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Kölner Traditionsfirma Zoff um Betriebsrätin eskaliert – jetzt geht es vor Gericht

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Ein Blick in die Produktion von Egetürk in Köln.

Köln – Aufregung in der Wurstfabrik: Bei dem Kölner Fleisch-Verarbeiter „Egetürk“ gibt es derzeit Zoff.

In dem bekannten Betrieb in Köln-Feldkassel wurde die Betriebsrätin Gülden I. gekündigt. Das gleich dreimal. Sie hat dagegen geklagt und ist jetzt wieder zurück an ihrem Arbeitsplatz.

Doch der Rechtsstreit geht weiter. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) kritisiert das Vorgehen des Arbeitgebers scharf. Der Betrieb wiederum weist die Vorwürfe zurück.

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Es ist eine Kölner Erfolgsgeschichte, auf der heute der ein Schatten liegt. Dem Betrieb, der 1966 in Köln gegründet wurde und mit einem Umsatz von 130 Millionen Euro (2017) als Marktführer für türkische Wurst- und Fleischwaren in Deutschland und Europa gilt, wird die Behinderung des Betriebsrates vorgeworfen.

Kölner Firma Egetürk kündigt Betriebsrätin: Fall landet vor Kölner Arbeitsgericht

Gegen die Betriebsrätin wurden drei Kündigungen ausgesprochen. Das Kölner Arbeitsgericht hat in einem Fall entscheiden, dass sie wieder zurück an die Arbeit im Vorzimmer des Betriebsleiters kann (Az: 19 Ca 1827/20). Sie hat ihre Arbeit am Dienstag (12. Januar) wieder aufgenommen. Bei den weiteren zwei Kündigungen stehen die Entscheidungen noch aus. Über sie soll am 18. und 19. März entschieden werden.

Egetürk: Produktionsstätte mit 70.000 Quadratmetern in Köln-Feldkassel

Das Kölner Unternehmen erfreut sich dabei großer Beliebtheit, besonders in der türkischen Community. So war es auch das Rezept des Firmengründers Burhan Öngören, den türkischen Gastarbeitern Lebensmittel aus deren Heimat anzubieten. Angefangen hatte er mit einer kleinen Produktion von Knoblauchwurst in Köln.

Heute gibt es eine moderne Produktionsanlage auf 70.000 Quadratmetern mit einer Kapazität von 150 Tonnen. Eigenen Angaben zufolge hat Egetürk einen Marktanteil von 70 Prozent. Heute wird Egetürk von Geschäftsführer Ahmet Eden geleitet.

Gewerkschaft NGG unterstützt gekündigte Egetürk-Betriebsrätin

Die Gewerkschaft NGG nennt das Vorgehen „Union busting“, also Gewerkschaftszerstörung. Die NGG unterstützte die Betriebsrätin Gülden I. Manja Wiesner, Geschäftsführerin der NGG Köln, sagt dazu: „Mit den Kündigungen versucht der Arbeitgeber eine engagierte Betriebsrätin loszuwerden.“ Auch wollte die Gewerkschaft in den Betrieb, um die Mitarbeiterin zu besuchen. Das wurde der NGG aber verwehrt.

Betriebsrätin gekündigt: Kölner Arbeitgeber weist die Vorwürfe zurück

Auf EXPRESS-Anfrage erklärt Ercan Türkoglu, Leiter der internen Kommunikation bei Egetürk: „Die erste Kündigung wurde aufgrund des Verdachts von Ungereimtheiten bei der Betriebsratswahl ausgesprochen. Da ging es um Wahlbetrug. Bei der letzten Kündigung geht es um Beleidigung und Verleumdung sowie üble Nachrede. Hierzu steht der Kammertermin noch aus. Wir wollen auch hierzu schnelle Rechtsklarheit und nicht mit falschen Behauptungen unter Beschuss stehen.“

Zudem soll die Mitteilung einer Tag vor dem geplanten Besuch stattgefunden haben.

Gewerkschaft wollte auf das Betriebsgelände von Kölner Firma Egetürk: Zutritt verweigert

Und warum wurde die Gewerkschaft nicht in den Betrieb gelassen? Türkoglu erklärt: „Die NGG hatte weder in ihrer 'Zutrittsankündigung', noch in einer späteren Ergänzung eine im Betriebsverfassungsgesetz vorgesehene Aufgaben- oder Befugniswahrnehmung benannt. Das Recht auf freies Betreten eines Betriebes nach Belieben einer Gewerkschaft kennt das Betriebsverfassungsgesetz nicht. Das Grundgesetz äußert sich zu Zutrittsrechten überhaupt nicht. Für die Aufnahme einseitig angebotener Gespräche ist aktuell kein Bedarf erkennbar. Es gibt einen für die NGG und Egetürk geltenden Manteltarifvertrag Fleischer-Handwerk.“

Die NGG sieht das anders. Laut Manja Wiesner wurde der Zutritt zum Betrieb ohne Angabe von Gründen verweigert. Sie erklärt: „Damit werden das Grundgesetz und das Betriebsverfassungsgesetz missachtet. Unsere wiederholten Gesprächsangebote werden ebenso abgelehnt wie unsere gesetzlich geschützten Rechte.“

Nach den Gerichtsentscheidungen im März wird es wohl mehr Klarheit über den Fall geben.

Protest gegen Kaffeehauskette „Starbucks“ in Köln

Kürzlich hatte es auch einen Protest in Köln gegen das Kaffeehaus Starbucks aufgrund von mutmaßlicher Behinderung des Betriebsrates gegeben. Die Kölner Initiative Aktion Arbeitsunrecht hatte bei einer Statue von Konrad Adenauer eine Schürze des Kaffeehauses umgehängt, um auf die Arbeitsbedingungen aufmerksam zu machen.

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