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„...leider unvermeidlich“CDU streicht Köln aus Geschichte: Ärger um Jubiläumsbuch

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Vor dem EXPRESS-Bericht: Diese Deutschlandkarte mit den 22 wichtigsten Erinnerungsorten in der Geschichte der CDU wurde für das Jubiläumsbuch der Partei erstellt. Köln fehlt.

von Ayhan Demirci (ade)

Köln – Historischer K.O. für Köln...

Kurz vor dem Geburtstag der vor 75 Jahren gegründeten CDU sorgt ein Buch über die Geschichte der Partei für Ärger. Das Jubiläumswerk führt die 22 wichtigsten Erinnerungsorte der Parteihistorie auf, illustriert mit einer Deutschlandkarte.

Blamabel für die Geburtsstadt des ersten deutschen (CDU)-Bundeskanzlers und CDU-Vorsitzenden Konrad Adenauer: Ausgerechnet Köln fehlt.

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Erste CDU-Versammlung fand am 17. Juni 1945 in der Breite Straße in Köln statt

Dabei fand die nachweislich erste Gründungsveranstaltung der CDU in der Breite Straße im damaligen Kolpinghaus in Köln statt. Bereits am 17. Juni 1945, nur wenige Wochen nach der deutschen Kapitulation am 8. Mai, trafen sich in der Hausnummer 106 ehemalige Politiker der christlich geprägten Zentrumspartei und christliche Gewerkschafter. Eine Gedenktafel erinnert an das historische Ereignis.

Die Teilnehmer, unter ihnen der von der Gestapo verfolgte Leo Schwering und der Bankier und spätere Adenauerberater Robert Pferdmenges gründeten die Christlich-Demokratische Partei als überkonfessionelle Partei, die später in der CDU aufging.

Das Haus in der Breite Straße, in dem die historische Versammlung stattfand.

Im ehemaligen Kolpinghaus an der Breite Straße 106 versammelten sich am 17. Juni 1945 die Parteigründer.

„Hier begann auch die Arbeit an den prägenden „Kölner Leitsätzen“, die im Juli 1945 im Dominikanerkloster in Walberberg verabschiedet wurden und als ein Gründungsdokument der CDU betrachtet werden können.“, erklärt Dr. Judith Michel, Mitherausgeberin und Co-Autorin des Jubiläumsbuches („Erinnerungsorte der Christlichen Demokratie in Deutschland“, 183 Seiten, bei der Konrad-Adenauer-Stiftung zu bestellen).

Hier lesen Sie mehr: Die berühmten Kölner Leitsätze - bewegende Appelle nach dem Ende der Diktatur

Und wieso taucht Köln als „Erinnerungsort“ auf der Landkarte nicht auf? Und im Buch nur am Rande? „Wie in allen Publikationen sind auch in diesem Band Auslassungen leider unvermeidlich.“, bedauert Judith Michel. „Wir haben intern diskutiert, ob wir Köln oder Berlin als Gründungsort der CDU in den Band aufnehmen sollen. Die Wahl fiel auf Berlin, da Nordrhein-Westfalen bereits mit vielen Orten in dem Buch vertreten ist.“

CDU-Buch nennt Köln in einem Atemzug mit Neheim-Hüsten

Im Buch heißt es dazu, bei der Auswahl von Erinnerungsorten „wurden das Theater am Schiffbauerdamm in Berlin, Ahlen und Düsseldorf, nicht aber das ähnlich wichtige Köln oder Neheim-Hüsten berücksichtigt..." 

Hier lesen Sie mehr: Kriemhild aus Mauenheim und die CDU-Barzel-Story – wie die Stasi die erste Kölner First Lady verhinderte

Köln also und Neheim-Hüsten – wer das nicht kennen sollte: Neheim-Hüsten ist ein Stadtteil von Arnsberg im Hochsauerlandkreis und war Hochburg des sozial orientierten Flügels in der CDU...

Köln ist draußen, Düsseldorf, München, Hamburg, Berlin oder auch Soest sind drin: EXPRESS fragte dazu Michael Arntz, Büroleiter des ehemaligen NRW-Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers und ehemals Chef der CDU Mittelrhein: „Dieser Vorgang ist ärgerlich, ich habe viel zu spät davon erfahren. Wir gehen davon aus, dass die CDU in Köln gegründet wurde. Zwar geschah dies auch an anderen Schauplätzen  – aber hier war der erste Ort.“ Der Vorgang liege auch Jürgen Rüttgers vor. Köln, so Arntz, sei die Eizelle der CDU. 

NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers hatte die Gedenktafel eingeweiht

Weil die Buchautoren die Berliner Gründungsveranstaltung vom 22. Juli 1945 als Fixpunkt bevorzugen, steht Köln nun blamiert da. NRW-Regierungschef Jürgen Rüttgers hatte gemeinsam mit dem damaligen Kölner OB-Kandidaten Peter Kurth am 13. August 2009 eine Gedenktafel am Haus Breite Straße 106 angebracht.

Die Gedenktafel am Haus Breite Straße 106

Die Gedenktafel in der Kölner Innenstadt, Breite Straße 106.

Die Tafel erinnert seitdem selbstbewusst an die „Geburtsstunde der CDU" und das „bedeutsame Ereignis der deutschen Geschichte“.

Größer kann die Diskrepanz zur nun offiziellen Darstellung der CDU kaum sein.