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Besondere Mission Fünf Freunde aus Köln starten Richtung Kriegsgebiet

Kurz vorm Start in die Ukraine waren (v. l.) Thomas Herrmann, Ype van der Kooi, Niels Thoramählen, Michael Melz und Pawel Nowotny aus Köln guter Dinge.

Kurz vorm Start in die Ukraine waren (v. l.) Thomas Herrmann, Ype van der Kooi, Niels Thoramählen, Michael Melz und Pawel Nowotny aus Köln guter Dinge.

Fünf Kölner Freunde haben mit einer ganz besonderen Mission am Freitag die Domstadt verlassen. 

Es ist ein großes Abenteuer, eine Fahrt ins Ungewisse, ein kölscher Konvoi der Hoffnung und Hilfsbereitschaft: Fünf Freunde aus dem Kölner Süden haben sich am Freitag (18. November 2022) auf eine 1500 Kilometer lange Reise gemacht.

Sie machten sich auf den Weg an die Grenze zum Kriegsgebiet der Ukraine, um jede Menge Nahrungsmittel und technische Hilfsgüter zu übergeben – samt Autos!

Fünf Kölner unterstützen die Ukraine

Initiator der privat organisierten Aktion ist Niels Thormählen (44), der im Hahnwalder Industriegebiet das „Klassikloft“ betreibt, eine Großgarage für Luxusautos. Das Herz des ehemaligen Porsche-Osteuropa-Managers schlägt auch für die Ukraine: „Ich kenne Land und Leute, habe noch Kontakte dorthin und will den Menschen helfen. Der Krieg geht mir persönlich sehr nahe. Deshalb kam mir der Gedanke, direkt selbst etwas zu unternehmen. Ich weiß, dass dort auch Autos händeringend gebraucht werden.“

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Der Markt für Gebrauchtwagen ist aber derzeit auch im Kölner Raum angespannt. Doch die Geländewagen, die der Autoprofi herbeischaffte und die später der ukrainischen Armee zur Umrüstung geschenkt werden sollen, können sich sehen lassen: In einem Range Rover Freelander landen kistenweise Lebensmittel und Kleider, in einem Hyundai Tucson Nudelsäcke und Konservendosen.

In einem etwas abgeranzten, aber robusten Opel-Kombi stapeln sich dicke Reifen: „Mein Bekannter in der Ukraine berichtete mir, dass die Reifen seines Land Rover Discovery zerschossen wurden. Da er dort nirgendwo Nachschub bekommt, bringen wir sie ihm mit.“

Ein Kumpel von Thormählen, Solar-Unternehmer Michael Melz, lädt eine Kiste mit reihenweise nagelneuen Walkie-Talkies ein: „Auch eine Spende. Die nutzen wir in den nächsten Tagen für die Fahrt und übergeben sie dann den Ukrainern.“

Ukraine: Kölner sammeln rund 20.000 Euro

Acht Wochen lang hatten das Quintett unter dem Motto „Care 4 Ukraine“ rund 20.000 Euro für die Unternehmung zusammengekratzt. Nebenbei wurden fleißig Spenden gesammelt, der ACV Automobil-Club Verkehr e.V. etwa spendierte eine Fülle an Benzin und sicherte dem Konvoi Pannenhilfe zu.

In Nürnberg stoßen noch zwei weitere Fahrer mit Autos hinzu, in Prag ebenso. Der Zug der Hilfe aus Köln wird dann immer länger.

Nahe der ukrainischen Stadt Uschhorod – an der Grenze zur Slowakei –werden dann Wagen und Hilfsgüter übergeben. „Anschließend reisen wir per Zug nach Budapest zurück und fliegen am Montagmorgen wieder nach Hause“, so Thormählen.

Ype van der Kooi, Personalreferent bei einer Krankenversicherung sagt: „Ich habe mir extra zwei Tage Urlaub genommen, um für den guten Zweck dabei zu sein. Auch wenn meine Familie sich schon Gedanken macht.“

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