Hollywood-Alarm in Köln: Keanu Reeves spielt mit seiner Band Dogstar, doch die Fans starren nur auf den stummen Star.
Kurioses Event in KölnAusverkauftes Konzert – aber mitsingen kann hier niemand

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Rechts am Bass, die Filmlegende: Keanu Reeves mit seinem Powertrio Dogstar.
Keanu Reeves rockt mit seiner Band Dogstar in Köln. Die Fans im ausverkauften Carlswerk Victoria haben nur Augen für ihn – aber kaum Ohren für seine Musik.
Der aus Blockbustern wie „Matrix“ oder „John Wick“ bekannte Schauspieler stand am Mittwochabend (1. Juli) im Carlswerk Victoria auf der Bühne. Doch die Aufmerksamkeit galt weniger der Musik. Eine Beobachtung, die schon Singer-Songwriterin Rain Perry in ihrem Lied „Keanuville“ machte, wo ein Fan klagt, dass 99 Prozent der Leute die anderen Bandmitglieder nicht kennen würden. Ein ähnliches Bild bot sich auch in Köln.
Hollywood-Star macht Musik in Köln – aber keiner kann mitsingen
Vor 35 Jahren rief Keanu Reeves das Powertrio gemeinsam mit dem Schlagzeuger Robert Mailhouse ins Leben. Von Anfang an wurde es oft als sonderbares Nebenprojekt betrachtet. Der einzige Musiker ohne Schauspielkarriere in der Gruppe ist Sänger und Gitarrist Bret Domrose. Reeves selbst feierte im Gründungsjahr große Erfolge, etwa in „My Own Private Idaho“ oder dem Surfer-Krimi „Point Break“.
Nach einer Unterbrechung von etwa 20 Jahren fand sich Dogstar erst vor drei Jahren wieder zusammen. Ohne den weltberühmten Mann am Bass wäre die Band wohl nicht mehr als ein reines Papa-Hobby – eine Beschäftigung für Männer in den besten Jahren, die in der Garage jammen.
Doch das Interesse ist riesig: Die Konzerte sind ausverkauft und sobald die bärtige Film-Ikone die Bühne betritt, zückt das Publikum die Smartphones. Die lauten „Keanu, Keanu“-Sprechchöre weist Reeves in Köln mit einer bescheidenen Geste zurück; er will nur Bass spielen. Sein Gesicht leuchtet auf unzähligen Bildschirmen auf, während er selbst kein Wort sagt.
Diese Aufgabe übernimmt Sänger Bret Domrose, der ankündigt, alle Lieder des neuen Albums zu präsentieren. Den gekommenen (Reeves-)Fans ist das relativ egal. Mitsingen kann ohnehin niemand.
Keanu Reeves gibt sich bei Köln-Konzert wortkarg
Die Songs sind immerhin kompakt, wenn auch nicht besonders eingängig. Die Einschätzung von Rain Perry aus „Keanuville“ trifft es noch heute: Die Band klingt solide, könnte aber stärkere Lieder vertragen. Musikalisch ist es kein Grunge, sondern erinnert eher an eine simplere Version von Muse. Reeves muss sich für seine Leistung am Bass keinesfalls verstecken. Beim letzten Stück des nur 70-minütigen Auftritts bekommt er sogar einen kurzen Solo-Moment, als Gitarre und Schlagzeug für einen Augenblick verstummen.
„Er hat aber herzlich wenig über sich erzählt, oder?“, meint eine Konzertbesucherin zu ihrem Partner, als die Menge nach draußen strömt. Das ist milde ausgedrückt. Wie seine Filmfigur John Wick blieb Keanu Reeves den ganzen Abend über wortkarg. Erst beim finalen Applaus kam der große Moment: Er trat an das Mikrofon des Sängers und hauchte ein Wort ins Publikum, das für viele der Höhepunkt war: „awesome“. (red)
