützlinge dazu animiert haben, diese zu sexuellen Handlungen zu nutzen, so die Anklageschrift weiter.

Mehrfach soll Roman V. Minderjährige in Chats dazu aufgefordert haben ihm Nacktbilder zu schicken. Eine seiner Antworten auf die Frage eines Jungen, was der Angeklagte gerade mache: „Wir sind alle nackt, den Rest kannst du dir ja denken.“

Der Kölner Staatsanwaltschaft liegen Videomaterial, WhatsApp-Chats und diverse Fotos vor. 

Kölner Landgericht: Öffentlichkeit von Prozess ausgeschlossen

Auf den Fotos sollen Minderjährige zu sehen sein, die in unnatürlichen Posen unbekleidet posieren. Da vor dem Kölner Landgericht nicht nur persönliche Lebensbereiche des Angeklagten, sondern auch die der Zeugen und mutmaßlich Betroffenen besprochen werden müssen, hat die Vorsitzende Richterin Grassmann dem Antrag der Verteidigung zugestimmt und die Öffentlichkeit vom Prozess ausgeschlossen.

Bislang sind sieben Verhandlungstage bis September geplant.

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