Karneval in KölnBedeutung und Ursprung: Warum wir „Kölle alaaf“ rufen

Ein Alaaf-Denkmal steht vor dem Gürzenich.

In Köln wurde in der Session 2022/23 vorübergehend ein Alaaf-Denkmal als Selfie-Spot aufgestellt, wie hier am 5. Januar vor dem Gürzenich zu sehen.

Warum sagen die Menschen in Köln „Kölle alaaf“ an Karneval? 

von Klara Indernach (KI)

Wenn der Karneval in Köln seinen Höhepunkt erreicht, hallt ein unverwechselbarer Ruf durch die Straßen: „Kölle alaaf!“

Doch was steckt hinter diesem traditionsreichen Ausdruck? EXPRESS.de erklärt den Ursprung und die Bedeutung dieses berühmten Karnevalsrufs.

Karneval in Köln: Was bedeutet „Kölle alaaf“?

Kölle alaaf“, die ikonische Parole des Kölner Karnevals, ist mehr als nur ein feierlicher Jubel. Es ist das pulsierende Herz der Karnevalssession, ein Bindemittel, das alle Kölnerinnen und Kölner vereint. Der Gruß hat tiefe Wurzeln in der Kölner Geschichte und Kultur.

„Kölle“ ist die kölsche Bezeichnung für Köln. Aber was bedeutet „alaaf“? Laut Festkomitee Kölner Karneval (FK) ist „alaaf“ das wichtigste Wort im Kölner Karneval und ein Hochruf auf die Stadt Köln.

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In früherer Zeit wurden mit dem Ausruf „Coellen alaaf“ auch die Sitzungen des Stadtrates beendet. Es ist der Jubelruf der kölschen Jecken. Das FK erklärt auch die Herkunft: „Kölle alaaf“ geht auf Fürst Metternichs „Cöllen al aff“ zurück, was etwa „Köln über alles“ bedeutet.

Bei den karnevalistischen Veranstaltungen werden das Kölner Dreigestirn und die auftretenden Rednerinnen und Redner sowie Musikerinnen und Musiker mit diesem Ausruf begrüßt oder verabschiedet.

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Ein „alaaf“ wird drei Mal ausgerufen. Dabei gibt beispielsweise der Sitzungspräsident an, wem der Hochruf gilt, die Menge antwortet mit „alaaf“ und wirft bei jedem Mal begeistert eine Hand nach oben.

Das Rufen von „Kölle alaaf“ ist ein unverzichtbarer Teil des Kölner Karnevals und symbolisiert die ausgelassene und lebendige Lebensart der Kölnerinnen und Kölner, die das Feiern lieben und dabei gerne alle Sorgen vergessen.

Der Kölner Philologe Heribert Augustinus Hilgers (1935-2012), langjähriger Mundart- und Sprachforscher an der Uni Köln, hat zudem belegt, dass „alaaf“ schon seit etwa 1550 als Jubel- und Trinkspruch nachweisbar ist.

Laut dem Fachmann ist der älteste bekannte Fund ein Tonkrug aus Köln mit der Aufschrift „Allaf fur einen goden druinck“. Bedeutet so viel wie: „Für einen guten Trunk lasse ich alles stehen“. Aus der Sicht von Hilgers ist das der Vorläufer des späteren „Kölle alaaf“: Nach Köln fällt „alles ab“, sei alles schlechter. Also nach Köln kommt erstmal sehr lange gar nichts!

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