„Muss ganzjährig boomen“ Experte kritisiert Kölner Einzelhandel und hat wichtige Tipps

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Die NRW-Einzelhändler klagen über Umsatzrückgänge. Das Symbolfoto entstand am 9. November 2020 auf der Ehrenstraße in Köln.

Köln – Auch wenn der Kölner Einzelhandel im Lockdown Light geöffnet bleiben darf, hat die Corona-Phase für die Geschäfte in der Innenstadt Schattenseiten.

Einzelhandelsverbände sprechen von wesentlich weniger Kunden und das bereits seit Einführung der Maskenpflicht. Laut dem Kölner Einzelhandel-Experten Christian Sickel werden verkaufsoffene Sonntage und der Blick aufs Weihnachtsgeschäft dem Einzelhandel langfristig auf gar keinen Fall helfen. 

Köln: Experte kritisiert Einzelhandel und hat Lösungsvorschläge

Laut seiner Einschätzung, darf sich der Einzelhandel nicht mehr nur darauf verlassen, sondern muss auf lange Sicht umdenken. 

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Der Kölner Experte Christian Sickel hat Tipps für den Einzelhandel. Er war selbst 20 Jahre im Verkauf tätig und berät nun unterschiedlichste Betriebe.

Sein Credo: „Guter Einzelhandel sorgt dafür, dass das Geschäft ganzjährig boomt“, so Sickel. Der Betriebsberater kann die Einstellung der Geschäfte, die sich über den nicht besonders gut besuchten verkaufsoffenen Sonntag am 8. November beschweren, nur teilweise verstehen.

Das ist Christian Sickel

  • Christian Sickel ist Unternehmer und Bestseller-Autor.
  • Der Kölnerwar selbst 20 Jahre im Verkauf tätig.
  • Seit 1999 unterstützt er Kunden dabei, ihre Verkaufsproduktivität, ihr Umsatzwachstum und ihren Ertrag maßgeblich zu steigern.
  • Seine Mitarbeiter und er beraten unterschiedlichste Betriebe.

Köln: Bilanz des verkaufsoffenen Sonntags am 8. November 2020 unterschiedlich

Tatsächlich bestätigt auch Annett Polster, Geschäftsführerin von Stadt-Marketing Köln, dass sich der vergangene verkaufsoffene Sonntag sich für Einzelhändler nur zum Teil wirtschaftlich ausgezahlt hat.

Auf der Hohe und Breite Straße habe man beispielsweise mehr profitiert, als Geschäfte auf der Ehrenstraße. Hier seien die Besucher-Frequenzen weniger hoch ausgefallen.

Kölner Einzelhandel beschwert sich über zu wenig Besucher am verkaufsoffenen Sonntag

„Im Nachgang an den verkaufsoffenen Sonntag am 8. November wurden Stimmen laut, die sich beschwerten, dass zu wenig los war. Hier sehe ich ein grundlegendes Problem des Einzelhandels – nicht nur in Köln, sondern in ganz Deutschland: Der Einzelhandel stand schon vor der Corona-Pandemie vor massiven Problemen. Diese werden nun nur schneller und deutlicher sichtbar. Überbrückungshilfen können diese Probleme maximal kurzfristig eindämmen, aber nicht lösen“, so Sickel über die Problematik.

Ein Umdenken muss einsetzen. Dazu hat Christian Sickel drei wichtige Zukunfts-Tipps für den angeschlagenen Kölner Einzelhandel.

Emanzipation vom Weihnachtsgeschäft

  • Langfristig denkende Unternehmen investieren laufend in ihre Mitarbeiter und bieten ihrer Kundschaft ein klar definiertes Einkaufserlebnis.
  • Das Personal räumt nicht nur Regale ein.
  • Gute Verkaufskonzepte liegen nicht nur in der Schublade, sondern sind in den Alltag integriert.

Beispiel verkaufsoffener Sonntag in Köln (8. November 2020): Viele Kaufleute beschwerten sich, dass wenig los war. Aber weder der Weihnachtsmann noch die Kunden sind für den Erfolg im Einzelhandel zuständig. Gute Geschäftsleute sorgen aktiv dafür, dass das Geschäft ganzjährig brummt.

Fokus auf Qualität und Individualität

  • Der Einzelhandel muss sich auf seine Alleinstellungsmerkmale zurückbesinnen und mit Qualität und Individualität punkten.
  • Je mehr online gehandelt wird, desto wichtiger wird die persönliche Beziehung im Einzelhandel.

Beispiel: Viele Unternehmen bieten ihren Kunden an, ihre Online-Bestellungen im Geschäft abzuholen. Dabei vernachlässigen sie die Top 3 Aspekte, die Kunden am Einzelhandel schätzen:

  • direkte Überprüfung
  • Verfügbarkeit
  • Beratung

Digitalisierung richtig nutzen

  • Über durchdacht eingesetzte digitale Maßnahmen erreicht der Einzelhandel die Kunden und verbessert ihr Kauferlebnis.
  • In der Realität sehen wir aber oft nur Einzellösungen ohne schlüssiges Gesamtkonzept. Hier wird viel Geld verbrannt.

Beispiel On- und Offlineangebote sinnvoll verbinden: Ist ein Artikel vor Ort nicht verfügbar, reicht es nicht, die Kunden an den eigenen Webshop zu verweisen. Das Verkaufspersonal muss die Bestellung für die Kunden direkt auslösen können. Das ist dann gelebte Kundenbindung.

Kölner Experte Christian Sickel: Einzelhandel muss sich Qualitäten mehr zunutze machen

„Denn trotz wachsender Onlinekonkurrenz kann und sollte der Einzelhandel weiterbestehen: Die Kunden schätzen am Einzelhandel vor allem die direkte Überprüfung der Ware, die direkte Verfügbarkeit und die persönliche Beratung – Leistungen, die der Onlinehandel (noch) nicht bietet“, sagt Sickel.

„Doch anstatt sich diese Eigenschaften zunutze zu machen, setzt der Einzelhandel weiterhin auf die hohen Umsätze im Weihnachtsgeschäft und die gewohnten Kundenströme. Massen, die so aber – auch nach der Pandemie – nicht mehr zurückkommen werden. Darum bin ich der Ansicht, dass der Einzelhandel jetzt über das Weihnachtsgeschäft hinausdenken und sich langfristig neu erfinden muss“, so Sickels Appell.

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