Protest in Köln Adenauer plötzlich Starbucks-Mitarbeiter – der Grund ist ernst

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Mit ihrer Demo sorgten die Teilnehmer für Aufmerksamkeit in der Kölner City. 

Köln – Der Kaffee bei der amerikanischen Kaffeehaus-Kette „Starbucks“ schmeckt den meisten Kunden. Was vielen aber nicht schmeckt sind die Arbeitsbedingungen für Mitarbeiter. Die Kölner Initiative „Aktion Arbeitsunrecht“ wirft Starbucks Betriebsrats-Behinderung und Lohndumping vor.

Dafür sind die Aktivisten in mehreren deutschen Städten am Freitag (13. November) auf die Straße gegangen. In Köln wurde Konrad Adenauer zum Niedriglohn-Arbeiter von Starbucks. Ob ihm das gefallen hätte? Oder hätte er jetzt, wie man so schön sagt: den Kaffee auf?

Wie auch immer: Das Konrad-Adenauer-Denkmal an der Apostelnstraße in Köln wurde für die Protest-Aktion mit einer Starbucks-Schürze verfremdet. Damit wollen die Aktivisten auf die Situation der Mitarbeiter von Starbucks aufmerksam machen.

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Protest in Köln gegegn Arbeitsbedingungen bei Starbucks

Laut den Aktivisten hat Starbucks nur in einem Bruchteil seiner 165 Filialen, davon sechs in Köln, (Stand 2019) eine demokratische gewählte Mitarbeitervertretung nach dem Betriebsverfassungsgesetz. „Nach unserem Wissen existieren weniger als 15 Betriebsräte“, sagt Elmar Wigand, Sprecher der Kölner Initiative, die zuvor auch schon gegen Arbeitsbedingungen bei „H&M“ in Köln protestiert hatte.

Wigand erklärt weiter: „Das Starbucks-Management bekämpft aktive Betriebsräte systematisch durch Schikanen, Kündigungsversuche und juristische Tricks. Engagierten Gewerkschafter und Betriebsratsmitglieder droht bei Starbucks Kündigung, Mobbing und systematische Zermürbung.“

Gegen den Berliner Betriebsratsvorsitzenden Michael G., habe es laut der Initiative bereits ein Dutzend konstruierter Kündigungsversuche gegeben.

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Konrad Adenauer trug am Freitag, 13. November, eine Starbucks-Schürze. Grund ist eine Protestaktion gegen die Sandwich-Kette.

Die Initiative fordert, Michael G. sofort wieder einzustellen und „Repressalien gegen den engagierten Arbeitnehmervertreter und Gewerkschafter der NGG zu unterlassen“, so der Sprecher der Initiative, die wegen einer Strafanzeige der SPD aufgrund eines Martin-Schulz-Doppelgängers von sich Reden gemacht hatte.

Starbucks-Protest in Köln: Initiative fordert: „Kunden sollten auf demokratische Arbeitsbedingungen Wert legen“

Unter diesen Bedingungen sollten Kunden besser darauf achten, wo sie einkaufen, sagt Wigand. „Wir stellen als Lohnabhängige die absolute Mehrheit der Bevölkerung. Wir sollten die Macht, die aus unserem Geldbeutel erwächst, konsequenter nutzen. Wer am Arbeitsplatz nicht wie ein moderner Sklave behandelt werden will, sollte auch beim Einkauf auf demokratische Arbeitsbedingungen Wert legen."

Starbucks: Die Reaktion auf die Demo in Köln

Auf EXPRESS-Anfrage erklärte ein Starbucks-Sprecher zur Kölner Demo: „Uns liegt das Wohl unserer Mitarbeiter sehr am Herzen. Gemeinsam mit unserem Betriebsrat setzen wir uns dafür ein, die Arbeitsbedingungen unserer Partner stets zu verbessern. Daher begrüßen wir auch sehr, dass sich die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) und der Bundesverband der Systemgastronomie e.V. (BdS) im Frühjahr auf einen neuen Entgelttarifvertrag einigen konnten."

Starbucks arbeite seit Jahren auf freiwilliger Basis tarifgebunden, seien aktiv im Arbeitgeberverband tätig. Es gelte aber auch, so der Sprecher weiter: „Wenn Betriebsratsmitglieder gegen Vorgaben, Richtlinien oder Gesetz verstoßen, werden sie arbeitsrechtlich genauso behandelt, wie jeder andere Mitarbeiter.“

Konrad Adenauer: Ahlener Programm von 1947

Übrigens: Dass sich die Aktivisten für die Protest-Aktion Konrad Adenauer ausgesucht haben, ist kein Zufall. Die CDU hatte 1947 unter Konrad Adenauer ein Wirtschafts- und Sozialprogramm mit dem Namen „Ahlener Programm“ beschlossen.

Ein Auszug daraus: „Dem von der Belegschaft gewählten Vorsitzenden des Betriebsrates ist Gelegenheit zur Mitwirkung in allen Fragen zu geben, welche die sozialen Interessen der Betriebsangehörigen berühren. Das kapitalistische Wirtschaftssystem ist den staatlichen und sozialen Lebensinteressen des deutschen Volkes nicht gerecht geworden."

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