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Karneval in KölnElfter im Elften - Warum feiern wir am 11.11. um 11.11 Uhr?

Am Elften im Elften ist es wieder so weit: Der Karneval beginnt. Aber warum wird ab dem 11. November gefeiert?

von Adnan Akyüz (aa)

Am Elften im Elften geht es wieder los! Am 11. November um 11.11 Uhr wird die neue Session im Kölner Karneval eingeläutet. Bis Aschermittwoch wird dann geschunkelt, gebützt und gefeiert. Doch warum beginnt Karneval am 11. November?

Nach offiziellem Protokoll wird an dem jecken Datum auf der großen Straßensitzung der Willi-Ostermann-Gesellschaft die Karnevalssession auf dem Heumarkt in Köln offiziell eröffnet.

Karneval in Köln: Warum wird am 11.11. um 11.11 Uhr gefeiert?

Ab ca. 9.00 Uhr beginnt das rund zehnstündige Programm auf dem Alter Markt. Zur selben Zeit versammeln sich viele Menschen in der Stadt, darunter viele im Studentenviertel um die Zülpicher Straße herum.

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Zehntausende von Jecken strömen in der Altstadt zusammen, um um 11.10 Uhr und 50 Sekunden rückwärts zu zählen, bis die magische Uhrzeit 11.11 Uhr erreicht ist.

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Dann eröffnet Oberbürgermeisterin Henriette Reker zusammen mit dem Festkomiteepräsidenten Christoph Kuckelkorn den Fastelovend, schallt das erste „Kölle Alaaf” über den Platz und hat das designierte Dreigestirn seinen ersten offiziellen Auftritt (offiziell proklamiert wird es ja erst im Januar).

Doch damit ist die Party noch lange nicht am Ende: Alle Stars der Karnevalsszene stellen ihre neuen Lieder vor und auf dem Platz, in den Sälen und Kneipen der Stadt wird bis tief in die Nacht weitergefeiert.

Karneval in Köln – warum heißt es Kölle Alaaf?

Die Elf ist eine Zahl, die in Köln für viel Symbolik im Karneval sorgt. So findet am 11. im 11. die Sessionseröffnung um 11.11 Uhr statt.  Einer Sitzung steht ein Elferrat vor und dazu noch elf Flammen oder Tränen im Kölner Stadtwappen – die Zahl 11 hat für Köln und den Karneval schon eine besondere Bedeutung.

Köln und die Zahl 11 - woher kommt das?

Woher kommt das? Im städtischen Wappen erinnert die elf an die 11.000 Jungfrauen, die der Legende nach die Stadtpatronin, die Heilige Ursula, nach Köln begleiteten und tragisch zu Tode kamen.

Darüber hinaus gibt es mehrere Interpretationen: Die Elf steht für die Gleichheit aller Jecken – die kleinste Zahl eins steht neben ihrem gleichen Wert, der Eins.

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Eine andere Erklärung besagt, die Elf stehe für die Botschaft der Französischen Revolution Egalité, Legalité, Fratternité = Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit – Werte, die auch für den Kölner Karneval stehen. Abgekürzt also ELF.

Und da der Karneval eine Nähe zur Katholischen Kirche hat, sehen manche die Zahl Elf als „Überhöhung/Überspitzung“ der Zehn Gebote an, die das Zusammenleben der Menschen ordnen, die Elf wird hier als Zahl der Sünde angesehen, erklärt etwa das Festkomitee Kölner Karneval auf seiner Internetseite.

Der Elferrat, der in der Regel aus dem Vorstand der veranstaltenden Karnevalsgesellschaft gebildet wird, hat die Aufgabe, dem Präsidenten hilfreich unter die Arme zu greifen und Bützje, Orden oder Präsente an die auftretenden Künstler zu verteilen.

Auch das kölsche Grundgesetz besteht aus elf Regeln, die es in Köln einzuhalten gilt. Diese sind:

  1. § 1 - Et es wie et es
  2. § 2 - Et kütt wie et kütt
  3. § 3 - Et hätt noch immer jot jejange
  4. § 4 - Wat fott es es fott
  5. § 5 - Nix bliev wie et wor
  6. § 6 - Kenne mer nit, bruche mer nit, fott domet
  7. § 7 - Wat wellste maache
  8. § 8 - Mach et jot ävver nit ze off
  9. § 9 - Wat soll dä Quatsch?
  10. § 10 - Drinkste ene met?
  11. § 11 - Do laachste dech kapott

Was viele zudem nicht wissen: Es gibt auch die Deutung, dass am 11.11. das bäuerliche Jahr zu Ende ging. Pachtzahlungen wurden an diesem Tag fällig und die Knechte und Mägde bekamen ihren Lohn ausgezahlt. Grund genug, um es so richtig krachen zu lassen.

Damals begann am 11. November, dem Tag des Heiligen Sankt Martin, eine Fastenzeit bis Weihnachten, vor der man also noch mal ordentlich feiern wollte.