Geniale Erfindung in Köln Geflüchteter entwickelt wichtige Energie-Neuheit – seine Geschichte bewegt

Ein Drehstromzähler in einem Haushalt. Der irakische Masterstudent Wael Karyakos hat ein Verfahren entwickelt, um die Energie-Effizienz zu verbessen.

Der irakische Masterstudent Wael Karyakos hat ein Verfahren entwickelt, um die Energie-Effizienz zu verbessen. Das Foto vom 23. November 2021 ist ein Symbolbild.

Wael Karyakos hat ein Verfahren zur Einsparung elektrischer Energie entwickelt. Gegenüber EXPRESS.de erzählt der Masterstudent von seinem schwierigen Weg über Ländergrenzen hinweg.

Die Energiewende veranlasst Unternehmen dazu, immer effizienter und nachhaltiger zu arbeiten. Der Kölner Masterstudent Wael Karyakos hat in seiner Abschlussarbeit ein Verfahren entwickelt, das diesbezüglich von großer Bedeutung ist. Es könnte zukünftig noch zahlreichen Industrien helfen.

Das entwickelte „Energiemonitoring-Tool“ analysiert mittels künstlicher Intelligenz den Energieverbrauch einzelner Anlagenteile und wertet diese aus. Die Erkenntnisse können genutzt werden, um herauszufinden, wo am sinnvollsten elektrische Energie eingespart werden kann. Ein großer Schritt – nicht nur für die Effizienz eines Unternehmens, sondern auch für den Klimaschutz.

Flucht aus Irak: „Den Schritt mussten wir machen, weil wir frei leben wollten“

Das Verfahren kommt bei der Papierfabrik UPM in Hürth bereits zum Einsatz, dort arbeitete Wael als Werkstudent und ist nach dem Abschluss seiner Masterarbeit jetzt festangestellt. „Mit dem Energieverbrauch der Maschinen senken wir so auch unseren CO₂-Fußabdruck“, sagt General Manager Armin Schmidt über das Tool und Wael fügt an: „Es soll dem Schutz wertvoller Ressourcen und letztlich uns allen dienen.“

Die berufliche Erfolgsgeschichte des jungen Mannes ist auch eine private Reise über Ländergrenzen. Der 28-Jährige ist in Bagdad, Irak geboren, studierte dort Lasertechnik bis zu seiner Flucht. 2013 verließ Wael mit seiner Familie aus Sicherheitsgründen den Irak Richtung Köln.

„Das war ein großer Schritt“, sagt Wael, der aus einem Land kommt, „wo Meinungsfreiheit ein sehr sensibles Thema ist“. Sein Vater arbeitete neben seiner Tätigkeit als Maschinenbauingenieur auch noch als Journalist, weshalb Meinungsfreiheit für die Familie von hoher Bedeutung war. „Diesen Schritt mussten wir irgendwann machen, weil wir frei leben wollten.“

„Gute Arbeitsmöglichkeiten und Fußball“: Köln auch im Irak bekannt

Auf Details zu seiner schwierigen Reise möchte Wael lieber verzichten. „Es gibt immer eine gewisse Unsicherheit, die jeder Flüchtling so erlebt hat. Viele haben es versucht und nicht geschafft“, berichtet der 28-Jährige. „Es war hart, aber es hat sich definitiv gelohnt“, ist der Master-Absolvent letztlich aber glücklich darüber, gut in Köln angekommen zu sein.

Die Integration hat für Wael und seine Familie ohne große Schwierigkeiten geklappt. Die Sprache konnte er mithilfe von Sprachkursen schnell lernen und kurz darauf studierte er bereits Maschinenbau an der Technischen Hochschule Köln. „Für meine Eltern war das etwas schwieriger mit der Sprache“, erzählt Wael. „Aber die alltäglichen Sachen funktionieren gut, bei wichtigen Terminen sind dann mein älterer Bruder oder ich als Hilfe dabei.“

Als großer Fußball-Fan kannte Wael die Stadt Köln sogar bereits im Irak. „Fußball ist hier super, da kann man Spaß haben und die Möglichkeiten für das Arbeitsleben sind eben auch sehr gut.“ Abschließend möchte Wael noch seine Eltern hervorheben, denn: „Alles, was ich geschafft habe, wäre ohne meine Eltern nicht möglich gewesen. Da reicht ein Dankeschön nicht aus.“ (gr)

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