Hausnummer 9 neben 33 Köln kurios: Deswegen fehlen in bekannter Straße viele Zahlen

Lohsestraße

Ein Blick in die Lohsestraße in Köln-Nippes.

Köln – Die Lohsestraße im Süden des Kölner Veedels Nippes ist auf den ersten Blick eine ganz normale Straße, wie sie überall in Köln zu finden ist. Sie beginnt an der Neusser Straße und reicht hin bis zur Siebachstraße.

Und doch stimmt etwas nicht. Wenn Sie an der Neusser Straße starten, kann es innerhalb weniger Meter passieren, dass Sie nicht mehr auf Höhe der Hausnummer 7, sondern der Nummer 33 stehen. Und das innerhalb weniger Schritte.

Köln: In der Lohsestraße fehlen einige Hausnummern

Der Grund dafür ist relativ einfach, wenn auch kurios: In der Lohsestraße fehlen zwischendurch mehrere Hausnummern und so steht das Haus mit der Nummer 9 Wand an Wand mit der 33. Um das Zustandekommen dieser Kuriosität aufzuklären, müssen wir knapp 130 Jahre in der Kölner Geschichte zurückgehen.

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Lohestrasse Nummer 9 neben 33

Wer genau hinschaut erkennt links die Hausnummer 9 und direkt rechts daneben die 33.

Bereits im 19. Jahrhundert, und damit vor der Eingemeindung der ehemaligen Gemeinde Longerich nach Köln, habe es nach Informationen der Stadt Köln die Grundstücksbezeichnungen Lohsestraße 28-68 und 47-67 gegeben. Die Bebauung der Straße begann also zunächst mittendrin und ab der Hausnummer 47 aufwärts in Richtung der heutigen Siebachstraße und sollte im Anschluss zur Neusser Straße hin fortgesetzt werden.

Köln: Weltkriege bringen Planung durcheinander

Bei den ersten Gebäuden handelte es sich um so genannte „Dreifensterhäuser“. Diese waren ab Mitte des 19. Jahrhunderts vor allem in städtischen Gebieten im Rheinland zu finden und relativ schmal, da Gebäude bis zu einer Breite von etwa 6,28 Metern zu dieser Zeit von Steuerabgaben befreit waren. Die Häuser und ihre namensgebende Form sind heute noch gut am Ende der Straße zu erkennen.

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Die Dreifensterhäuser in der Lohsestraße in Köln-Nippes.

Hätte sich diese Bauweise durch die gesamte Straße gezogen, wäre der ursprüngliche Plan wohl genau bis zur Neusser Straße aufgegangen. Dann kam allerdings der Erste Weltkrieg und die ursprünglichen Bebauungspläne wurden verworfen.

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So sahen die Bebauungspläne für die Umgebung um die Lohsestraße 1913 aus. Die heutige Auguststraße sollte zum Beispiel bis zur Inneren Kanalstraße fortgesetzt werden.

Diese sahen im südlichen Straßenbereich zudem auch zwei Straßenverlängerungen vor, die direkt zur Inneren Kanalstraße führen sollten: die der Christinastraße und die Verlängerung der Auguststraße, aber etwas zur Neusser Straße versetzt. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde unter Leitung des damaligen Kölner Oberbürgermeister Konrad Adenauer jedoch beschlossen, das ehemalige Rayongelände, das bis zur Lohsestraße reichte, zum Inneren Grüngürtel umzugestalten und es frei von Bebauung zu lassen. Stattdessen wurde das Gebiet an der Inneren Kanalstraße, wie wir es heute mit dem Lohsepark kennen, begrünt, erläutert Veedels-Experte Reinhold Kruse.

Köln: Neue Pläne nach dem Zweiten Weltkrieg

Kaum einer dürfte sich in Nippes so gut auskennen wie Reinhold Kruse. Er forscht seit über drei Jahrzehnten über die Geschichte des Veedels, hat bereits mehrere Bücher dazu veröffentlicht und bietet sogar Stadtteilführungen an. Kruse erklärt, dass die Bebauung von der Hausnummer 45 abwärts lange stagnierte und es bis 1937 nur die Häuser mit hohen Nummern gab, ehe der Zweite Weltkrieg begann.

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Veedels-Experte Reinhold Kruse mit seinem Buch „Der Nippeser Weiher“.

Nach dem Krieg habe die Stadt dann allerdings nicht mehr den Plan mit schmalen Wohnhäusern fortgesetzt und die Gebäude wurden breiter als Ende des 19. Jahrhunderts geplant. Von der Neusser Straße ausgehend seien dann laut der Stadt Köln ab Mitte des 20. Jahrhunderts, möglicherweise auch in Unkenntnis der noch benötigten Hausnummern, Grundstücke mit der Nummerierung 1 bis 9 vergeben worden. Die Straße sollte schließlich trotzdem mit der Hausnummer 1 beginnen.

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Da die Nummerierung der ersten Häuser im Nachhinein auch nicht mehr geändert werden sollte, kommt es zu der kuriosen Situation, dass heute die Hausnummer 9 direkt neben der 33 steht und zahlreiche Hausnummern komplett fehlen. (cho) 

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